HeidelbergCement
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HeidelbergCement

HeidelbergCement AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006047004
Gründung 1874
Unternehmenssitz Heidelberg, Deutschland
Unternehmensleitung

Dr. Bernd Scheifele (Vorstandsvorsitzender)

Mitarbeiter 67.916 (2008)
Umsatz 10,862 Mrd. € (2007)
Branche Baustoffe
Website www.heidelbergcement.com

Die HeidelbergCement AG ist ein börsennotierter deutscher Baustoffkonzern mit Sitz in Heidelberg. Mit der Übernahme von Hanson im Jahr 2007 ist das Unternehmen der größte Zuschlagstoff- und der viertgrößte Zementhersteller weltweit geworden. Im Jahr 2007 erzielte das Unternehmen bei einem Umsatz von 10,862 Mrd. Euro einen Nettogewinn von 2,119 Mrd. Euro. Das Unternehmen ist mehr als in 50 Ländern vertreten und beschäftigt rund 68.000 Mitarbeiter weltweit an 2.800 Standorten. Die Zementkapazität des Unternehmens beträgt 120 Mio. t.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die HeidelbergCement geht zurück auf die in Heidelberg gelegene Bergheimer Mühle, welche am 3. Januar 1873 in einem Konkursverfahren von dem aus Mosbach stammenden Bierbrauer Johann Philipp Schifferdecker erworben und zu einer Zementfabrik umgerüstet wurde.

Am 5. Juni 1874 wird die Fabrik als OHG unter dem Namen Portland-Cement-Werk, Heidelberg, Schifferdecker & Söhne ins Handelsregister eingetragen, 1875 beginnt die Zementproduktion.

Am 18. März 1889 wird das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, es beginnt eine Phase der starken Expansion u.a. durch den Bau neuer Zementfabriken. 1901 fusioniert das Heidelberger Portland-Cement-Werk mit der Mannheimer Portland-Cement-Fabrik AG zur Portland-Cement-Fabrik AG Heidelberg und Mannheim AG.

Bis 1938 wurden zahlreiche weitere Zement-Unternehmen und Steinbrüche akquiriert und das Unternehmen durch verschiedene Fusionen erweitert. Nun firmierte das Unternehmen unter Portland-Zementwerke Heidelberg Aktiengesellschaft. 1959 steigt das Unternehmen auch in die Transportbetonbranche ein. 1977 expandiert das Unternehmen nach Nordamerika und gründet dort Tochtergesellschaften. Nun werden auch weitere Branchen des Baustoffhandels erschlossen (Baustoffchemie, Dämmsysteme).

1978 wird der Name des Unternehmens in Heidelberger Zement Aktiengesellschaft umgewandelt.

1993 Erwerb von 42,4 % der belgischen S.A. Cimenteries CBR, die 1999 komplett übernommen wird. In den 1990ern wird das Unternehmen zusehends internationalisiert, insbesondere durch Expansion nach Ostasien. Ebenfalls 1999 wurde der schwedische Baustoffhersteller Scancem übernommen. Ab 2001 wurde schrittweise der indonesische Zementhersteller Indocement unter Mithilfe der WestLB übernommen. 2002 wird das Unternehmen in HeidelbergCement umbenannt.

Im Mai 2007 kündigt der Konzern die Übernahme des britischen Baustoffkonzerns Hanson für GBP 9,5 Mrd. (14,0 Mrd. Euro) an, die bis dato grösste Übernahme im Baustoffsektor. Für die Finanzierung dieser Übernahme, platziert der Konzern im Juni 2007 seine 35% Beteiligung an dem französischen Zementhersteller Vicat für einen Erlös von ca. 1 Mrd. Euro und im August 2007 wird die Baustoff-Tochter Maxit an den französischen Wettbewerber Saint-Gobain für 2,13 Mrd. Euro verkauft.

Zementkartell

Im Jahr 2000 haben insgesamt 29 ehemalige Kunden, vertreten durch die belgische Aktiengesellschaft Cartel Damage Claims (CDC), eine Sammelklage vor Gericht, verbunden mit einer Forderung von mindestens 113 Mio Euro Schadenersatz für die angeblich überhöhten Preise, eingereicht. Laut der Klägerforderung sei ein Schaden von mehr als 150 Millionen Euro entstanden. CDC wirft dabei dem Marktführer HeidelbergCement sowie den Firmen Schwenk Zement, Lafarge, Dyckerhoff, Cemex und Holcim vor, zwischen 1993 und 2001 als Kartell das Preisniveau in Deutschland entscheidend bestimmt zu haben und somit auch die Baupreise künstlich auf einem hohen Niveau gehalten zu haben. 2004 wurde die HeidelbergCement AG als einer der Hauptakteure im damals vom Bundeskartellamt aufgedeckten sogenannten Zementkartell mit einer Geldbuße von 252 Mio. Euro belegt. Dagegen hat das Unternehmen Rechtsmittel eingelegt. Zu beachten ist dabei, dass das Unternehmen bereits im Jahr 2000 mit einer Geldstrafe von ca. 3,5 Mio € belegt wurde, weil es bereits seit 1983 mit 41 europäischen Zementfirmen aus 14 EU-Ländern sowie der Schweiz und Norwegen den europäischen Zementmarkt aufgeteilt hatte, und sich gegenseitigen Verzicht auf die nationalen Marktgebiete erklärt hatten. Diese Vereinbarungen wurden nach Überzeugung des damaligen EU-Wettbewerbskommissars Karel van Miert, auch nach 1994 weiter geführt.

Wesentliche Beteiligungen

Das Unternehmen verfügt über mehrere Beteiligungen. Diese sind unter anderen:

Geschäftsfelder

Im Bereich Zement bietet HeidelbergCement Normalzemente, Sonderzemente beispielsweise für Wasserbauwerke und für den Kläranlagenbau sowie Spezialbindemittel und Umwelttechnik für den Deponiebau und die Altlastensanierung an. Weitere Geschäftsfelder sind Zuschlagsstoffe wie Sand und Kies, Betonprodukte und Kalkprodukte.

Eigentümerstruktur

Über die Spohn Cement GmbH hält die Familie Merckle (siehe auch Ratiopharm, Phoenix Group) aus Blaubeuren 60,59 % der Aktien. Adolf Merckle, das Familienoberhaupt, hält gesondert weitere 17,98 % der Aktien (davon 17,78 % über die VEM Vermögensverwaltung GmbH). Die Schwenk Beteiligungen GmbH & Co KG, Ulm hält 7,2 % der Aktien (nachdem 2004 das Aktienpaket der Allianz AG übernommen wurde). Der Rest der Aktien (14,23 %) befindet sich im Streubesitz. Stand nach Kapitalerhöhung und Umstrukturierung 2007.

Quellen