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Anried

Anried ist ein Ortsteil vom Markt Dinkelscherben im schwäbischen Landkreis Augsburg, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Ort liegt etwa 3 Kilometer westlich von Dinkelscherben inmitten des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder. Er liegt auf einer Höhe von 460 m ü. NN und hat 371 Einwohner.

Wappen

Das Anrieder Gemeindewappen versinnbildlicht die enge Bindung, die die beiden Geschlechter Schmucker und Fugger durch ihre langjährige Herrschaft in der Gemeinde eingegangen waren. Aus dem Wappen der Schmucker stammen der Sparren mit drei sechsstrahligen Sternen, in den Fuggerschen Farben Blau-Gold.

Das Staatsministerium des Innern gab am 22. März 1964 seine Zustimmung zum Gemeindewappen.

Geschichte

Anfänge

Anried ist als Rodesiedlung vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert entstanden.

Ortsname

Der Ortsname („Annenried“) wird erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt und leitet sich nach heutigen Erkenntnissen ab von dem Ried des Ano, wobei Ano ein Personenname ist und Ried soviel bedeutet, wie Sumpfgegend.

Frühe Herrschaft

In Anried befanden sich einst bischöflich Augsburgische und markgräflich Burgauische Lehengüter, der Grundbesitz sowie die Herrschaftsrechte verteilten sich auf verschiedene Inhaber. Um 1400 kam ein großer Teil von Anried und Engertshofen an die Augsburger Familie Schmucker. Die Familie Schmucker verkaufte 1544 den ganzen Besitz an die Fugger. Die Güter wurden der Herrschaft Mickhausen zugeteilt, gingen aber zusammen mit Ettelried im Jahre 1724 an die Fuggersche Familienstiftung über, die den Güterkomplex zu einer Herrschaft Ettelried und Anried zusammenfasste.

1757 wurde die Herrschaft "Ettelried und Anried" an Markus von Schnurbein veräußert. Vor dem Übergang an Bayern stand die Grundherrschaft in Anried den Freiherren von Schurbein, dem Hochstift und dem Domkapitel Augsburg zu, während sich die ersteren und der Bischof von Augsburg in die Landeshoheit teilten.

Bevölkerungsentwicklung

Nach dem Feuerstättenverzeichnis von 1492 hatte Anried 14 Herdstätten.

Um 1750 taucht Anried erstmals auf einer Landkarte auf. Diese wurde von Johann Lambert Kolleffel gezeichnet. Dort ist vermerkt, dass Anried und der Weiler "Engelshoffen" zusammen aus 36 Feuerstädten bestand.

Im Lexikon von Schwaben aus dem Jahre 1791 heißt es: Anried, kleines Dorf von 174 Seelen.

Nach dem Bericht des Pfarrers Anton Feichtenbeiner von Ettelried aus dem Jahre 1818 hatte Anried damals 1 Kirche, 36 Wohnhäuser und 175 Seelen. Diese verteilten sich auf 8 Bauernhöfe, 24 Sölden und 3 Gnadenhäusern. An Viehbestand wurden 30 Pferde, 85 Stück Rind, 87 Schafe, 38 Schweine und 4 Ziegen gezählt. Engertshofen hatte damals 7 Häuser: 3 Bauernhöfe und 4 Sölden mit insgesamt 45 Seelen.

Kirche St. Felizitas

Kirche

Die im 11. Jahrhundert gegründete Rodungssiedlung Anried besaß schon im Mittelalter eine Kirche. Diese Kirche, von der nur noch der spätgotische Turm erhalten ist, wurde 1493 neu geweiht. 1712 bekam der Turm ein neues Spitzdach und 1829 heißt es von diesem „Bau“, dass er „eher einer Kapelle als einer Kirche“ gleiche. So wurde die Kirche abgebrochen und im Jahr 1843 durch den jetzigen Bau ersetzt. Der größere Teil der einstigen Ausstattung (Altäre und Kanzel) stammte aus der Zeit um 1880.

Bei der letzten Renovierung im Jahre 1990 wurde die Pfarrkirche innen und außen renoviert. Der Turm, der heute über 100 Fledermäuse und ein Falkenpaar beherbergt, bekam ein komplett neues Spitzdach.

Hl. Felizitas

Schnitzfigur der Hl. Felizitas

aus dem Jahre 1505

Die bedeutsame Schnitzfigur aus der Ulmer Schnitzkunstschule der heiligen Felizitas und sieben Söhne, 500 Jahre alt, geht viel Gnade und Kraft für Generationen von Anriedern von dieser Darstellung der Heiligen aus. Die Figur ist ansonsten das ganze Jahr über als Herzstück im Diözesanmuseum St. Afra in Augsburg zu sehen. Nicht nur, dass Anried das einzige Patrozinium der heiligen Felizitas und ihrer sieben Söhne in der ganzen Diözese Augsburg hat. Die Diözese Augsburg hat 1100 Pfarreien und Filialen. Anried ist auch die einzige Pfarrei der Diözese, die eine eigene Schnitzfigur aus der Gotik besitzt.

Seit 1875 ist die Figur aus Gründen der Erhaltung in der Originalfassung im Maximilianmuseum zu Augsburg und ist 1997 in das Diözesanmuseum übergegangen. Die Figurengruppe der heiligen Felizitas und ihrer sieben Söhne ist ein wertvolles und kunsthistorisch bedeutsames Bindeglied im Diözesanmuseum zwischen Spätgotik und Renaissance.

Die alte Schule

Die alte Schule wird von den örtlichen Vereinen für Versammlungen und sonstige Veranstaltungen genützt. Für den Unterhalt ist der am 2. Oktober 1987 eigens gegründete Verein zur Erhaltung der Gaststätte Alten Schule zuständig.

Örtliche Vereine

Koordinaten: 48° 21' N, 10° 34' O