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Studia humanitatis

Mit Studia humanitatis oder Studia humaniora wird die Gesamtheit der humanistischen Studien bezeichnet, die zur Erlangung einer ganzheitlichen Bildung im Sinne der Humanität oder Menschlichkeit führen. Die Bezeichnung wird allgemein auf Cicero und dessen Begriff der Humanitas zurückgeführt, den dieser in seiner Schrift über die Gesetze eingeführt hatte.

Den Studia humanitatis lagen die alten antiken und mittelalterlichen Fächereinteilungen des Trivium und des darauf aufbauenden Quadriviums zugrunde, die als septem artes liberales oder sieben freien Künste zusammengefasst wurden.

Die Studia humanitatis wurden ein zentraler Begriff des Bildungswesens, als im Renaissance-Humanismus eine verstärkte Rückbesinnung auf die griechische und römische Antike begann, insbesondere durch das Erlernen und Pflegen der griechischen und lateinischen Sprache. Unter den Humanisten oder Humanistae gab es bereits eine ausgeprägte Philologie.

Die Humanisten strebten nach gelehrtem Unterricht (eruditio) und nach Klugheit, Wissen und Erfahrung (prudentia). Diese klassischen Merkmale der Gelehrsamkeit waren ihnen zugleich Leitbild und Ziel aller Studia humanitatis, zu denen die Rhetorik, die Eloquenz, die Moralphilosophie und die Geschichte gehörten. Die Artes mechanicae hingegen standen bei ihnen in keinem hohem Ansehen. Die Humanisten verspürten zumeist auch kein Verlangen diese zu erlernen und auszuführen.


siehe auch: Artes liberales