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Panmunjeom

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Panmunjeom, Blick von Nord- nach Süd-...
Koreanische Schreibweise
Hangeul: 판문점
Hanja: 板門店
Revidiert: Panmunjeom
McCune-R.: P'anmunjŏm

Panmunjeom, offiziell auch Joint Security Area (JSA, dt. „gemeinsame Sicherheitszone“) genannt, ist der Name einer militärischen Siedlung in der entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea, in der von 1951 bis 1953 das Ende des Koreakrieges verhandelt wurde. Es ist seit dem Waffenstillstandsabkommen das Hauptquartier der Military Armistice Commission (MAC), die die Einhaltung des Waffenstillstands überwacht. In Panmunjeom befindet sich die Brücke ohne Wiederkehr, die lange Zeit der einzige Grenzübergang zwischen den beiden koreanischen Staaten war. Der Ort steht unter alleiniger Verwaltung der MAC.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als Panmunjeom wurde ursprünglich eine kleine Ansammlung von Hütten, die sich ca. 1 km nördlich des jetzigen Platzes befand, bezeichnet. Seit dem 10. Juli 1951 trafen sich dort Delegationen der verfeindeten Parteien, um über eine Beendigung des Krieges zu verhandeln. Den Namen Panmunjeom erhielt sie von Delegationen beider Seiten in Anspielung auf einen nahegelegenen Laden (koreanisch: jeom). Nach 765 Konferenzen unterzeichneten China, Nordkorea und die UNO (vertreten durch die USA) schließlich am 27. Juli 1953 das Waffenstillstandsabkommen. Nach den Festlegungen des Abkommens wurden alle Siedlungen innerhalb der entmilitarisierten Zone – also auch der ursprünglich Panmunjeom genannte Ort – geräumt. Das Hauptquartier der aus Vertretern beider Seiten bestehenden Waffenstillstandskommission MAC wurde auf die neu gezogene Grenze zwischen beiden koreanischen Staaten verlegt, behielt aber den Namen Panmunjeom bei. Auch in den folgenden Jahrzehnten diente Panmunjeom als Ort weiterer Verhandlungen.

Areal

Die wichtigsten Gebäude in Panmunjeom sind drei blaue Baracken mit je einer Tür auf nordkoreanischer als auch südkoreanischer Seite. Durch ihre Mitte verläuft die militärische Demarkationslinie (Betonblock in der Mitte zwischen den Baracken), de facto die Grenze zwischen Nord- und Südkorea. In diesen Hütten fanden Verhandlungen zwischen beiden Parteien statt.

Die mittlere Baracke ist Besucherdelegationen von beiden Seiten abwechselnd zugänglich. Zwei Soldaten des einen Teils von Korea, von dem aus der Raum betreten wird, bewachen dann die Tür zum jeweilig anderen Landesteil. Ansonsten kann man sich in dem kleinen Verhandlungsraum frei bewegen. Zwischen den Baracken markieren lediglich ein schmaler Betonstreifen und unterschiedlicher Bodengrund die Grenzlinie.

Auf südkoreanischer Seite des Areals befindet sich das Freedom House („Freiheitshaus“). Das ursprüngliche Gebäude war ein 1965 errichteter Aussichtspavillon mit zwei einstöckigen Seitenfügeln. Seit 1998 steht an seiner Stelle ein großer 4-stöckigen Neubau, der Pavillon wurde schräg nach hinten versetzt. Im Freedom House finden offizielle Treffen zwischen nord- und südkoreanischer Seite statt, die beiden Staaten sowie ihre jeweiligen Rot-Kreuz-Gesellschaften haben hier ihre Liaison Offices (Verbindungsbüros). 130 m südwestlich wurde 1980 provisorisch, 1989 in seiner heutigen Form das House of Peace („Friedenshaus“) errichtet, in dem in der Vergangenheit Familientreffen zwischen nord- und südkoreanischen Zivilisten stattfanden.

Auf nordkoreanischer Seite wurde 1969 das Panmun-gak gebaut, ein zweistöckiges Gebäude, das als Quartier für nordkoreanische Delegationen und Sicherheitskräfte dient.

Das Gebiet hat insgesamt einen Durchmesser von 800 Metern. Die Überschreitung der Demarkationslinie wird seit einem Zwischenfall am 18. August 1976, bei dem zwei US-amerikanische Soldaten von nordkoreanischen Soldaten getötet wurden, nicht mehr geduldet.

In der Nähe Panmunjeoms befindet sich auch die sogenannte Brücke ohne Wiederkehr, über die 1953 Gefangene ausgetauscht wurden. Die Gefangenen, die an dieser Stelle die Grenze überschritten, hatten dadurch ihr Recht auf Rückkehr verwirkt. Das Gebäude, in dem das Waffenstillstandsabkommen letztlich unterzeichnet wurde, liegt außerhalb der Joint Security Area in nordkoreanischem Gebiet.

Propaganda

Panmunjeom wird von beiden Seiten auch zu Propagandazwecken benutzt.

Touristen auf der südkoreanischen Seite bekamen in der Vergangenheit von US-Soldaten, die als Fremdenführer tätig waren, erzählt, die Gebäude auf der nordkoreanischen Seite seien in Wirklichkeit nur Fassaden. Seit sich Nordkorea dem Tourismus langsam öffnet und auch fast alle Touristen nach Panmunjeon schickt, haben sich diese Behauptungen als nicht haltbar herausgestellt.

Nordkorea hingegen hält die Behauptung aufrecht, Südkorea und die USA hätten eine Mauer auf der kompletten Länge der DMZ errichtet. Die Mauer sei an der Basis ca. 13 Meter breit und zwischen 5 und 8 Meter hoch und mit Schießscharten ausgestattet. Auf der Nordseite falle die Mauer senkrecht ab, dient so auch als Panzersperre, auf der Südseite dagegen sei die Mauer schräg und bewachsen, daher sei die Mauer vom Süden aus praktisch nicht sichtbar. Touristen werden Stücke dieser Mauer vom nordkoreanischen Militär gezeigt. Vermutlich handelt es sich jedoch um vereinzelte Panzersperren, die von Nordkorea zu einer Art zweiter Berliner Mauer hochstilisiert werden, um daran die „Verlogenheit des kapitalistischen Systems“ zu demonstrieren.

Touristische Bedeutung

Panmunjeom ist ein beliebtes Ziel ausländischer Touristen, da es der einzige Ort innerhalb der entmilitarisierten Zone ist, der von Zivilisten betreten werden darf. Organisierte Touren werden sowohl von nord- als auch von südkoreanischer Seite angeboten. Individualreisen sind jedoch in keinem Fall möglich, alle Teilnehmer werden zu jeder Zeit von militärischem Sicherheitspersonal beaufsichtigt und müssen sich streng an deren Anweisungen halten. Staatsbürgern aus Afghanistan, Kuba, Iran, Irak, Libyen, Nordkorea, Pakistan, Sudan und Syrien ist der Besuch in Panmunjeom, von der Seite Republik Korea aus, nicht gestattet.

Fotos

Koordinaten: 37° 57′ 21" n. Br., 126° 40′ 36" ö. L.