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Hans Heinrich Lammers

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Hans Heinrich Lammers (* 27. Mai 1879 in Lublinitz/Oberschlesien; † 4. Januar 1962 in Düsseldorf), war ein deutscher Jurist, während der Zeit des Nationalsozialismus Chef der Reichskanzlei und verurteilter Kriegsverbrecher.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Vor 1933

Nach Abschluss der evangelischen Fürstenschule in Pless studierte er in Breslau und Heidelberg Jura. Nach einjährigem Militärdienst trat er in den preußischen Justizdienst ein, 1901 legte er das Referendarsexamen ab und war als Universitätsassistent tätig, 1904 folgte die Promotion zum Dr. jur. über Die Rentenschuld des Bürgerlichen Gesetzbuchs und kurze Tätigkeit in einer Rechtsanwaltpraxis. 1906 wurde er Leutnant der Reserve, nach der großen Staatsprüfung 1907 Gerichtsassessor in Breslau und 1912 Landrichter in Beuthen (Oberschlesien). Am 29. April 1913 heiratete er in Gleiwitz Elfriede Tepel (1894–1945); sie hatten zwei Töchter (1914 und 1918 geboren). 1914 meldete er sich als Kriegsfreiwilliger und wurde Reserveoffizier im 4. Niederschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 51 in Breslau. 1917 wurde er schwer verwundet und verlor dabei das linke Auge, weshalb er dann als Verwaltungsoffizier (zuletzt Leiter der Finanzabteilung) beim kaiserlichen Generalgouvernement Warschau eingesetzt wurde. Ende 1920 wurde er ins Reichsministerium des Innern, Abteilung I berufen, 1921 wurde er Oberregierungsrat, 1922 Ministerialrat und Leiter des Verfassungsreferates in der Staatsrechtsabteilung. In dieser Funktion vertrat er das Reich in Prozessen gegen die Länder. 1925 fiel seine Rechtslastigkeit sozialdemokratischen Abgeordneten auf und 1928 wurde er vom sozialdemokratischen Minister Carl Severing gerügt, der in einem Zeitungsartikel bei Lammers eine „absichtliche Herabsetzung der Reichsverfassung“ sah. Dass auch Severings Vorgänger, der deutschnationale Walter von Keudell, Lammers bei Beförderungen übergangen hatte, wird als Grund für seinen Eintritt in die NSDAP im Februar 1932 angenommen. Als überzeugter Monarchist und nationalkonservativer Beamte war er zuvor Mitglied der DNVP bei und des Stahlhelmbundes gewesen.

Rolle im „Dritten Reich“

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 ernannte ihn Adolf Hitler zum Staatssekretär und Chef der Reichskanzlei. Lammers trat am 29. September 1933 in die SS ein und erhielt den Rang eines SS-Oberführers. Danach folgten die schrittweisen Beförderungen zum SS-Brigadeführer (20. April 1935), SS-Gruppenführer (30. Januar 1938) und SS-Obergruppenführer (20. April 1940). 1937 wurde er zum „Reichsminister und Chef der Reichskanzlei“ ernannt. Ab dem 30. November 1939 war er geschäftsführendes Mitglied des unter Görings Vorsitz stehenden Ministerrats für die Reichsverteidigung. Lammers war an der Aktion T4 beteiligt. Diese „Euthanasie“-Tarnorganisation hatte ihren Sitz in Berlin in der Tiergartenstraße 4.

Lammers organisierte zusammen mit den anderen „Sekretären“ Hitlers (Martin Bormann, Wilhelm Keitel, Otto Meißner) die praktischen Regierungsgeschäfte. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er im April 1945 verhaftet, als er den Versuch unterstützte, Hitler durch Göring zu ersetzen. Vor der von Hitler daraufhin angeordneten Erschießung durch die SS wurde er von amerikanischen Truppen gefangengenommen.

Mitgliedschaften

Auszeichnungen

Prozess und Haft

Am 8. und 9. April 1946 trat Lammers als Zeuge im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher auf. Im Wilhelmstraßen-Prozess gegen Mitarbeiter verschiedener Ministerien des nationalsozialistischen Deutschen Reiches wurde er am 11. April 1949 wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, u. a. der Mitwirkung an der Ermordung der europäischen Juden, vom IV. Alliierten Militärgericht zu 20 Jahren Haft verurteilt. Am 31. Januar 1951 wurde diese Strafe vom amerikanischen Hohen Kommissar John Jay McCloy auf 10 Jahre abgemildert; am 16. Dezember 1951 wurde er begnadigt und aus dem Gefängnis in Landsberg am Lech entlassen.

Werke

Literatur

Personendaten
Lammers, Hans-Heinrich
Jurist, Beamter und SS-Oberführer, wurde vor allem als Funktionär des NS-Staates bekannt
27. Mai 1879
Lublinitz/Oberschlesien
4. Januar 1962
Düsseldorf