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Wilfried Lieck

Wilfried Lieck (* 29. Oktober 1945 in Aalborg, Dänemark) ist ein erfolgreicher deutscher Tischtennisspieler. Er wurde 5 mal deutscher Meister im Einzel sowie Europameister im Mixed. Bei der Weltmeisterschaft 1969 und der Europameisterschaft 1980 erreichte er mit der Herrenmannschaft das Finale.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Lieck begann mit dem Tischtennissport als Jugendlicher beim Post SV Bochum. 1962 wechselte er zum SV Moltkeplatz Essen. Im gleichen Jahr gewann Lieck mit seinem langjährigen Doppelpartner Walter Dahlmann erstmals die deutsche Jugendmeisterschaft im Doppel. Ab 1965/66 stellten sich dann auch erste Erfolge im Seniorenbereich ein. Betreut wurde Wilfried Lieck von Bernie Vossebein.

Liecks Stärke lag im Blockspiel, d.h. er stand nahe am Tisch und blockte die Angriffsbälle des Gegners mit Vor- und Rückhand ab. Seine Topspinbälle zeichneten sich weder durch enormen Spin noch durch hohes Tempo aus, wurden aber aus dem Handgelenk nahezu ansatzlos geschlagen, so dass der gegnerische Spieler die Richtung der Bälle erst sehr spät erkennen konnte.

Zwischen 1967 und 1985 bestritt Lieck 148 Länderspiele für Deutschland. Nach der Europameisterschaft 1986 erklärte er den Rücktritt aus der Nationalmannschaft.[1]

1970 wurde er erstmals deutscher Meister. In Frankfurt gewann er das Endspiel gegen Eberhard Schöler, der bis dahin 8 mal die deutsche Meisterschaft errang. Dies läutete das Ende der Ära Schöler ein. Zwar verlor Lieck im folgenden Jahr noch einmal im Endspiel gegen Schöler, aber bereits 1972 revanchierte er sich und wurde zum zweiten Mal Meister. Diesen Titel holte er nochmals in den Jahren 1973, 1975 und 1976.

Bei der Weltmeisterschaft in München 1969 unterlag Lieck im Endspiel mit der Herrenmannschaft an der Seite von Eberhard Schöler und Bernt Jansen mit 3:5 gegen Titelverteidiger Japan und gewann die Silbermedaille.

Aufsehen erregte er nochmals bei der Europameisterschaft 1978 in Duisburg. Hier wurde er zusammen mit Wiebke Hendriksen Europameister im Mixed. Bei den TT-Europameisterschaften 1980 in Bern errang er zusammen mit Peter Stellwag und Jochen Leiß die Silbermedaille im Mannschaftswettbewerb.

Bei der Deutschen Meisterschaft 1993 in Münster trat er - ein Novum - mit seinem Sohn im Doppel an.[2]

In der Saison 2007/2008 spielte Wilfried Lieck - mit nunmehr 62 Jahren - noch immer in der Regionalliga mit seinem Verein TTC Altena. Die Mannschaft stieg am Ende der Saison in die 2. Bundesliga auf. In der Spielzeit 2008/2009 wird Wilfried Lieck - mit dann 63 Jahren - noch einmal in der Bundesliga antreten, bedingt durch 3 Neuzugänge dann allerdings „nur“ als Ersatzmann.

Ehrungen

Bei der WM 1977 in Birmingham erhielt Lieck den Richard Bergmann Fair Play Award für sein faires Verhalten im Spiel gegen Stellan Bengtsson: Als es im fünften Satz 18:20 stand, zählte der Schiedsrichter fälschlicherweise einen Kantenball als Punkt für Lieck. Lieck korrigierte diese Fehlentscheidung und verlor dadurch diesen Satz mit 21:18.[3]

1985 überreichte der NRW-Kultusminister Hans Schwier Wilfried Lieck die Sportplakette des Landes Nordrhein-Westfalen.[4]

Privat

Von Beruf ist Wilfried Lieck Lehrer. Er lebt in Lüdenscheid mit seiner Familie: Frau Rita und Sohn Stefan (* 17. Februar 1975), [5] der von 1994 bis 1998 mit Altena in der Bundesliga spielte.

Erfolge

Literatur

Referenzen

  1. Zeitschrift DTS, 1986/5 S.20
  2. Zeitschrift DTS, 1993/3 S.10
  3. Zeitschrift DTS, 1977/8 S.5
  4. Zeitschrift DTS, 1985/5 S.46
  5. Zeitschrift DTS, 1988/8 S.31
Personendaten
Lieck, Wilfried
deutscher Tischtennisspieler
29. Oktober 1945
Aalborg, Dänemark