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FIDE

Die Fédération Internationale des Échecs (FIDE, französisch für Internationale Schachföderation), im deutschsprachigen Raum auch Weltschachbund genannt, ist die Dachorganisation der nationalen Verbände der Schachspieler.

Geschichte

Die Gründung der FIDE wurde am 20. Juli 1924 in Paris von Pierre Vincent bekannt gegeben. Die Delegierten von 14 Landesverbänden hatten vorher die Grundsätze festgelegt. Zugleich wurde ein Komitee gebildet, das die Statuten ausarbeiten sollte. Dieses bestand aus

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Argentinien, Belgien, England, Frankreich, Italien, Jugoslawien, Kanada, Niederlande, Polen, Rumänien, Schweiz, Spanien, Tschechoslowakei und Ungarn. Deutschland war als Folge des 1. Weltkrieges nicht eingeladen.

Die FIDE reglementiert seitdem die Spielregeln des Schachs. Außerdem vergibt sie die Titel eines Großmeisters, Internationalen Meisters, FIDE-Meisters und Candidate Master beiderlei Geschlechts. Seit 1970 berechnet sie die offizielle Elo-Weltrangliste.

Ihr Wahlspruch ist Gens una sumus (lat. Wir sind eine Familie).

Beginnend im Jahre 1927 wurde die Schacholympiade von ihr ausgerichtet. Seit 1948 veranstaltete die FIDE auch die offiziellen Schachweltmeisterschaften. Zuvor richtete die FIDE zwei sogenannte Amateurweltmeisterschaften aus, die von Hermanis Matisons (Paris 1924) und Max Euwe (Den Haag 1928) gewonnen wurden.

Die Übernahme der Ausrichtung der Weltmeisterschaften war der FIDE aus zwei Gründen erst nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges möglich:

  1. der Tod des amtierenden 4. Weltmeisters Alexander Aljechin 1946, der zu Lebzeiten keinerlei Interesse zeigte, seinen Titel an die FIDE abzutreten
  2. die Aufnahme des äußerst einflussreichen sowjetischen Schachverbandes nach 1945.

Für die notwendige Stabilität in den langen Qualifikationsetappen und bei der Durchführung des WM-Kampfes bürgte der starke sowjetische Schachverband, der auch tatsächlich bis 1972 alle Weltmeister stellte und die meisten WM-Kämpfe in der UdSSR ausführen konnte.

Mit dem Untergang der Sowjetunion verlor die FIDE einen starken Partner und bekam in der Folge Schwierigkeiten, WM-Kämpfe in einem wiederkehrenden Zyklus durchzuführen. Streitigkeiten mit dem 13. Weltmeister Garri Kasparow führten zu seinem Rückzug aus der FIDE und zu zwei konkurrierenden Weltmeisterschaften. Kasparow sah sich in einer direkten Linie mit dem 1. Weltmeister Wilhelm Steinitz, sein Wettkampfbezwinger Wladimir Kramnik bzw. Viswanathan Anand, der Sieger des WM-Turniers 2007, bei dem Kramnik nur Zweiter wurde, betrachten sich in dieser Kontinuität als 14. bzw. 15. Weltmeister.

Die FIDE richtete nach der Disqualifizierung Kasparows weiterhin Schachweltmeisterschaften ohne Beteiligung des damals Weltranglistenersten aus.

Der deutsche Mitgliedsverband ist der Deutsche Schachbund e.V.

Liste der FIDE-Präsidenten

Name von-bis Land
Alexander Rueb 1924-1949 Niederlande
Folke Rogard 1949-1970 Schweden
Max Euwe 1970-1978 Niederlande
Friðrik Ólafsson 1978-1982 Island
Florencio Campomanes 1982-1995 Philippinen
Kirsan Nikolajewitsch Iljumschinow seit 1995 Russland (Kalmückien)