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Khartum

Dieser Artikel behandelt die Hauptstadt des Sudans. Für den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1966 siehe Khartoum (Film).
DEC
Lage von Khartum in Sudan

Khartum (arabisch الخرطوم‎ al-Chartūm, DMG al-Ḫarṭūm, dt. der Elefantenrüssel, englische, mittlerweile auch vom Duden verwendete[1] Schreibweise Khartoum) ist die Hauptstadt der Republik Sudan und des Bundesstaates al-Chartum.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die Stadt liegt am Zusammenfluss des Weißen Nils mit dem Blauen Nil.

Bevölkerung

Khartum hat 2.207.794 Einwohner in der eigentlichen Stadt und in der Agglomeration mit Omdurman und al-Chartum Bahri 8.363.915 Einwohner (Berechnung 2007). Damit ist Khartum die viertgrößte Agglomeration in Afrika.

Bevölkerungsentwicklung:

Jahr Einwohner[2]
Stadt Agglomeration
1907 (k.A.)[3] 69.349 k.A.
1956 (k.A.) 93.100 245.800
1973 (Zensus) 333.906 748.300
1983 (Zensus) 476.218 1.340.646
1993 (Zensus) 947.483 2.919.773
2007 (Berechnung) 2.207.794 8.363.915

Geschichte

Frühe Geschichte

Khartum wurde 1820 von den Ägyptern unter Mehemed Ali als Militärlager gegründet. Bald darauf siedelten sich Einheimische an, um den Handel mit den Ägyptern zu intensivieren. Nach dem Sturz des alten Handelszentrums Schandi konzentrierte sich der Handel Sudans in Khartum, das nun den gesamten Handel mit Elfenbein, Gummi, Tamarinden, Straußenfedern und Sklaven aus Zentralafrika mit dem Roten Meer vermittelte.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Khartum als zumeist aus elenden Lehmhäusern mit engen, krummen und schmutzigen Gassen beschrieben. Aus Ziegeln erbaut waren nur das große Haus des Gouverneurs, das einen weiten, mit Dattelpalmen geschmückten Vorplatz hatte, die 1847 gegründete österreichisch-apostolische Mission, die einzige Moschee, die koptische Kirche und einige Häuser der handeltreibenden Griechen und anderer Europäer, Levantiner und Araber. In der Stadt unterhielten Österreich-Ungarn und Großbritannien Konsulate und die Bevölkerung wird auf rund 50.000 Einwohner geschätzt, die zum allergrößten Teil aus Arabern bestand – daneben noch aus afrikanisch-stämmigen Sklaven, Levantinern, Griechen, Italienern, Franzosen und Briten.

Unter Ismail Pascha wurde die Stadt zur Hauptstadt Sudans und zum Sitz der Generalgouverneure (u.a. Baker Pascha, dann Gordon Pascha u. a.) erhoben.

Ab März 1884 wurde Khartum im Zuge des Mahdi-Aufstandes von den Anhängern Muhammad Ahmads belagert. Zwei Tage bevor die britischen Entsatztruppen eintrafen ließ der Mahdi am 26. Januar 1885 Khartum angreifen. Am Morgen traten 50.000 Mahdisten zum Angriff an, stürmten die Stadt und töteten Gordon Pascha, vermutlich im Gouverneurspalast. Der Mahdi gründete Khartum gegenüber, am westlichen Nilufer, in Omdurman, eine neue Hauptstadt. Unter seinem Nachfolger Abdallahi ibn Muhammad wurde Khartum endgültig aufgegeben und verwandelte sich zur Geisterstadt. Erst 1898, nach der Niederschlagung des Mahdiaufstandes durch den britischen Sirdar Kitchener, wurde die Stadt wieder aufgebaut.

Neuere Geschichte

In den 1970er und 1980er Jahren war Khartum das Ziel von hundert-tausenden Flüchtlingen, die Schutz vor den Konflikten in Tschad, Äthiopien und Uganda suchten. Diese siedelten sich in großen Slums in den Außenbezirken der Stadt an. Seit 1983 kamen dann auch viele Vertriebene aus Sudan selbst hinzu, als Folge des neu entbrannten Sezessionskrieges in Südsudan und des Darfur-Konfliktes.

Am 20. August 1998 wurde durch die Clinton-Regierung der USA die Bombardierung der Asch-Schifa-Arzneimittelfabrik im Administrationsbereich der Stadt al-Chartum Bahri veranlasst, da der Verdacht bestand, dort würden Komponenten für Chemiewaffen produziert.

Nach dem Tod von John Garang, dem Führer der SPLA, brachen am 1. und 2. August 2005 Unruhen in der Stadt aus, bei denen 75 Menschen ums Leben kamen und mehrere hundert verletzt wurden.

Infrastruktur

Bildung

Dies ist eine noch unvollständige Liste aller Hochschulen und Universitäten in Khartum:

Sehenswürdigkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Städtepartnerschaften

Siehe auch

Belege

  1. Duden, 24. Auflage 2006
  2. http://bevoelkerungsstatistik.de
  3. Encyclopedia Britannica von 1911: Band 15, Seite 773
  4. www.ammancity.gov.jo - Amman�s Relations with Other Cities
  5. Webseite der chin. Stadt Wuhan zur Städtepartnerschaft
  6. Turkish Press Review 12.10.2001 - MIRZAOGLU RECEIVES KHARTOUM GOVERNOR
  7. Ankara Büyükşehir Belediyesi Kardeş Şehirleri, Turkish & African cultural, social and economical co-opeartion association, abgerufen am 11. März 2008

Literatur

 Commons: Khartum – Bilder, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 15° 34' 48" N, 32° 31' 12" O