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Netzeitung

Die Netzeitung ist eine ausschließlich im Internet unter www.netzeitung.de erscheinende deutsche Tageszeitung. Die Redaktion sitzt in Berlin. Die Netzeitung ist nach eigenen Angaben die erste deutsche Tageszeitung mit Vollredaktion, die ausschließlich im Internet erscheint.

Gegründet wurde die Online-Zeitung von den Herausgebern des schon seit 1996 bestehenden norwegischen Äquivalents Nettavisen.no. Neben der Herausgabe der Internetzeitung betätigt sich die Netzeitung auch als Nachrichtenlieferant für eine Reihe von Radiosendern im Sinne kompletter Nachrichtensendungen. Nach eigenen Angaben hat die Netzeitung 1,075 Millionen Visits mit rund 20,6 Millionen Seitenaufrufen pro Monat (Stand: April 2005) und ist das meistzitierte Onlinemedium 2005.

Inhaltsverzeichnis

Chronik

Im Frühjahr 2000 begannen Mitarbeiter von Nettavisen mit dem Aufbau der Redaktionen in Berlin und Frankfurt am Main. Im Sommer 2000 wurde der frühere Chefredakteur der Berliner Zeitung und des Stern, Michael Maier, als Chefredakteur der Netzeitung verpflichtet. Das Nachrichtenangebot wurde im September 2000 für die Öffentlichkeit freigeschaltet, offizieller Start war der 8. November 2000.

In die Startphase fiel bereits der erste Eigentümerwechsel der Zeitung. Die ursprüngliche Muttergesellschaft, das skandinavische Internet-Portal Spray Network, wurde im Herbst 2000 von Lycos Europe übernommen. Am 1. Juli 2002 wechselte die Netzeitung von Lycos zur Fachverlagsgruppe BertelsmannSpringer. Nachdem diese von der Bertelsmann AG 2003 an eine englische Beteiligungsgesellschaft veräußert worden war, wurde die Netzeitung zum 1. März 2003 über ein Management-Buy-out Tochter der Netzeitungs Beteiligungs GmbH. Geschäftsführende Gesellschafter wurden Michael Maier und Ralf-Dieter Brunowsky. Ende Juni 2005 übernahm schließlich das norwegische Verlagshaus Orkla Media die Netzeitung zu 100 Prozent.

Ende 2005 bewarb sich die Netzeitung um die Berliner Rundfunkfrequenz 100,6 Mhz, um dort ein informationsorientiertes Programm zu senden. Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg vergab schließlich die Frequenz sowohl an die Netzeitung als auch an Motor FM mit der Auflage, dass beide Anbieter kooperieren. Der Sender 100,6 Motor FM nahm am 1. Februar 2006 seinen Betrieb mit einer Mischung aus Musik- und journalistisch geprägten Wortprogramm.

Am 11. Mai 2006 gab die Netzeitung bekannt, dass sie ihre Leser stärker journalistisch einbeziehen und ein Projekt des so genannten Bürgerjournalismus starten wolle. Das an die südkoreanische Online-Zeitung OhmyNews angelehnte Projekt startete am 1. Juni 2006 unter dem Namen „Readers Edition“ für einen geschlossenen Benutzerkreis und wurde fünf Tage später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ende 2006 verließ Maier die Netzeitung: Er wolle sich vollkommen auf Web-2.0-Projekte konzentrieren. Seine neue Firma Blogform Verlags GmbH kaufte die „Readers Edition“. Neue Chefredakteure der Netzeitung wurden Michael Angele, vormals Feuilletonredakteur bei der NZ, und Matthias Ehlert.[1] Am 1. August 2007 löste Domenika Ahlrichs die Doppelspitze in der Chefredaktion ab.[2]

Im Juni 2007 übernahm die BV Deutsche Zeitungsholding alle Anteile an der NZ Netzeitung Beteiligungs GmbH, zu der neben Netzeitung.de auch verschiedene andere Netzportale gehören. Die Beteiligung an 100,6 Motor FM wird zeitgleich mit dem Erwerb der Netzeitung-Gruppe an die Plattform für regionale Musikwirtschaft weiter veräußert. Die Kooperation zwischen der "Netzeitung" und dem Sender soll jedoch auch weiterhin erhalten bleiben[3].

Am 14. Februar 2008 wurde ein neues Layout, ein neues Logo und eine neue Rubrik (Ansichtssache) eingeführt.

Geschäftsfelder

Nach dem Zusammenbruch der „New Economy-Blase“ hatte es auch die Netzeitung schwer, sich am Markt behaupten zu können. Neben der klassischen Einnahmequelle Werbung (Werbebanner, Pop-ups) und Abonnement (personalisierte Startseite, SMS-Benachrichtigungsdienst) mussten neue Geldquellen gefunden werden. So beliefert die Redaktion der Netzeitung seit Dezember 2004 die nachrichtlichen Inhalte der Teletexte von ProSiebenSat1 (Sat1, N24, Pro7 und Kabel1). Außerdem werden seit Februar 2005 die multimedialen Inhalte von N24 (n24.de, N24-Text und Infoscreens) von der Netzeitung geliefert. Seit Anfang 2006 betreibt die Netzeitung zusammen mit Motor FM die nach der Insolvenz von "HUNDERT,6" neu ausgeschriebene Berliner UKW-Frequenz 100,6 MHz unter dem Namen 100,6 Motor FM. Am 28. April 2006 wurde durch die Medienanstalt Berlin-Brandenburg die Frequenz endgültig an das Konsortium Motor FM/Netzeitung vergeben.

Zudem wurde die Sparte Auto & Technik ausgegliedert und in die neu gegründete Firma „NZ Autoportal GmbH“ überführt. Zur Netzeitung-Gruppe gehören auch das IT-Nachrichtenportal Golem.de, das Gesundheitsportal Netdoktor.de und das Automobilportal Autogazette.de. [4]

Redaktion

Die Netzeitung beschäftigt eigene Redakteure für die Bereiche Politik (und Vermischtes), Wirtschaft, Sport, Entertainment, Kultur, Reise, Medien, Wissenschaft und Internet. Als Nachrichtenquellen dienen der Online-Zeitung im Wesentlichen die großen Nachrichtenagenturen dpa, AP und epd sowie deren Bilderdienste. Die entsprechenden Agenturmeldungen werden in der Regel umformuliert und mit zusätzlichen Informationen angereichert veröffentlicht. Darüber hinaus werden Meldungen auch auf diversen Internet-Nachrichtenseiten recherchiert. Der Bereich Eigenrecherche soll weiter ausgebaut werden. Nach eigenen Angaben gehört die Netzeitung inzwischen zu den meistzitierten deutschen Nachrichtenmedien. 2003 wurde die tägliche Medienkolumne Altpapier für den Grimme Online Award nominiert.

Quellenangaben

  1. Offizielle Mitteilung der Netzeitung zum Wechsel der Chefredaktion
  2. Netzeitung stellt sich neu auf
  3. Pressebericht von dwdl.de
  4. heise-online: Deutsche Zeitungsholding kauft Netzeitung