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Staffelung (Flugbetrieb)

Unter einer Staffelung (auch: Separation) (engl. seperation, traffic resolution) versteht man die Lenkung von Flugzeugen mit dem Ziel ausreichend Sicherheitsabstand zwischen den einzelnen Luftfahrzeugen herzustellen.

Inhaltsverzeichnis

Radarstaffelung

In der Regel sind dafür Radar-Fluglotsen verantwortlich, die per Funk den Piloten entsprechende Anweisungen erteilen. Den Piloten werden Kurse und Flughöhen zugewiesen. Man spricht dann auch von Radarstaffelung, da die Bewertung aufgrund von Radardaten erfolgt.

Nicht jedes Flugzeug wird von Fluglotsen gestaffelt. Dies hängt davon ab, ob sich das Flugzeug in kontrolliertem oder unkontrolliertem Luftraum befindet und ob der Flug nach Instrumentenflugregeln (IFR) oder nach Sichtflugregeln (VFR) durchgeführt wird (vgl. hierzu Luftraumstruktur)

Allgemein gelten in Deutschland folgende Werte für Radarstaffelung zwischen zwei Flugzeugen:

Es gibt noch die sogenannte Wirbelschleppenstaffelung. Da Wirbelschleppen vor allem von der Flugzeugmasse abhängig sind, bedeutet dies für die Lotsen, dass sie einen erhöhten Abstand einhalten müssen, wenn ein schweres Flugzeug vor einem leichten herfliegt. So ist zwischen einem Jumbo und einer Cessna 172 ein Abstand von mindestens 6 NM einzuhalten, während ungefähr gleich große Flugzeuge nur 3 NM Abstand einhalten sollten.

ICAO Mindeststaffelungsabstände

Flugzeug-Gewichtskategorien:

Radarstaffelung

Die Radarstaffelung muss mindestens 2,5 NM im Endanflug betragen, ansonst 3 NM. Voraussetzung dabei ist, dass keine schwerere Kategorie vor einer leichteren Kategorie fliegt. Erlaubt ist also die Anflugfolge: L-L, M-M, L-M, L-H, M-H

Bei Heavy hinter Heavy (H-H) muss ein Abstand von 4nm eingehalten werden.

Wirbelschleppenstaffelung

Zwei Flugzeuge der Gewichtskategorie heavy (H-H) müssen wegen der Wirbelschleppen einen Minimalabstand von 4 NM einhalten.

Eigenverantwortliche Staffelung

Der Fluglotse kann die Staffelungsverpflichtung auf den Luftfahrzeugführer (IFR) übertragen, wenn dieser damit einverstanden ist. Man kann dies während Stoßzeiten an großen Verkehrsflughäfen beobachten. Der Pilot darf bei guter Sicht am Tage dann den Mindestabstand auf eigene Verantwortung unterschreiten, womit die Anzahl gleichzeitig anfliegender Flugzeuge erhöht wird. VFR-Flieger haben sowieso die Verpflichtung ihre Staffelung selbständig sicherzustellen.

Dazu wird der IFR-Pilot erst von der Flugsicherung gefragt, ob er das andere Flugzeug sehen kann, bevor ihm die Verantwortung für die Staffelung übergeben wird. Allerdings hat es schon Unfälle gegeben, weil der Pilot zwar ein Flugzeug sah und einen ausreichenden Abstand dazu einhielt, es sich aber fälschlicherweise um ein drittes Flugzeug handelte, das noch weiter weg war.

Die Höhenstaffelung kann ein Pilot bei entgegenkommenden Flugzeugen nur schwer abschätzen. Ein Flugzeug, dass auf den Piloten zugeflogen kommt, lässt sich nur schwer einschätzen, ob es auf gleicher Flughöhe entgegenkommt oder völlig ungefährlich 1000 ft (ca. 300m) tiefer auf Kollisionskurs fliegt. Als Faustregel gilt, dass ein Flugzeug, das in Höhe der Horizontlinie fliegt auf der gleichen Flughöhe wie das eigene Flugzeug fliegt.

Folgen mangelnder Staffelung

Wird die Staffelung nicht eingehalten, sei aufgrund von Piloten- oder Lotsenfehlern, können die Folgen von Beinahezusammenstößen bis zum Zusammenprall reichen, auch wenn weitere Sicherungssysteme, wie z.B. TCAS Zusammenstöße verhindern sollten.

Das schwerste Flugzeugunglück über Deutschland in neuerer Zeit, war sicher der Zusammenstoß eines russisches Passagierflugzeug vom Typ Tupolew Tu-154 und einer Frachtmaschine der DHL vom Typ Boeing 757 in 11.000 m Höhe über dem Bodensee bei Überlingen am 1. Juli 2002; siehe auch Bashkirian-Airlines-Flug 2937.