Heim

Christiaan Barnard

Christiaan Neethling Barnard (* 8. November 1922 in Beaufort West, Südafrika; † 2. September 2001 in Paphos, Zypern) war ein südafrikanischer Herzchirurg und Pionier auf dem Gebiet der Herztransplantationen.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Barnard wuchs als einer von vier Söhnen einer mittellosen burischen Predigerfamilie in der südafrikanischen Kapprovinz in ärmlichen Verhältnissen auf. 1948 heiratete er Aletta Gertruida Louw, das Paar bekam eine Tochter und einen Sohn. Nach der Scheidung 1970 heiratete er Barbara Maria Zoellner, das Paar bekommt zwei Söhne. 1982 wird die Ehe geschieden. 1988 wurde Karin Setzkorn seine dritte Ehefrau, mit der er eine Tochter und einen Sohn hatte. 2000 wurde auch diese Ehe geschieden. Im Urlaub auf Zypern erlag Barnard 2001 einem Atemstillstand infolge eines asthmatischen Anfalls.

Ausbildung und Beruf

Wie sein Bruder Marius, der später in seinem Transplantationsteam arbeitete, besuchte Barnard die Highschool des Heimatorts und studierte an der Universität Kapstadt und der Universität von Minnesota Medizin. Er erhielt in den USA seine chirurgische Fachausbildung, operierte bei dem Herzchirurgen Clarence Walton Lillehei in Minneapolis am offenen Herzen und machte sich mit den neuesten Techniken der noch experimentellen Herztransplantation vertraut. Als Geschenk der amerikanischen Kollegen brachte er eine Herz-Lungen-Maschine mit, als er 1958 nach Südafrika zurückkehrte, um sich als praktischer Arzt in Kapstadt niederzulassen und am Groote Schuur Hospital zu arbeiten. Er wurde rasch chirurgischer Assistenzarzt und darauf Direktor der „Medical School“ der Universität Kapstadt. Im Alter von erst 40 Jahren wurde er zum Professor für Thoraxchirurgie berufen. Er führte rund eintausend Herzoperationen mit verschiedenen Techniken durch.

Mit einer modifizierten Methode der amerikanischen Kollegen führte der bis dahin kaum beachtete Barnard am 3. Dezember 1967 die weltweit erste erfolgreiche Herztransplantation durch.

1983 musste er das Operieren aufgeben, weil er an Arthritis erkrankte und insbesondere seine Hände betroffen waren. 1985 übernahm er eine wissenschaftliche Stellung am Herzzentrum in Oklahoma, USA.

Leistung

Am 3. Dezember 1967 leitete Christiaan Barnard das 31-köpfige Transplantationsteam, dem erstmals eine Herztransplantation am Menschen gelang. Dem Patienten, Louis Washkansky, wurde in einer fünfstündigen Operation im Groote-Schuur-Krankenhaus in Kapstadt das Herz der im Alter von 25 Jahren bei einem Autounfall tödlich verunglückten Denise Darvall verpflanzt. Die Operation war insofern erfolgreich, als Washkansky sie überlebte. Zur Verhinderung einer Abstoßungsreaktion seines Körpers auf das fremde Organ, wurden Washkanskys Immunkräfte weitestgehend außer Kraft gesetzt. So starb er nach 18 Tagen infolge eines Infekts an einer Lungenentzündung.

Der zweite Patient Dr.Philip Blaiberg wurde am 2. Januar 1968 operiert und lebte 19 Monate mit dem verpflanzten Herzen.

Ein wichtiges Mitglied von Barnards Team war auch der schwarze Südafrikaner Hamilton Naki, der erhebliche Beiträge zur Entwicklung der Operationstechnik leistete, welche jedoch aufgrund der Apartheid verschwiegen werden mussten.

1974 gelang Barnard der Nachweis, dass in der Brust des Menschen zwei Herzen schlagen können: Er führte die erste „Huckepack“-Herztransplantation (heterotope Transplantation) durch, eine sinnvolle Maßnahme um die Arbeit des neuen Herzens mit der Arbeit des alten Herzens zu unterstützen.

Barnard als Medienstar

Bereits sein erster Fernsehauftritt in Deutschland sorgte für Schlagzeilen, da Barnard mit einem bekannten Nacktmodell im Arm auf der Titelseite einer Illustrierten zu sehen war. Barnard war nun ein Medienstar und er genoss dieses Leben: Vorträge, Interviews und Talkshows, Audienz beim Papst, Filmparty mit Sophia Loren, Liebesaffäre mit Gina Lollobrigida, Empfang beim amerikanischen Präsidenten Lyndon B. Johnson, Rolls Royce, Parties auf Yachten, Studio 54 New York City, Monaco und Grace Kelly, Crazy Horse in Paris, Empfang beim Schah von Persien, Imelda Marcos, Freundschaft mit Peter Sellers, Autobiografie, Blitzlichtgewitter, Klatschspalten und auf den Titelseiten. Selbstkritisch geht Barnard in seiner Autobiografie „Das zweite Leben“ um und gesteht, dass sein Familienleben unter diesem Lebensstil litt. Seinen Beruf und seine Patienten aber vernachlässigte er nicht. Das Groote Schuur genoss Weltruf und zog internationale Patienten an.

Werke

Personendaten
Barnard, Christiaan Neethling
südafrikanischer Mediziner
8. November 1922
Beaufort West, Südafrika
2. September 2001
Paphos, Zypern