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Bergbau

Als Bergbau bezeichnet man die Gewinnung mineralischer Rohstoffe aus einem Gesteinskörper der oberen Erdkruste.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Häufig geförderte Rohstoffe sind z. B.:

Die abzubauenden Stoffe befinden sich in einer Lagerstätte, deren Ausmaß und Lage heute meist durch geophysikalische Exploration untersucht wird. Doch sind von der Vorgeschichte bis zum Mittelalter viele Lagerstätten – z. B. Erzadern – auch durch Ausbisse (Sichtbarkeit an der Erdoberfläche) gefunden worden. Eine in der Zukunft zunehmende Bedeutung wird der Abbau von Lagerstätten in der Tiefsee erhalten.

In Deutschland ist der Bergbau grundsätzlich durch das Bundesberggesetz geregelt, in anderen Ländern durch entsprechende Regelungen. Die öffentliche Stelle, der die gesetzliche Kontrolle übertragen ist, heißt Bergamt, in Österreich Montanbehörde.

Abbautechniken

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Techniken:

Geschichte

Früheste archäologische Zeugnisse des Bergbaus weisen in die Jungsteinzeit. Kupfer wurde schon um 5000 v. Chr. im Sinai, Kupfer, Gold und Türkise um 3000 v. Chr. in Ägypten abgebaut. Wahrscheinlich gab es gegen 3000 v. Chr. schon Metallgruben in Indien und China. Um 2500 v. Chr. begann die Kupferförderung in Mitteldeutschland. Eisenerz wurde ab etwa 800 v. Chr. in den Alpen abgebaut. In Mitteldeutschland legt ein Ofen aus der La-Tène-Zeit in Wilnsdorf Zeugnis von Bergbau um 500 v.Chr. ab. Der Abbau von Steinkohle ist seit dem 9. Jahrhundert in England bekannt.

Bergbau in Deutschland

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Erste schriftliche Zeugnisse über den Metallabbau im mittelalterlichen Mitteleuropa berichten aus Böhmen im 8. Jahrhundert, Goslar und dem Schwarzwald im 10. Jahrhundert, dem Erzgebirge in Freiberg und Joachimsthal im 12. Jahrhundert, in allen Fällen vorwiegend im Zusammenhang mit Silber und Kupfer. Im 15. und 16. Jahrhundert entwickelten sich weitere erzgebirgische Bergstädte wie Annaberg zu Zentren des deutschen Bergbaus. Mitte des 16. Jahrhunderts veröffentlichte Georgius Agricola mehrere für den Bergbau entscheidende Werke, wie das 1556 erschienene De re metallica libri XII. Ab dem Mittelalter lassen sich Bergordnungen nachweisen, die den Bergbau umfassend regelten. Mitte des 19. Jahrhunderts traten an ihre Stelle Berggesetze.

Steinkohleförderung im Aachener Revier an Inde und Wurm wird in den Annales Rodenses des Klosters Roda (heute Rolduc/NL) bereits für das Jahr 1113 bezeugt. Abbauort war der Beckenberg (schwarze Berg) direkt bei der Burg und Siedlung Rode (heute Herzogenrath/D). Der Eschweiler Kohlberg wird 1394 urkundlich erwähnt, der Eschweiler Bergwerksverein 1838 gegründet. Im Ruhrgebiet wird Steinkohle seit dem 14. Jahrhundert gefördert. Mitte des 18. Jahrhunderts begann man an der Saar Steinkohle abzubauen, wo dieser Bodenschatz im 20. Jahrhundert das ganze Land zum Spielball zwischen Frankreich und Deutschland machte. Später förderte man Kohle auch in Oberschlesien.

Durch die Industrialisierung, besonders die 1769 von James Watt wesentlich verbesserte Dampfmaschine, wurde vor allem der Abbau von Kohle und Eisenerz erheblich gesteigert und sorgte so für die Häufung von Industrie, zum Beispiel im Ruhrgebiet und in Oberschlesien. Gebraucht wurde Steinkohle etwa zu Heizzwecken, auch in Form von Brikett (in Deutschland seit 1861) oder als Treibstoff für Lokomotiven und stationäre Dampfmaschinen zum Antrieb von Arbeitsmaschinen in Industriebetrieben. Später stellten die kohlebefeuerten Dampfkraftwerke das Rückgrat der Stromversorgung dar, dies ist auch heute noch so. Nachdem Rohstoffe immer günstiger vom Ausland eingeführt werden konnten, verloren besonders die heimischen Eisen- und Metallerzlagerstätten an Bedeutung, da die die Erze dort nur schwierig und somit teuer zu gewinnen waren. Auch die Steinkohlengewinnung ist in Deutschland geologisch bedingt schwierig und daher teuer. Steinkohlenzechen werden jedoch nach Ansicht der Befürworter als sichere Energiequelle im eigenen Land benötigt, sie sollen darüber hinaus die führende Position der deutschen Bergbautechnologie auf dem Weltmarkt sichern.

Ab dem 18. Jahrhundert wurde die Region um Siegen zu einem der wichtigsten Zentren der Eisenerzförderung. Im Siegerländer Erzrevier, das sich von Hilchenbach bis Neuwied (Rhein) über Siegerland und Westerwald zog, standen fast 5000 Gruben, darunter die tiefsten Europas. Die erste urkundlich erwähnte Grube wird bereits 1298 genannt. Noch heute ist die Region von der Metallverarbeitung geprägt, siehe Bergbau im Siegerland.

Die Förderung von Braunkohle, die 30 % der deutschen Energieversorgung darstellt, sowie von Kali- und Steinsalz werden in großem Umfang weiter betrieben. Kali- und Steinsalze werden unter anderem in der heimischen Agrarwirtschaft als Dünger eingesetzt und weltweit exportiert. Deutschland besitzt die weltweit modernsten und leistungsfähigsten Kalibergwerke. Ein erheblicher Wirtschaftsfaktor stellt der Bergbau auf Steine und Erden dar, die in der Regel im Tagebau abgebaut werden.

In Deutschland befinden sich drei montanwissenschaftliche Hochschulen (auch Bergakademie genannt), die Technische Universität Bergakademie Freiberg, die Technische Universität Clausthal und die Rheinisch-westfälische technische Hochschule Aachen. Ferner bieten die Technische Fachhochschule Georg Agricola in Bochum und einige weitere Bergschulen bergbaubezogene Studiengänge an.

Im Jahre 2007 bestehen in Deutschland noch acht Zechen mit rund 25.700 Bergleuten im Steinkohleabbau.[1] Insgesamt waren im Jahre 2005 ca. 94.800 Personen im Bergbau beschäftigt.[2]

Literatur

Siehe auch

 Portal: Bergbau – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bergbau
 Wiktionary: Bergbau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
 Commons: Bergbau – Bilder, Videos und Audiodateien

Einzelnachweis

  1. RAG Deutsche Steinkohle
  2. Der Bergbau in der Bundesrepublik Deutschland 2005, Dokumentation Nr. 559 des BMWi, Online verfügbar unter: [1]