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Resonatorgitarre

Die Resonatorgitarre ist ein Musikinstrument aus der Familie der Gitarren, das auf dem Prinzip eines mechanischen Lautsprechers beruht. Die Saiten versetzen den Resonator, eine Art Lautsprechermembran, im Inneren des Korpus in Schwingung und nicht die Gitarrendecke. Oft wird als Synonym für dieses Instrument der Name Dobro (für Instrumente, deren Korpus aus Holz besteht) oder National (Korpus ist aus Blech) verwendet.

Das Instrument wurde kurz vor 1930 von den aus der Slowakei stammenden Gebrüdern Dopyera (Dopyera Brothers) entwickelt, um die Lautstärke anderer Instrumente, insbesondere von Bläsern, auch für Gitarristen möglich zu machen. Bei der zu dieser Zeit sehr beliebten Hawaii-Musik wurde die Gitarre auf dem Schoß liegend gespielt, was zu einer Bauform mit Hälsen mit viereckigem Querschnitt führte. Diese sog. Squareneckgitarren werden als Lap-Steel Gitarre auf dem Schoß liegend gespielt. Heute werden Resonatorgitarren hauptsächlich im Blues und im Bluegrass eingesetzt.

Die Resonatorgitarren lassen sich nach der Anzahl der Resonatoren in zwei Gruppen einteilen: Singlecones (mit einem großen Resonator) und Tricones (mit drei kleinen Resonatoren, die mittels eines T-Stücks aus Metall miteinander verbunden sind). Die Tricone stellt das ursprüngliche Konzept dar, die Singlecone wurde - als günstige Alternative - später entwickelt. Die Singlecone-Gitarren zerfallen je nach Form des Resonators in zwei Untergruppen: solche mit biscuit-cone (der Resonator zeigt mit der Spitze nach oben) und spider-cone (der Resonator liegt "umgekehrt" in der Gitarre, die Saitenschwingungen werden mittels einer Metallbrücke, des "Spiders", übertragen). Die biscuit-Variante ist die ursprüngliche, der spider-cone wurde von John Dopyera wegen patentrechtlicher Streitigkeiten erfunden; nachdem Dopyera die Firma, die die von ihm entwickelten Instrumente herstellte, verließ, verlor er auch sämtliche Patentrechte an ihnen. Da Dopyera sich die für den Bau von Instrumenten mit Metallkorpus notwendigen Geräte nicht leisten konnte, fertigte er die Instrumente aus Holz, weshalb als dobro in der Regel nur Instrumente mit Holzkorpus bezeichnet werden, da die ersten Modelle dieser Bauart tatsächlich ausschließlich von den Gebrüdern Dopeyra in Eigenregie hergestellt wurden. Der Name national für Instrumente aus Blech leitet sich vom Namen National String Instrument Company ab, der Firma, die diese ursprünglich von Dopyera entwickelten Instrumente herstellte. Alle drei Arten von Resonatorgitarren unterscheiden sich erheblich im Klang.

Während der Resonator immer aus Aluminium besteht, kommen traditionell verschiedene Korpusmaterialien zum Einsatz. Die Urvariante der Tricone besteht aus Neusilber, heute trifft man hauptsächlich auf Messing ("Bell Brass"). Single-Cones können ein Gehäuse aus Holz, Messing, Neusilber oder Stahl haben. Dobros mit Spider-Cone sind aus Holz. Auch das Gehäusematerial macht sich bei der Klangfarbe bemerkbar.

Diskografie

In Europa gibt es derzeit drei regelmäßige Festivals, die sich ausführlich mit diesem Instrument befassen: