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Nationaldemokratische Partei Deutschlands (DDR)

Die National-Demokratische Partei Deutschlands (NDPD) war eine Blockpartei in der DDR.

Die NDPD wurde am 25. Mai 1948 auf Weisung der SED gegründet und am 16. August 1948 von der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) lizenziert. Im Gegensatz zur Liberaldemokratischen Partei Deutschlands (LDPD) hatte die NDPD keine eigene Ursprungsgeschichte, sondern wurde auf Betreiben der Besatzungsbehörden und der SED gegründet, mit dem Hauptziel, ehemalige einfache Mitglieder der NSDAP und Wehrmachtsoffiziere in das neue Herrschaftssystem der SED einzubinden bzw. um bereits in der LDPD organisierte Nationaldemokraten abzuwerben und so diese liberale Blockpartei, die auch viele konservative und nationalistische Mitglieder hatte, zu schwächen. In der Folgezeit warben beide Parteien oft um die gleiche Mitgliederklientel, z. B. vor allem um Handwerker.

In ihrem Parteiprogramm forderte die NDPD unter anderem die Förderung des Mittelstands, die Eingliederung der einstigen Berufsbeamten, ein Ende der Diskriminierung der kleinen NSDAP-Mitglieder und der Offiziere der Wehrmacht, eine vollständige Bodenreform und die Enteignung der Konzerne. Die nationalkonservativen Angehörigen des Mittelstands und Heimkehrer aus der Kriegsgefangenschaft stellten den überwiegenden Anteil der Mitglieder. Die NDPD war nach dem Muster der SED und dem Prinzip des Demokratischen Zentralismus organisiert. Höchstes Gremium war der im fünfjährigen Rhythmus zusammentretende Parteitag, der einen Hauptausschuss wählte. Ein Sekretariat erledigte die laufenden Geschäfte.

Die NDPD entsandte 52 Abgeordnete in die Volkskammer und stellte je einen Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrats und des Vorsitzenden des Staatsrats der DDR.

Gegen Ende der DDR hatte die NDPD rund 110.000 Mitglieder, die 3.000 regionalen „Grundeinheiten“ angehörten. Langjähriger Vorsitzender der NDPD war ab 1972 Prof. Heinrich Homann, bereits seit 1952 einer der stellvertretenden Vorsitzenden.

Am 7. Dezember 1989 erfolgte der Austritt aus dem „Demokratischen Block“. Neuer Vorsitzender der Partei wurde Wolfgang Glaeser. Die Partei war auch mit drei Vertretern am Runden Tisch beteiligt.

Die NDPD erhielt bei der freien Volkskammerwahl vom 18. März 1990 nur 0.39 % der Stimmen und 2 Mandate. Sie trat im Wahlkampf für eine soziale Marktwirtschaft, einen Stufenplan zur deutschen Einheit über eine Wirtschafts- und Währungsunion und den Beitritt der DDR zur Europäischen Gemeinschaft (EG) ein.

Auf dem Parteitag am 11. Februar 1990 wurde Wolfgang Rauls zum neuen Vorsitzenden der Partei gewählt.

Ein von der NDPD vorgeschlagener Wahlverbund der nationalen und liberalen Parteien in der DDR wurde von den im Bund Freier Demokraten zusammengeschlossenen Parteien abgelehnt. Daraufhin schloss sich die NDPD auch dem Bund Freier Demokraten an und ging mit ihm am 12. August 1990 in der Freien Demokratischen Partei (FDP) auf.

Das Zentralorgan der NDPD in der DDR war die National-Zeitung. Über den Verbleib des NDPD-Vermögens nach der Wende: Vermögen von Parteien und Verbänden der DDR

Literatur