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Esslingen am Neckar

Dieser Artikel behandelt die Stadt Esslingen am Neckar. Andere Orte namens Esslingen siehe Esslingen (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 48° 44′ N, 9° 19′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Esslingen
Höhe: 241 m ü. NN
Fläche: 46,43 km²
Einwohner: 91.758 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 1976 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 73728–73734 (alt: 7300)
Vorwahl: 0711
Kfz-Kennzeichen: ES
Gemeindeschlüssel: 08 1 16 019
Stadtgliederung: Kernstadt und 23 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Rathausplatz 2
73728 Esslingen
Webpräsenz:
www.esslingen.de
Oberbürgermeister: Jürgen Zieger (SPD)

Esslingen am Neckar [ˈɛsˌlɪŋən] (bis 16. Oktober 1964 amtlich Eßlingen am Neckar) ist eine Stadt etwa 14 Kilometer ostsüdöstlich der Stadtmitte Stuttgarts am Neckar. Esslingen ist eine Große Kreisstadt und zugleich die größte Mittelstadt Baden-Württembergs. Sie ist Sitz des Landratsamtes und größte Stadt des Landkreises Esslingen. Für die umliegenden Gemeinden bildet Esslingen ein Mittelzentrum.

Esslingen ist Station am baden-württembergischen Abschnitt der Deutschen Fachwerkstraße.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Esslingen am Neckar liegt an einer Engstelle des Neckartals südöstlich von Stuttgart. Der Fluss durchquert das Stadtgebiet von Südosten nach Nordwesten, wobei die Altstadt nördlich davon liegt. Aus der Gemeinde Altbach kommend, berührt der Neckar zunächst den Stadtteil Zell und verlässt das Stadtgebiet zwischen den Stadtteilen Mettingen und Weil in Richtung Stuttgart. Esslingen am Neckar reicht im Osten in die Höhe des Schurwaldes, im Süden reichen die Ausläufer bis zur Filderebene.

Esslingen hat eine Gemarkungsfläche von 4643 Hektar. Davon bestehen 1193 Hektar aus Wald und 112 Hektar aus Gewässern. Auf 93 Hektar werden Weinreben angebaut. 1662 Hektar sind bebaute Grundstücke, auf denen die etwa 90.000 Einwohner leben, mit Straßen, Plätzen, Wegen und Eisenbahn. Die Stadt erstreckt sich über eine Höhenlage von 230 Meter im Neckartal bis 498 Meter im Schurwald.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Esslingen am Neckar, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt: Kernen im Remstal (Rems-Murr-Kreis), Aichwald, Baltmannsweiler, Plochingen, Altbach, Deizisau, Denkendorf und Ostfildern (alle Landkreis Esslingen) sowie Stuttgart (Stadtkreis).

Stadtgliederung

Die Stadt besteht aus folgenden 25 Stadtteilen: Berkheim, Brühl, Hegensberg, Hohenkreuz, Stadtmitte, Kennenburg, Kimmichsweiler, Krummenacker, Liebersbronn, Mettingen, Neckarhalde, Oberesslingen, Obertal, Pliensauvorstadt, Rüdern, Serach, Sankt Bernhardt, Sirnau, Sulzgries, Wäldenbronn, Weil, Wiflingshausen, Zell, Zollberg, Oberhof.

Raumplanung

Esslingen ist ein Mittelzentrum innerhalb der Region Stuttgart, deren Oberzentrum die Stadt Stuttgart ist. Zum Mittelbereich Esslingen gehören noch die Städte und Gemeinden im Norden des Landkreises, im Einzelnen: Aichwald, Altbach, Baltmannsweiler, Deizisau, Denkendorf, Hochdorf, Lichtenwald, Neuhausen auf den Fildern, Ostfildern, Plochingen, Reichenbach an der Fils und Wernau.

Geschichte

Überblick

Die ersten menschlichen Siedlungsspuren stammen etwa von 1000 v. Chr. Zum ersten Mal wurde Esslingen 777 urkundlich erwähnt, als Abt Fulrad von Saint-Denis die Cella nomine Ezelinga dem Reichskloster Saint Denis bei Paris vermachte.

Vom 13. Jahrhundert bis zum 16. Jahrhundert kam es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen der freien Reichsstadt Esslingen und den Württembergern. Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 kam etwa die Hälfte der Bevölkerung durch Hunger und Seuchen um. Der 6. September 1802 besiegelte das Ende der Unabhängigkeit Esslingens, als die Stadt im Zuge mehrerer Friedensschlüsse von württembergischem Militär in Besitz genommen wurde.

Der Anfang des 19. Jahrhunderts in Esslingen war geprägt von der Industrialisierung. In der Stadt wurden eine Handschuhindustrie, das Esslinger Nahrungsmittelgewerbe, eine Textilindustrie und die Metallindustrie gegründet. Am 20. November 1845 fuhr die erste Eisenbahn von Cannstatt nach Esslingen.

1933 wurde der Gemeinderat von Esslingen im Zuge der Gleichschaltung von den Nationalsozialisten aufgelöst. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen etwa 47.000 Personen (überwiegend Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten) zu. Es entstanden Siedlungen in Oberesslingen und auf dem Zollberg, um die Wohnungsnot zu lindern.

1973 wurde Esslingen am Neckar der Sitz des neuen, um den Landkreis Nürtingen erweiterten Landkreises Esslingen.

Esslingen am Neckar hat Stadttürme aus dem Mittelalter, eine „Burg“ (eigentlich die Reste der früheren Stadtbefestigung mit „Dickem Turm“) und eine Altstadt mit Jahrhunderte alten Fachwerk- und Steinhäusern, die von einer wechselhaften Geschichte zeugen.

Am Hafenmarkt steht Deutschlands älteste zusammenhängende Fachwerkhäuserzeile aus dem 14. Jahrhundert.

Die Anfänge (Urgeschichte)

Durch archäologische Funde wird eine dauernde Besiedlung im heutigen Stadtgebiet von Esslingen seit der Jungsteinzeit belegt. Von 1000 v. Chr. gibt es unter der heutigen Stadtkirche menschliche Siedlungsspuren. Aus der La-Tène-Zeit ist bei Esslingen eine Viereckschanze bekannt. (Lit.: Gersbach)

Römerzeit

Im ersten Jahrhundert nach Christus wurde der Esslinger Raum Teil des Römischen Reichs. In dieser Zeit stand auf dem Gebiet von Oberesslingen ein römischer Gutshof. Die nächsten größeren Siedlungen waren Cannstatt und Köngen (Grinario).

Völkerwanderungs- und Merowingerzeit

Aus nachrömischer Zeit fehlen im Neckartal um Esslingen bisher frühalemannische Funde, die auf den Fildern durchaus vorhanden sind. Aus Rüdern stammen einige Funde, die auf ein reiches Grab mit östlichen Einflüssen, wie etwa einem Satz dreiflügeliger Pfeilspitzen hinweisen. Der Ortsname auf -ingen deutet auf einen Personenverband, für den ein Mann namens Hezzilo oder Hetsilo als Grundherr oder Familienoberhaupt eine prägende Rolle spielte. Dieser Name blieb zusammen mit -ingen der Name des Dorfes und später auch der Stadt.

Im 6. Jahrhundert wurden die Alemannen von den Merowingern unter König Chlodwig I. unterworfen und das Gebiet fiel an die Merowinger. Die Alemannen übernahmen jedoch auch unter fränkischer Oberherrschaft Verwaltungsaufgaben und bildeten ein Herzogtum im Frankenreich. Im 8. Jahrhundert versuchten sie wieder eine selbständige Herrschaft herzustellen. Der Versuch scheiterte 746 bei Cannstatt. Mit dem anschließenden Blutgericht wurde das Ende des alemannischen Herzogtums markiert.

In einer forschungsgeschichtlich bedeutenden archäologischen Grabung konnten durch Günter Fehring die Reste der Vitalis-Cella unter der Kirche St. Dionysius ergraben werden. Siedlungsbelege im Umfeld der Cella reichen bis in die späte Merowingerzeit. Älter sind die Reihengräberfelder in Oberesslingen und Sirnau. (Lit.: Geschichte)

Esslingens urkundliche Bestätigung und Aufstieg

Die erste urkundliche Erwähnung Esslingens stammt aus dem Jahr 777. Abt Fulrad von Saint-Denis vermachte die Cella nomine Ezelinga, die er vorher von einem alemannischen Adeligen mit dem Namen Hafti bekommen hatte, zusammen mit den Gebeinen des Märtyrers Vitalis für den Fall seines Todes dem merowingischen Reichskloster Saint Denis bei Paris. Das Kloster ließ nach dem Tod des Abtes (784) die sterblichen Überreste von Vitalis aus Italien überführen. Danach entwickelte sich Esslingen zu einem stark besuchten Pilgerort. Um 800 erhält Esslingen das Marktrecht wohl um die Einnahmen des Klosters und die Versorgung der Pilger zu sichern.

Etwa von 950 bis 1050 war Esslingen Münzprägestätte. Aus dieser Zeit existieren nur wenige Aufzeichnungen. (Lit.: Fehring u.a. 1995)

Die Staufer an der Macht

Im 12. Jahrhundert war das Gebiet in der Hand der Staufer. Friedrich I. Barbarossa übertrug im Jahre 1181 seinem Stellvertreter in Esslingen politische und rechtliche Aufgaben die das Umland betrafen und machte spätestens damit Esslingen zur Reichslandstadt.

Am 30. Dezember 1213 schenkte Kaiser Friedrich II. die Esslinger Stadtkirche St. Dionys mit dem gegenüber liegenden Pfleghof dem Domkapitel Speyer. Im 13. Jahrhundert wurde in Esslingen mit dem Bau vieler großer Gebäude begonnen. Klöster wurden gebaut, die Brücke über den Neckar stammt aus dieser Zeit und die Kirche St. Vitalis wurde ausgebaut. 1229 wurde in einer Schenkung an das Kloster Salem erstmals das Esslinger Stadtrecht und das Amt des Schultheiß genannt.

Mit dem Reichtum kamen im 13. Jahrhundert die Bettelorden in die Stadt. Sie predigten Armut und Buße und kümmerten sich um das Seelenheil der Stadtbevölkerung. Die Dominikaner, Franziskaner und Karmeliter erhielten schon bald bedeutende Schenkungen und Nachlässe, mit denen sie im Stadtgebiet Klöster und Kirchen errichteten.

Stadtarchäologische Untersuchungen haben zum Aufstieg der Stadt in der Stauferzeit wichtige Quellen erschlossen. (Lit.: Geschichte)

Streit mit Württemberg

1246 kämpfte Esslingen im Gegensatz zu Graf Ulrich I. von Württemberg in der Schlacht bei Frankfurt auf der Seite der Staufer. Damit begann ein jahrhundertelanger Streit mit den Württembergern.

1312 unterwarf sich Stuttgart neben anderen Städten Württembergs dem Reich und der Stadt Esslingen.

1448 bis 1454 führten Zollstreitigkeiten mit Graf Ulrich V. von Württemberg zum großen Städtekrieg, der von den Württembergern gewonnen wurde.

1473 schlossen Esslingen und die Grafen von Württemberg einen Vertrag, der die Esslinger von Steuern auf ihre in der Grafschaft gelegenen Besitztümern befreite. Der Vertrag hatte Bestand bis zum Verlust der Reichsunmittelbarkeit.

Bereits 1472/73, kurz nach dem Tod von Johannes Gutenberg, eröffnete Conrad Feyner mit der Esslinger Offizin die erste Druckerei von Esslingen.

1519 fanden die letzten Kämpfe zwischen Esslingen und Württemberg statt und setzten den politischen Ambitionen der Stadt ein Ende.

Reformation

Der erste evangelische Pfarrer wurde in Esslingen 1526 angestellt. Ab 1531 wurde die freie Predigt zugelassen und der Reformator Ambrosius Blarer eingestellt. 1532 wurde in einem Bildersturm die Innenausstattung der Kirchen zerstört. 1531 trat Esslingen dem Schmalkaldischen Bund der Protestanten bei. Als der darauf folgende Krieg gegen Karl V. verloren war, musste in der Stadt ab 1548 wieder die Lesung der Messe geduldet werden. 1551 wurden in Esslingen jedoch schon wieder evangelische Gottesdienste abgehalten.

Der Dreißigjährige Krieg

Im Dreißigjährigen Krieg von 1618 bis 1648 kam etwa die Hälfte der Bevölkerung durch Hunger und Seuchen um. Finanziell war die Stadt ausgeblutet. Im Westfälischen Frieden behielt Esslingen seine Selbständigkeit.

Der Pfälzische Erbfolgekrieg

Bereits 1688 folgte mit dem Pfälzischen Erbfolgekrieg die nächste Auseinandersetzung. Die Stadt wurde von Truppen des französischen Generals Mélac besetzt. Daraufhin verloren die Bürger ihren Unternehmungsgeist und der Pietismus bekam großen Zulauf.

Esslingen verliert die Unabhängigkeit

1701 zerstörte ein Stadtbrand große Teile von Esslingen.

Der 6. September 1802 besiegelte das Ende der Unabhängigkeit Esslingens, als die Stadt im Zuge mehrerer Friedensschlüsse von württembergischem Militär in Besitz genommen wurde. Am 23. November des gleichen Jahres folgte die Zivilinbesitznahme. Esslingen wurde Sitz eines Oberamts.

Industrialisierung

Der Anfang des 19. Jahrhunderts war in Esslingen geprägt von der Industrialisierung. In der Stadt wurden eine Handschuhindustrie, das Esslinger Nahrungsmittelgewerbe, eine Textilindustrie und die Metallindustrie gegründet.

Bei Beginn des Eisenbahnbaus in Württemberg wurde Esslingen Endstation des ersten Bauprojekts, der Zentralbahn Ludwigsburg–Stuttgart–Esslingen. Der erste Zug erreichte Esslingen (von Cannstatt aus) am 20. November 1845. Der Esslinger Zweig der Zentralbahn wurde wenig später in Richtung Ulm ausgebaut, wobei das erste Teilstück Esslingen–Plochingen am 14. Dezember 1846 eingeweiht wurde. Der Ausbau der Eisenbahn durch das Königreich Württemberg führte zur Gründung der Maschinenfabrik Esslingen.

Durch die Industrialisierung veränderte sich Mitte des 19. Jahrhunderts das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Gegensätze wurden stärker und führten 1848 während der Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes zur Gründung des ersten Arbeitervereins in Esslingen durch August Hochberger.

1826 wurde in der Kaisheimer Kelter Deutschlands erste Sektkellerei als „G. C. Kessler & Compagnie“ gegründet.

1865 entstand am linken Neckarufer die Pliensauvorstadt.

1869 wurde in Esslingen der erste gewerkschaftliche Verband der Textilarbeiter in Württemberg gegründet. Die Stadt wurde bis zum Ersten Weltkrieg Hochburg der württembergischen Arbeiterbewegung.

1894 wurde das erste Arbeitsamt Deutschlands in Esslingen gebaut.

Nach dem Ersten Weltkrieg

Am 9. November 1918 kam es zu Demonstrationen der Arbeiter. Es wurde ein Arbeiter- und Soldatenrat gewählt. 1919 übernahmen kommunistische Arbeiter die Stadt. Ein Militäreinsatz der Stuttgarter Regierung kostete 16 Menschenleben und erzwang die Rückkehr zur Ruhe.

1922 bildete sich in Esslingen bereits eine Ortsgruppe der NSDAP.

Esslingen unter dem Nationalsozialismus

1933 wurde der Gemeinderat von Esslingen im Zuge der Gleichschaltung von den Nationalsozialisten aufgelöst. 1935 wurde Esslingen am Neckar aufgrund der Deutschen Gemeindeordnung zum „Stadtkreis“ erklärt.

1938 wurde im Zuge der Verwaltungsreform das bisherige Oberamt Esslingen in den Landkreis Esslingen überführt und um einige Gebiete vergrößert. Vor allem kamen einige Gemeinden auf den Fildern (bisher Amtsoberamt Stuttgart) und im Schurwald (bisher Oberamt Schorndorf) zum Kreisgebiet.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge im Heppächer geschändet. Jüdische Mitbürger wurden zur Vernichtung in den Osten deportiert.

Seit dem 1. Januar 1939 wird der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen, ein Eigenbetrieb nach Paragraph 103 der Gemeindeordnung, auf Rechnung der Stadt Esslingen geführt.

Am 22. April 1945 wurde Esslingen von US-amerikanischen Soldaten besetzt. Die Stadt hat den Zweiten Weltkrieg ohne größere Schäden überstanden.

Nachkriegszeit – Esslingen wächst

Esslingen wurde nach der neuen Gemeindeordnung zur „unmittelbaren Kreisstadt“ erklärt.

Bis 1947 zogen etwa 47.000 Personen (überwiegend Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten) in die Stadt zu. Durch Siedlungen in Oberesslingen und auf dem Zollberg wurde die Wohnungsnot gemildert. In Oberesslingen, Sirnau und Zell entstanden neue Industriegebiete. So wurde das starke Wachstum der Stadt ermöglicht.

Da die Stadt bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts mehr als 20.000 Einwohner hatte und auch „unmittelbare Kreisstadt“ war, wurde Esslingen am Neckar mit Inkrafttreten der baden-württembergischen Gemeindeordnung am 1. April 1956 kraft Gesetzes zur Großen Kreisstadt erklärt.

Als die Arbeitsnachfrage in den 60er und 70er Jahren groß war, wurden viele südeuropäische Arbeitnehmer nach Esslingen geholt.

Die Neckarbrücken Esslingens und die Ringstraßen Ost und Nord wurden in den 60er Jahren gebaut.

Am 13. Juni 1961 rückte Esslingen in der Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit, als unweit des Hauptbahnhofs zwei Züge frontal zusammenprallten. Bei diesem Unglück verloren 35 Menschen ihr Leben. Siehe auch bei Katastrophen im Schienenverkehr.

Am 1. Januar 1973 wurde Esslingen am Neckar Sitz des vor allem um das Gebiet des bisherigen Landkreises Nürtingen vergrößerten Landkreises Esslingen.

Am 1. Mai 1974 wurde Berkheim eingemeindet. Zuvor hatten Bürgermeister Wilhelm Deuschle (Berkheim) und Oberbürgermeister Eberhard Klapproth (Esslingen) den Eingliederungsvertrag unterzeichnet. Damit wurde auch die so genannte unechte Teilortswahl eingeführt, womit gewährleistet wurde, dass immer eine festgelegte Anzahl Berkheimer in den Esslinger Gemeinderat einzog. Im Vertrag wurde auch aufgenommen, dass im Rathaus von Berkheim eine eigene Ortsverwaltung erhalten bleibt.

Am 1. Juli 1974 folgte die Eingemeindung von Zell am Neckar, wobei sich der Vertrag am Berkheimer Modell orientierte.

Esslingen war nach dem Krieg unter den größeren schwäbischen Städten die Stadt mit dem höchsten KPD-Anteil. Auch nach dem Verbot der KPD 1956 war Esslingen Ort intensiver linker Tätigkeit.

1978 fand in Esslingen zum ersten Mal ein Weihnachtsmarkt statt.

1979 fanden in Esslingen die Heimattage Baden-Württemberg statt.

1995 stiftete Esslingen den Theodor-Haecker-Preis für politischen Mut und Aufrichtigkeit.

1997 ist der Esslinger Weihnachtsmarkt zum ersten Mal auch Mittelaltermarkt.

14. September 2002. Die Esslinger Bahnhofstraße wird zur Fußgängerzone und zieht mit Cafés, großen Einkaufszentren, mehreren Lokalen und kleinen Läden Leute aus der ganzen Region an.

15. September 2005: Das neue Kultur- und Kongresszentrum Neckar Forum mit Hotel wird mit einem Festakt mit Ansprache des Ministerpräsidenten Günther Oettinger eröffnet.

Blick von der Burg über Esslingen

Einwohnerentwicklung

Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Esslingen am Neckar

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wuchs die Bevölkerung der Stadt sehr schnell. Lebten 1803 erst 7.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1900 bereits 27.000. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg führten die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten innerhalb eines Jahres zu einem Anstieg der Einwohnerzahl um 15.000 Personen auf 65.000 im Oktober 1946. Im Jahre 1974 erreichte die Bevölkerungszahl auf Grund der Eingemeindung von Berkheim und Zell mit 97.029 ihren historischen Höchststand. 2004 lag der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung nach Angaben der Stadtverwaltung bei 20,5 Prozent (18.304 Personen). Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Esslingen nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg 92.261 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern). Damit ist Esslingen momentan die zehntgrößte Stadt in Baden-Württemberg.

Eingemeindungen

Viele der heutigen 24 Stadtteile Esslingens gehören schon seit dem 14. Jahrhundert als Filialort zum Stadtgebiet Esslingen, teilweise hatte die Orte jedoch einen eigenen Unterschultheiß. Lediglich folgende Orte beziehungsweise Gemarkungen wurden im 20. Jahrhundert in die Stadt eingemeindet:

Die Konfessionen

Münster St. Paul und Kielmeyerhaus

Hauptartikel: Religionen in Esslingen

Etwa 39 Prozent (35.100) der Einwohner Esslingens sind evangelisch und rund 27 Prozent (24.300) katholisch. Daneben gibt es unter anderem auch eine griechisch-orthodoxe Gemeinde, Moslems, Juden und viele weitere Gemeinden in der Stadt. Esslingen hat traditionell Präsenzen vieler bibeltreuer Bewegungen wie Christadelphian. Als Esslingen im Jahr 777 zum ersten Mal erwähnt wurde, gehörte die Kirche des Orts dem Abt Fulrad von Saint-Denis. Später kamen Bettelorden in die Stadt. Unter anderen predigten Dominikaner, Franziskaner und Karmeliter in Esslingen.

Der erste evangelische Pfarrer wurde in Esslingen 1526 angestellt. Ab 1531 wurde die freie Predigt zugelassen und der Reformator Ambrosius Blarer eingestellt. 1532 wurde in einem Bildersturm die Innenausstattung der Kirchen zerstört.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge im Heppächer geschändet. Jüdische Mitbürger wurden zur Vernichtung in den Osten deportiert.

Nach mehrjährigen Verhandlungen wurde 2004 der Bau einer Moschee genehmigt.

Politik

Bürgermeister

An der Spitze der Reichsstadt Esslingen standen teilweise mehrere Bürgermeister und der Rat. Die Mitgliederzahl veränderte sich mehrmals. Ab 1748 gab es nur noch zwei Bürgermeister. In württembergischer Zeit trug das Stadtoberhaupt die Bezeichnung „Stadtschultheiß“, seit 1930 Bürgermeister und mit der Erhebung zur Großen Kreisstadt am 1. April 1956 lautet die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von den Wahlberechtigten auf 8 Jahre direkt gewählt (nächste Wahl 2014). Er ist Vorsitzender des Gemeinderats. Seit 1. März 1998 (wiedergewählt am 8. Oktober 2006) hat der Architekt, Stadtplaner, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Jürgen Zieger (SPD) das Amt des Oberbürgermeisters inne und leitet somit die allgemeine Verwaltung (Dezernat I).

Vom Gemeinderat werden drei Beigeordnete als allgemeine Stellvertreter des Oberbürgermeisters gewählt. Diese sind im Augenblick als Erster Bürgermeister Wilfried Wallbrecht, der den technischen Bereich (Dezernat II) leitet, Bürgermeister Bertram Schiebel in der Finanzverwaltung (Dezernat III) und Bürgermeister Markus Raab für das Ordnungs-, Sozial-, Kultur- und Schulwesen (Dezernat IV).

Stadtoberhäupter von Esslingen seit 1803

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 40 Sitze. Die CDU ist seit 2004 mit 13 Sitzen die stärkste Partei. Die SPD hat elf Sitze, die FUW acht. Bündnis 90/Die Grünen sind mit fünf Sitzen vertreten, die Die Republikaner mit einen Sitz. Die Freie Demokratische Partei hat ebenso wie die Fortschrittlich-Überparteilich-Rege FÜR Esslingen einen Sitz.

Wahlen 2004

Stimmzettel 2004
Wahlergebnisse der Gemeinderatswahlen
24. Oktober 1999 13. Juni 2004
Partei 1999 Sitze Partei 2004 Sitze
CDU 34,0 % 15 CDU 31,5 % 13
SPD 31,8 % 14 SPD 25,7 % 11
FUW 17,1 % 7 FUW 18,4 % 8
Grüne 9,6 % 4 Grüne 13,7 % 5
REP 4,8 % 2 REP 4,5 % 1
FDP 2,7 % 1 FDP 3,7 % 1
      FÜR Esslingen 2,63 % 1
Wahlbeteiligung
49,03 % 49,44 %

Die letzte Wahl zum Gemeinderat (lila Stimmzettel) fand gleichzeitig mit der Europawahl 2004 (grauer Stimmzettel), der Wahl des Kreistages des Landkreises Esslingen (grüner Stimmzettel) und der Wahl der Regionalversammlung (orangefarbener Stimmzettel) am 13. Juni 2004 statt. In den Stadtteilen Zell und Berkheim konnte zum letzten Mal auch der Ortschaftsrat gewählt werden.

Der Esslinger Gemeinderat hat 40 Sitze. Deshalb hatte jeder Wahlberechtigte 40 Stimmen. Zur Wahl standen folgende 7 Parteien (Personenzahl): CDU (40), SPD (40), FW (40), REP (21), FDP (30), GRÜNE (40), Für Esslingen (36).

Nach 1999 durften sich zum zweiten Mal auch rund 6.200 nichtdeutsche EU-Bürger(innen) in Esslingen am Neckar an den Gemeinderats- und Kreistagswahlen beteiligen. Zum ersten Mal waren auch die Bürger(innen) aus den zehn neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Zypern dabei.

Im Bundestag wird Esslingen als Teil des Wahlkreises Esslingen von Markus Grübel und Karin Roth vertreten.

Wappen

Das Wappen der Stadt Esslingen am Neckar zeigt in Gold einen rot bewehrten, schwarzen Adler mit einem von Grün und Rot gespaltenen Brustschild, darin die schwarzen Großbuchstaben C und E.

Das Wappentier ist der reichsstädtische Adler. Die Buchstaben CE stehen für Civitas Esslingensis. Das Siegel mit dem Wappen wurde erstmals 1219 erwähnt. Der früheste noch erhaltene Siegelabdruck ist aus dem Jahr 1232. Nachdem anfangs nur ein Adler abgebildet war, wurde später zur Unterscheidung von anderen Reichsstädten der Brustschild hinzugefügt. Dessen Farben sind der Tracht der Stadtmiliz entnommen, wie sie seit dem 15. Jahrhundert getragen wurde, wobei diese anfänglich grün-braun waren. Aus dem Wappen leiten sich auch die Stadtfarben von Esslingen grün und rot ab. Die Stadtflagge wurde 1601 festgelegt. Die Buchstaben im Brustschild wurden erst im 17. Jahrhundert aufgenommen.

Über das Dienstsiegel hinaus wird der Adler insbesondere auf amtlichen Bekanntmachungen, Stellenausschreibungen, städtischen Fahnen, Urkunden oder als Abzeichen auf Uniformen (beispielsweise der Freiwilligen Feuerwehr Esslingen oder dem gemeindlichen Vollzugsdienst) verwendet. Darüber hinaus werden der Adler und das Logo der Stadt bei städtischen Druckerzeugnissen und Veröffentlichungen gemeinsam verwendet. Auf städtischem Geschäftspapier ist der Adler mit einer Helligkeit von 10 % großformatig hinterlegt.

Städtepartnerschaften

Esslingen am Neckar hat derzeit (Februar 2007) zehn Partnerstädte:

1971 erhielt Esslingen die Ehrenfahne des Europarates.

Am 7. Januar 2004 erhielt Esslingen die Ehrenplakette des Europarates für „herausragende Leistungen zur Förderung des europäischen Gedankens“ im Zusammenhang mit den zehn Städtepartnerschaften. Sie wurde auf dem Neujahrsempfang dem Oberbürgermeister Jürgen Zieger stellvertretend für die gesamte Esslinger Bürgerschaft überreicht.

Patenschaft

1979 wurde die Patenschaft für die vertriebenen Deutschen aus der Stadt und dem Kreis Krummau an der Moldau übernommen.

Gemeindefinanzen

Nach der Kommunalabfrage 2007 des Bundes der Steuerzahler Baden-Württemberg stehen städtischen Steuereinnahmen von insgesamt 101,946 Mio. Euro 2006 und geschätzten Steuereinnahmen für 2007 von insgesamt 106,655 Mio. Euro folgende Schulden der Kommune gegenüber:

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Unternehmen der Stadt sind hauptsächlich in den Branchen Dienstleistungen, Elektroindustrie, Fahrzeugbau, Maschinenbau, Medien und Verlage und Pneumatik tätig und stellen in Esslingen etwa 56.000 Arbeitsplätze zur Verfügung.

Die Bezirkskammern Esslingen und Nürtingen der IHK Region Stuttgart fusionierten am 1. Januar 2005. Seither hat die Bezirkskammer mit 25.000 Mitgliedern Platz zwei innerhalb der IHK Region Stuttgart eingenommen und ein größeres Mitspracherecht in der Vollversammlung. Ein weiterer Grund für die Fusion waren Kosteneinsparungen.

Medien

In Esslingen erscheint als Tageszeitung die Eßlinger Zeitung. Der Verlags- und Druckereibetrieb Bechtle mit Sitz im Stadtteil Oberesslingen gibt neben der Eßlinger Zeitung auch die Cannstatter Zeitung und die Untertürkheimer Zeitung heraus. Im Haus entsteht auch die Stuttgarter Ausgabe von Bild, des Weiteren druckt Bechtle die gesamte baden-württembergische Auflage von Bild und Bild am Sonntag.

Das monatliche Stadtmagazin es-presso dient als Veranstaltungskalender und Magazin für eine Zielgruppe zwischen 18 und 35 Jahren.

Behörden, Gericht und Einrichtungen

Esslingen am Neckar ist Sitz des Landratsamts Esslingen und beherbergt somit die meisten Dienststellen des Kreises. Die Stadt verfügt auch über ein Finanzamt, ein Notariat und ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und Oberlandesgerichtsbezirk Stuttgart gehört. In Esslingen befindet sich auch eine Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, die dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg untersteht.

Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Esslingen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und des Dekanats Esslingen-Nürtingen des Bistums Rottenburg-Stuttgart.

Bekannte Unternehmen in Esslingen am Neckar

Verkehr

Etwa zehn Kilometer südwestlich der Stadt, auf der Gemarkung der Stadt Leinfelden-Echterdingen, befindet sich mit dem Flughafen Stuttgart, der größte und wichtigste Flughafen des Landes Baden-Württemberg. Eine Maschine der Lufthansa wurde nach Esslingen benannt. An der A 8 von Karlsruhe nach München gibt es kurz nach dem Flughafen die Anschlussstelle Esslingen.

Esslingen liegt auch direkt an der B 10, die von Stuttgart bis Göppingen vierspurig ausgebaut ist und weiter nach Ulm verläuft.

Die Stadt ist an das Schienennetz der Deutschen Bahn auf den Strecken Mosbach–Stuttgart–Ulm und Stuttgart–Tübingen angeschlossen.

Die Linie S1 der S-Bahn Stuttgart, die zwischen Plochingen und Herrenberg über Stuttgart pendelt, hält in Esslingen an folgenden vier Haltestellen: Mettingen, Esslingen (Neckar), Oberesslingen und Zell. Eine Verlängerung der Linie S1 nach Kirchheim unter Teck von Plochingen über Wernau (Neckar) und Wendlingen am Neckar ist geplant. Um den Umweg mit der S-Bahn über Stuttgart zum Flughafen zu umgehen, gibt es ab dem Esslinger ZOB eine Busverbindung (Linie 122) über Scharnhausen zum Flughafen.

Die Eßlinger Städtische Straßenbahn wurde am 24. Mai 1912 eingeweiht. Am 7. Juli 1944 stellte sie nach 32 Jahren den Betrieb ein und wurde durch Oberleitungsbusse ersetzt.

Der Städtische Verkehrsbetrieb Esslingen (SVE) befördert heute mit 41 Fahrzeugen jährlich etwa 8,5 Millionen Fahrgäste. Esslingen gehört zu den letzten drei deutschen Städten, in welchen noch Oberleitungsbusse verkehren, aktuell betreibt der SVE zwei Linien elektrisch:

Für diesen Betrieb stehen insgesamt neun Niederflur-Gelenk-Oberleitungsbusse der belgischen Firma Van Hool zur Verfügung. Darüber hinaus existiert vom mittlerweile ausgelaufenen Duo-Bus-Betrieb auf den Linien 119 und 120 noch ein Duo-Gelenkbus von Mercedes-Benz, der entweder elektrisch oder im Dieselbetrieb gefahren wird.

Am 18. Dezember 1926 wurde die Straßenbahn Esslingen–Nellingen–Denkendorf in Betrieb genommen. Sie war die letzte Straßenbahn in Deutschland, die vor der großen Stilllegungswelle eine Betriebsgenehmigung erhielt. Seitdem gab es nur noch die Genehmigung von Streckenverlängerungen.

Diese Straßenbahn musste eine fünf Kilometer lange Steilstrecke vom Neckartal zu den Orten auf der östlichen Filderebene überwinden. Sie transportierte zunächst insgesamt 153 Millionen Fahrgäste von Denkendorf und danach von Neuhausen bis Esslingen. 1958 bekam die Bahn zwei moderne Großraumzüge. Sie wurde im Februar 1978 stillgelegt.

Heute besteht der Esslinger Stadtverkehr aus 24 Buslinien, die vom SVE und den Privatunternehmen Fischle, Schefenacker und Schlienz betrieben werden.

Seit 1994 gibt es auch in Esslingen die Möglichkeit zum Car-Sharing. Im Sommer 2007 standen den etwa 180 Mitgliedern des VCD-Gemeinschaftsauto Esslingen e. V. 13 Fahrzeuge auf zehn Stellplätzen in Esslingen und Ostfildern zur Verfügung.

Zentraler Omnibusbahnhof und Südtangente

Für die nächsten Jahre ist ein größerer Umbau im Bereich des Bahnhofes mit Kosten in Höhe von insgesamt etwa 7,4 Millionen Euro geplant. Zwischen der Pliensaustraße und der Bahnhofstraße wird die so genannte Südtangente gebaut. Vom baden-württembergischen Umwelt- und Verkehrsministerium bekommt die Stadt dafür Fördergelder in einer Höhe von 4,9 Millionen Euro.

Kosten: 4,9 Millionen Euro.

Ver- und Entsorgung

Wasserversorgung

Die Stadtwerke Esslingen versorgen die Esslinger Bürger mit Trinkwasser. Das Wasser stammt zu etwa einem Viertel aus dem Bodensee, geliefert von der Bodensee-Wasserversorgung. Der Rest kommt aus dem Donauried und wird über die Landeswasserversorgung bezogen.

Das Abwasser aus dem Esslinger Stadtgebiet wird den Kläranlagen Esslingen-Zell und Stuttgart-Mühlhausen zugeführt.

Hausmüll: Wie viele andere Städte auch, gibt Esslingen zur Müllentsorgung für die Bürger einen Müllkalender heraus. In Esslingen gibt es für den Abfall getrennte Mülltonnen für Biomüll, Hausmüll und Papier. Die Biomülltonnen werden alle zwei Wochen geleert. Für Hausmüll kann man zwischen zwei- oder vier-wöchentlicher Abfuhr wählen. Verpackungen werden im Rahmen des Grünen Punktes in so genannten gelben Säcken gesammelt und alle zwei Wochen abgeholt. Das Papier wird alle vier Wochen abgeholt. Sperrmüll wird gegen Abgabe eines von zwei Gutscheinen jährlich kostenlos abgeholt. Man kann ihn auch selbst direkt zu einer Entsorgungsstation oder Deponie bringen. Bei den Entsorgungsstationen kann man zum Recycling auch seinen Elektronikschrott, Metallschrott und andere wieder verwertbare Stoffe wie Papier und Pappe, Grünschnitt, Polystyrol (Gelber Sack) und Glas kostenlos abgeben. Für Sondermüll wie zum Beispiel Leuchtstoffröhren, Lacke und Autopflegemittel gibt es besondere Problemstoffsammlungen. Daneben gibt es noch Altglas- und Altkleidercontainer. Einige Vereine führen auch Altpapier- und Altkleidersammlungen durch. Und manches gute Stück kann man auch bei den so genannten Warentauschtagen loswerden.

Gewerbemüll: Abfälle aus Betrieben in ähnlicher Menge und Art wie Hausmüll werden hausmüllähnliche gewerbliche Siedlungsabfälle zur Beseitigung genannt. Für diese sind so genannte Pflichtmülltonnen vorgeschrieben. Für Verkaufsverpackungen und Sondermüll haben Betriebe die Auswahl zwischen verschiedenen Anbietern.

Öffentliche Gebäude der Stadt Esslingen am Neckar

Bildung

In Esslingen gibt es neben Grund- und Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Sonderschulen auch eine Fachhochschule: Die Hochschule Esslingen, die 2006 aus der Fusion der Hochschule für Technik und der Hochschule für Sozialwesen entstand. Weiterhin beheimatet die Stadt die Hochschule für Kirchenmusik der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, einer Einrichtung der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Tübingen.

In Esslingen befinden sich vier öffentliche Gymnasien:

Daneben gibt es ein Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien) und das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf in der Nähe von Esslingen. Die Technische Akademie Esslingen (TAE) hat ihren Sitz seit 1976 in Ostfildern, unweit von Esslingen.

Das Berufsschulzentrum des Landkreises Esslingen in Esslingen-Zell umfasst drei selbständige Schulen: die Friedrich-Ebert-Schule (Technische Schule), die John-F.-Kennedy-Schule (Kaufmännische Schule) und die Käthe-Kollwitz-Schule (Hauswirtschaftliche Schule).

Weitere Bildungseinrichtungen in der Stadt sind die Musikschule, die Volkshochschule und die Freie Waldorfschule.

Siehe auch: öffentliche Gebäude der Stadt Esslingen am Neckar

Freizeit- und Sportanlagen

Eine der größten sportlichen Einrichtungen Esslingens ist das Eberhard-Bauer-Stadion in Weil. Daneben verfügt Esslingen auch über eine Kunsteisbahn, mehrere Sporthallen, Sportplätze und Tennisplätze. Eine große Ansammlung von Sportstätten (Tennis, Reiten, Leichtathletik, Fußball, Feldhockey, Radsport, Segelflug, Minigolf, Waldsportpfad, Waldspielplatz) findet sich auf der Schurwaldhöhe am nördlichen Rand der Stadtteile Liebersbronn bzw. Wiflingshausen (im Volksmund „auf dem Jägerhaus“).

Schwimmen kann man in der Innenstadt im Merkel’schen Schwimmbad, im städtischen Neckarfreibad und im Freibad und Hallenbad in Berkheim, außerdem betreibt der Schwimmsportverein Esslingen ein eigenes Freibad auf der Neckarinsel.

Siehe auch: öffentliche Gebäude der Stadt Esslingen am Neckar

Sport

Der TTC Esslingen spielte mit seiner Tischtennis-Herrenmannschaft in den Spielzeiten 1981/82, 1982/83 und 1992/93 in der 1.Bundesliga. Der bekannteste Spieler des Vereins war Europameister Dragutin Šurbek.

Basketball im Verein wird in Esslingen seit 1995 beim BV HELLAS Esslingen gespielt. Der Club engagiert sich vor allem in der Jugendarbeit. Die erste Herrenmannschaft spielt in der Landesliga des Bezirks III (Neckar/Rems) des Basketballverbandes Baden-Württemberg (BBW).

Der KSV Esslingen kämpft sowohl mit der Damen- als auch mit der Herrenmannschaft in der 1. Judo-Bundesliga.

Der SSV Esslingen spielt mit der Herrenmannschaft in der Deutschen Wasserball-Liga.

Siehe auch:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten der Stadt Esslingen am Neckar

Theater – Württembergische Landesbühne Esslingen (WLB)

1804 wurde in Esslingen am Ottilienplatz in der ehemaligen Aegidienkapelle die erste feste Bühne eingerichtet, auf der wohl zunächst nur einfache Stücke gespielt wurden. Sie hatte noch kein festes Ensemble. Das neue Schauspielhaus gibt es seit 1982. Neben dem Schauspielhaus in der Strohstraße gibt es noch das Studio am Blarerplatz für Kinder- und Jugendtheater und das Theater am Zollberg, das vor allem für kleinere Studioproduktionen genutzt wird. Gespielt werden zeitgenössische Stücke und Klassiker, Musicals und Stücke für Jugendliche und Kinder.

Museen

Ferner gibt es eine Vielzahl von Heimat-, Vereins- und Firmenmuseen.

Bauwerke

Siehe: Sehenswürdigkeiten der Stadt Esslingen am Neckar

Tag des offenen Denkmals 2008

Am 14. September 2008 ist Esslingen Ort der bundesweiten Eröffnung des Tags des offenen Denkmals. Unter dem Motto Vergangenheit aufgedeckt – Archäologie und Bauforschung wird in diesem Jahr der thematische Schwerpunkt auf Arbeit und Arbeitstechniken der Archäologie bei der Untersuchung und Erforschung alter Baudenkmale von der Steinzeit bis in die Neuzeit gelegt. Mehr als 70 Denkmale und archäologische Arbeitsstätten werden für Besucher geöffnet und bieten die Möglichkeit, an Führungen und Vorträgen teilzunehmen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Schmied
Färberei

Die größten Veranstaltungen in Esslingen sind

Vom städtischen Kulturreferat wird in jedem Jahr eine Veranstaltungsreihe organisiert um ein Thema aus unterschiedlichen Blickrichtungen zu beleuchten:

Bürgerfest und Schwörtag

Der Schwörtag mit dem anschließenden Bürgerfest findet jedes Jahr am ersten Wochenende im Juli statt. In den Straßen und auf den Plätzen wird Musik gemacht, Vereine organisieren Vorführungen und bieten Speisen und Getränke an. Samstags findet der größte Flohmarkt Esslingens mit hunderten von meist privaten Ständen statt.

Der Schwörtag war von 1392 bis 1801 das wichtigste Ereignis von Esslingen. In einem feierlichen Rechtsakt wurden die Rechte zwischen Gemeinde und Magistrat beschworen. Aus dem Statutenbuch, dem „größten öffentlichen Heiligtum der Gemeinde“, wurde vorgelesen. Bürgermeister, Rat und Bürgerschaft gelobten sich gegenseitig Treue und Gehorsam und bekräftigten das mit einem Schwur. Damit verbunden war immer ein großes Volksfest, das Menschen aus ganz Schwaben anzog.

Esslinger Weihnachts- und Mittelaltermarkt

An zahlreichen Ständen werden jedes Jahr im Dezember auf dem Marktplatz von Händlern wie vor vielen hundert Jahren die Waren angepriesen. Die Fachwerkhäuser mit dem alten und dem neuen Rathaus in der Umgebung verleihen dem Spektakel eine einzigartige Atmosphäre. Es werden alte Handwerkstechniken gezeigt. Der Esslinger Mittelaltermarkt ist in den letzten Jahren zur Attraktion für Touristen aus Baden-Württemberg und den umliegenden Ländern geworden.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Die Stadt Esslingen am Neckar hat bislang neun Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen (Liste noch nicht vollständig):

Söhne und Töchter der Stadt

Sonstige Persönlichkeiten der Stadt

Kulinarische Spezialitäten

Der Esslinger Weinbau hat eine lange Tradition. Bereits 778 gab es in der Gegend Weingärten. Esslingen exportierte den Wein schon im Mittelalter bis ins Elsass und nach Bayern. Im Jahr 1901 wurde die erste Genossenschaft der Stadt gegründet. 1970 schlossen sich die drei Genossenschaften Esslingen, Sulzgries und Mettingen zu einer zusammen, die heute 167 Mitglieder hat.

Auf einer Fläche von 80 Hektar werden über 20 Rebsorten angebaut. Davon befinden sich etwa 30 Hektar auf den südlichen Terrassen am Neckar. Die kleinste Württemberger Einzellage Esslinger Burg bringt besonders gehegte Weine hervor.

Den Hauptanteil am Esslinger Sortiment bildet mit etwa 70 Prozent der Rotwein. Bis zum Jahrgang 2002 war 30 Jahre lang auf den Flaschen der Reichsadler der Stadt Esslingen zu sehen.

Siehe auch: Württemberg (Weinbaugebiet) und Württemberger Weinstraße.

Sonstiges

In der lokalen Mundart wird die Stadt [ˈeslẽŋə] ausgesprochen.

Literatur

Geschichte

Allgemeines

 Commons: Esslingen am Neckar – Bilder, Videos und Audiodateien
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