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Berlin-Heinersdorf

Heinersdorf
Ortsteil von Berlin

Buch Blankenfelde Rosenthal Wilhelmsruh Französisch Buchholz Karow Niederschönhausen Blankenburg Stadtrandsiedlung Malchow Heinersdorf Pankow Weißensee Prenzlauer Berg
Koordinaten 52° 34′ 1″ N, 13° 26′ 24″ O7Koordinaten: 52° 34′ 1″ N, 13° 26′ 24″ O
Einwohner 6492 (30. Juni 2007)
Postleitzahl 13089
Ortsteilnummer 0304
Verwaltungsbezirk Pankow
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg

Heinersdorf war bis zur Bildung Groß-Berlins 1920 eine selbstständige Landgemeinde im Norden Berlins, die mit 1006 Einwohnern als Ortsteil Berlin-Heinersdorf zum neuen Bezirk Pankow eingemeindet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Heinersdorf wurde 1319 erstmals urkundlich erwähnt, als es für 150 Mark brandenburgischen Silbers als Hinriksdorf von Markgraf Woldemar an das Heiligengeisthospital in Berlin verkauft wurde.[1] Danach wechselte es mehrfach den Besitzer.

Entlang der Bahnlinie nach Bernau bei Berlin entstand seit etwa 1900 nach Norden hin eine Ortserweiterung in offener Bauweise mit Siedlungshäusern. Der historische Dorfkern um die Kirche blieb weitgehend erhalten. 1890 wurde der städtische Friedhof angelegt und von der zunehmenden Zahl der Heinersdorfer Einwohner genutzt. Hier befindet sich auch eine Sammelgrabanlage für Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft, bemerkenswert ist das Grab des Senffabrikanten Tinius.

Nachdem Heinersdorf 1920 in den neuen Bezirk Pankow eingemeindet wurde, kam es 1985 zusammen mit Blankenburg und Karow zum Bezirk Weißensee. Im Rahmen der Bezirksfusion 2001 kam es mit der Ortsteilnummer 0304 wieder zum Großbezirk Pankow.

Politik

Im Frühjahr 2006 erregte die Absicht der Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik Deutschland e.V. öffentliche Aufmerksamkeit, auf einem von ihr erworbenen Grundstück in der Tiniusstraße die Chadidscha-Moschee zu errichten. [2] Es ist nach 1923 der zweite Versuch der Ahmadiyya-Gemeinde, in Berlin eine Moschee zu errichten. Da hinsichtlich des Baurechts keine Versagungsgründe vorlagen, hat das Bezirksamt den Bauvorbescheid positiv beschieden. Gegen das Vorhaben gründete sich eine Bürgerinitiative [3] und verschiedene Gruppen, insbesondere die lokale CDU-Organisation, aber auch die NPD organisierten Protestmärsche, wogegen es andererseits Proteste seitens linker Gruppen gab. Initiativen der Bürgerinitiative, ein Bürgerbegehren gegen den Moscheebau einzuleiten, wurden vom Bezirksamt als unzulässig zurückgewiesen.

Als Reaktion auf die Bürgerproteste in Heinersdorf gründete sich im November 2006 eine Initiative [4], deren Ziel es ist, für ein toleranteres und lebenswerteres Heinersdorf zu werben. Nachdem das Bezirksamt Ende Dezember 2006 die Baugenehmigung erteilte, wurde am 2. Januar 2007 der Grundstein für die Moschee gelegt. Ebenfalls als Reaktion auf die gemeinsamen anti-islamischen Proteste von Pankower Bürgern und Neonazis gründete sich Mitte 2006 das Heinersdorf-Bündnis „Kein Raum dem Rassismus“. [5]

Verkehr

Der Bahnhof Berlin-Pankow Heinersdorf (mit dem Kürzel BPHD) an der Stettiner Bahn wurde am 1. Oktober 1893 eröffnet, seit dem 8. August 1924 erfolgt hier elektrischer S-Bahn-Betrieb. Das an den Bahnhof angrenzende Bahnbetriebswerk mit Wasserturm und Ringlokschuppen wurde Ende der 1990er-Jahre stillgelegt.

Seit August 1911 gibt es eine Straßenbahn in Heinersdorf. Diese verkehrte zunächst von der Kronprinzenstraße (heute Romain-Rolland-Straße) zur Uckermarkstraße in Schöneberg-Linie 72. Ab 1920 verkehrte sie als Linie 73 von Heinersdorf zum Dönhoffplatz in Mitte.

Heute verkehrt die Straßenbahn als MetroTram der Linie M2 von Heinersdorf zum Alexanderplatz.[6]

Sehenswürdigkeiten

Persönlichkeiten in oder aus Heinersdorf

Sonstiges

Literatur

Einzelnachweise

  1. luise-berlin.de
  2. Größe der Khadija-Moschee: 2 × 170 m² (Gebetsraum), d. h. 250 Plätze für Männer und 250 Plätze für Frauen.
  3. Interessengemeinschaft Pankower und Heinersdorfer Bürger (IPAHB)
  4. Heinersdorf, öffne Dich! - Eine Initiative für Heinersdorf
    http://www.moscheebau-in-berlin.de
  5. heinersdorf-buendnis
  6. Chronik der Heinersdorfer Kirchengemeinde; Johannes und Eberhard Krätschell: Chronik von Berlin-Heinersdorf; BVG)
 Commons: Berlin-Heinersdorf – Bilder, Videos und Audiodateien