Lipan
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Lipan

Die Lipan (Eigenname: Naizhan = wir, unsere Art) sind eine Gruppe der Apachen-Indianer aus der Na-Dené-Sprachfamilie. Sie lebten ursprünglich im nordöstlichen Teil von New Mexico und in West-Texas. Später streiften sie vom Colorado River in Texas im Norden bis zum Conchos River in Mexiko.

Inhaltsverzeichnis

Gruppen der Lipan

Die Lipan selbst unterschieden folgende Gruppen:


Die Spanier unterschieden drei Gruppen:

und nach ihrer Verdrängung durch die Comanche:

Geschichte

Frühgeschichte

Heutige Wissenschaftler vermuten, dass sich die Apachen irgendwann auf ihrer Wanderung nach Süden teilten. Eine Gruppe zog auf der Westseite der Rocky Mountains in den Südwesten der USA, während eine zweite kleinere Gruppe östlich der Berge nach Süden wanderte. Die Vorfahren der Lipan gehörten vermutlich zu den Büffel jagenden Querechos, auf die Francisco de Coronado 1541 in den südlichen Großen Ebenen traf. Sie wohnten in Tipis aus Bison-Fellen und nutzten große Hunde für deren Transport. Im Frühling und Herbst veranstalteten sie ausgedehnte gemeinschaftliche Jagden und erlegten Antilope, Hirsch, Bär und vor allen Dingen den Bison. Die kleinste Einheit der Lipan-Gesellschaft bildete die matrilokale Großfamilie.

Aufstieg und Höhepunkt (1600 bis 1700)

Die Spanier hatten den Pueblo-Indianern das Reiten beigebracht, damit diese deren Schaf- und Rinderherden hüten konnten, und im 16. und 17. Jahrhundert unfreiwillig das Pferd durch Vermittlung flüchtender Pueblo auch bei den zuvor zu Fuß umherwandernden Nomaden eingeführt.

Die Apachen, darunter auch die Lipan, nutzten ihre neu gewonnene Mobilität um ihren Aktionsradius enorm zu erweitern. Das Pferd ermöglichte vielen östlichen Apachen-Gruppen (Jicarilla, Mescalero, Lipan u. a.), die Weiten der Südlichen Great Plains als Halbnomaden zu besiedeln. In den fruchtbaren Flusstälern des Arkansas, Brazos, Colorado, Red River errichteten sie saisonale Siedlungen und betrieben extensiven Ackerbau neben dem Sammeln von Kräutern und Früchten. Im Herbst, nach der Ernte, gaben sie ihre Siedlungen auf und gingen auf Bisonjagd. Diese Kombination aus Ackerbau und Jagd bedeutete eine vollkommene Nutzung der vorhandenen Ressourcen in den Plains.

Ihr Vordringen auf die Südlichen Plains hatte zur Folge, dass das im 16. Jahrhundert bestehende Handelsnetzwerk der Jumano von den Apachen zerschlagen wurde und die mächtigen, später als Tonkawa bezeichneten, Gruppen die High Plains Richtung Süd-Texas verlassen mussten. Während des Pueblo-Aufstandes (1680–1690) gegen die Spanier hatten die Apachen die Pueblo-Indianer in Texas vollkommen und einige Pueblo-Völker in New Mexico beinahe ausgelöscht. Nachdem die Apachen sich als Nachfolger der Jumano in den Plains etabliert hatten, dehnten sie ihre Streifzüge noch tiefer ins östliche Texas und nach Kansas aus. Nun nutzten sie ihre größere Mobilität bei Raubzügen gegen die sesshaften Ackerbau-Völker der Pawnee, Wichita, Caddo, Kansa u. a. aus. Zudem unternahmen sie bald regelrechte Sklavenjagden und belieferten die spanischen und französischen Sklavenmärkte in New Mexico und Louisiana mit ihren indianischen Gefangenen (Pawnee wurde damals zum Synonym für indianischer Sklave).

Die Gebiete zwischen dem Colorado in Arizona bis zum Brazos und Red River im östlichen Texas, vom Dismal River im südlichen Nebraska bis nach Zentral-Texas im Süden waren bald bei den Spaniern als Gran Apacheria berühmt-berüchtigt.

Zum Schutz gegen die räuberischen Lipan und anderer Plains-Apachen errichteten die Spanier ein ausgedehntes System von Presidios und befestigten Siedlungen entlang der Ausläufer der Gran Apacheria und schlossen Defensivbündnisse mit den sesshaften Völkern, wie den Pueblo, Jumano, Caddo, Wichita und andere.

Zwischen ca. 1650 und 1700 befanden sich die östlichen Apachen-Gruppen auf dem Höhepunkt ihrer Macht, waren jedes Stammes Feind und kannten keine Verbündeten. Zudem wurden sie als die besten Bogenschützen unter den Indianern bezeichnet.

Verdrängung und Niedergang auf den Südlichen Plains (1700 bis 1790)

Ab dem Jahr 1700 sollte sich jedoch alles ändern – und dies zum Nachteil der Lipan und anderer östlicher Apachen-Gruppen.

Durch die häufigen Attacken und Gegenattacken zwischen Apachen und anderen Stämmen und der Verwilderung entlaufener Pferde (Mustangs), wurden immer mehr Stämme beritten (Shoshone, Absarokee, Blackfoot, Ute, Comanche und andere) und zogen nun ihrerseits auf die Plains auf der Suche nach noch mehr Pferden und einem besseren Leben. Zudem vertrieben bewaffnete Stämme (zum Beispiel Cree und Chippewa) auf der Suche nach neuen Siedlungsgebieten sesshafte, unbewaffnete Stämme (zum Beispiel Lakota, Nakota, Cheyenne und Arapaho) in die Weiten der Plains.

Um 1700 gab es die ersten Berichte über eine neue Macht auf den Südlichen Plains – und über Massaker und Vertreibungen von Apachen-Gruppen in Nebraska, Kansas und Oklahoma. 1704 tauchten die ersten flüchtenden Plains-Apachen in New Mexico bei den Spaniern auf und baten, sich ansiedeln zu dürfen. Die Aggressoren waren Shoshone-Gruppen aus den Bergen zusammen mit verwandten Ute, die Zugang zu den Märkten der Spanier in New Mexico und Texas und den riesiegen Mustang- und Bisonherden der Plains erzwingen wollten. Ihre einzigen ernst zu nehmenden Feinde waren hierbei nicht die Spanier oder die sesshaften Ackerbau treibenden Stämme sondern die von Ackerbau, Bisonjagd und von Raub lebenden, die Plains beherrschenden, Apachen.

Nun wandte sich alles gegen die östlichen Plains-Apachen, was ihnen ursprünglich von Vorteil war – ihr saisonaler Ackerbau zwang sie während der Bestellung der Felder an einem festen Ort auf Monate hin sesshaft zu werden und ihre Kriegs- und Raublust hatte sie zu jedermanns Feind gemacht. Durch ihre saisonale Sesshaftigkeit (und somit ihrer "Auffindbarkeit") und ihrer Isolation unter den Stämmen waren sie leichte Opfer für die schnellen, kriegerischen, brutalen Nomaden, die zudem Bündnisse mit ihren Feinden, den Caddo, Wichita, Ute, Tonkawa und andere, eingingen und sich als deren Schutzmacht gegen die Apachen etablierten. Zudem hatten sich die Apachen nie zu außergewöhnlichen Reitern entwickelt und kannten die Pferdezucht nicht (Franzosen berichteten ca. 1750 bestürzt, dass Apachen trächtige Stuten ritten und es somit oft zu Frühgeburten kam). Außerdem hatten sich die einzelnen Apachen-Banden untereinander entfremdet, standen sich einander nicht bei und bekämpften sich manchmal sogar.

Somit waren die Apachen gegen die Kriegstaktiken der berittenen Shoshone, die sie Idahi (Schlangen) nannten, nicht gewappnet. Immer mehr Banden der Shoshone-Krieger (die Ute nannten sie später Komantcia = Jene, die immer gegen uns kämpfen woraus die Spanier Comanche machten) drangen in die Gran Apacheria ein, griffen weit auseinander liegende Apachen-Dörfer an und raubten sämtliche Pferde, so dass die Apachen keine Verfolgung aufnehmen konnten.

Diese dauernden Überfälle zwischen einzelnen Gruppen der Comanche und Apachen wuchsen sich zum längsten, blutigsten, grausamsten und erbittersten Krieg zwischen Indianervölkern aus, ganze Gruppen der Apachen auf den Südlichen Plains wurden durch die Comanche ausgelöscht. Tausende Comanche überquerten nun den Arkansas, und stellten nach der fast vollständigen Verdrängung der Apachen ein neues Gleichgewicht auf den Plains her. Jeder Comanche war der erklärte Feind eines jeden Apachen und umgekehrt.

1724 wurden die Jicarilla (span. Korbflechter) von den Comanche vernichtend geschlagen, fast alle ihrer östlichen Gruppen wurden ausgerottet, sie verließen daraufhin ihr Gebiet in den Plains von Kansas, Oklahoma und Texas und suchten Schutz in den Bergen von New Mexico und dem südlichen Colorado. Die Jicarilla berichteten den Spaniern, dass sie nunmehr keine Häuptlinge mehr hätten, fast keine Krieger und keine Frauen.

Die Mescalero-Gruppen zogen sich in die Wüsten und Berge zwischen Rio Grande und Rio Pecos in New Mexico, des Trans-Pecos im Südwesten von Texas zurück und überquerten den Rio Grande nach Mexico bis in die Bolson de Mápimi in Chihuahua.

Reste der östlichen Apachen-Gruppen schlossen sich unter einem großen Häuptling Ipa zusammen (Ipa`Nde = Ipas Volk, span. Lipanes, Comanche: Nipan) und kämpften in einem verzweifelten neuntägigen Kampf am Red River gegen die Idahi – und wurden vernichtend geschlagen. (Heute vermutet man, dass dies eine (spanische ?) Legende ist, die einen jahrzehntelangen Konflikt zwischen Comanche und Apachen bildlich in einer "großen entscheidenden" Schlacht darstellen und erklären möchte.)

Ab ca. 1740 war ein großer Teil der Gran Apacheria östlich der Rocky Mountains zur Comancheria (dem Herrschaftsgebiet der Comanche) geworden – Comanche streiften vom Arkansas River bis nach Zentral-Texas und vom Pecos River im Westen bis an die Cross Timbers im Osten. Einst mächtige Gruppen der östlichen Apachen waren durch die Comanche und ihre Verbündeten (mit tatkräftiger Unterstützung von Spaniern und Franzosen)ausgelöscht, zersprengt, versklavt und verkauft worden oder waren geflüchtet. Paloma (span. Tauben), Carlana, Faraone (span. Pharaonen), Perillo, Penxaye, Natage (Nataina, Nata I`nde), Quartelejo, Calchufine, Cuampe und weitere Stämme wurden ausgerottet oder gingen in anderen Gruppen teilweise auf.

Die zersprengten Lipan sammelten sich zunächst südlich des Colorado River im Edwards Plateau und in den Flusstälern des San Saba, des Guadelupe, des Llano und dem Oberlauf des Nueces in Zentral-und Südost-Texas – größtenteils Halbwüsten und Wüsten. Auf ihrer Flucht verdrängten die Lipan die einst mächtigen Tonkawa und die Reste der Jumano und Coahuiltecan-Gruppen aus Zentral-Texas. Die Lipan wurden wieder zu Nomaden, Jägern und Sammlern und gaben den Ackerbau auf.

1786 zwangen die Spanier die Comanche und ihre Verbündeten (Wichita, Tonkawa, Caddo u.nd andere) zusammen mit den Diné, Ute, Pueblo in eine Allianz gegen die Apachen – ausgestattet mit spanischer Logistik, spanischen Waffen, spanischen Karten, Zugang zu spanischen Märkten und Geschenken, machten die Comanche unerbittlich Jagd auf jeden Apachen, den sie finden konnten.

In erbitterten Kämpfen zwischen 1787 und 1789 vertrieben die Spanier mit tatkräftiger Unterstützung von Tarahumara und Comanche, die südlichsten Gruppen der Mescalero aus der Bolson de Mápimi nach Norden in die Plains von Texas, direkt in die Arme wartender Comanche, die die dreckige Arbeit für die Spanier erledigten. Nach dieser schweren Niederlage wurden die Reste der südlichen Mescalero in eine Allianz gegen ihre stammesverwandten und engen Verbündeten, den Lipan, gezwungen.

1790 gelang es den Spaniern mit Hilfe von Mescalero- und Tonkawa-Scouts und den verhassten Idahi die Lipan im Uvalde-Canyon vernichtend zu schlagen. Die einstige Macht und Bedeutung der Lipan auf den Südlichen Plains von Texas war nun für immer vorbei. Zudem durch mehrere Pocken-Epidemien geschwächt, von allen Seiten von ihren spanischen und indianischen Feinden bedrängt, verhielten sich die Lipan für ca. 10 Jahre friedlich und schlossen Verträge mit Spaniern und angrenzenden Stämmen.

Die Lipan mussten nun endgültig das Edwards Plateau (nunmehriges Gebiet der Penateka Comanche) räumen und wurden geografisch in zwei Gruppen zersprengt:

Die nördlichen/westlichen Lipan zogen in das Big-Bend-Gebiet, den Trans Pecos und ins nördliche Chihuahua(Gebiete die sie zusammen mit ihren Verwandten, den Mescalero, teilten) und die südlichen/östlichen Lipan zogen noch tiefer in den Südosten von Texas, in die Sand Plains, Coastal Plains und in das Brush Land, dort verbündeten sie sich mit ihren vormaligen Feinden, den Tonkawa. Zudem überquerten zahlreiche Gruppen der Lipan den Rio Grande und dehnten so ihr Herrschaftsgebiet weit in den Norden Mexikos aus, in die heutigen Staaten Chihuahua, Coahuila und Nuevo Leon.

Die Lipan und Mescalero-Banden erholten sich nur langsam von dem Schock der Niederlage und dem Verlust einer ihrer besten Jagdgründe. Durch ihre teilweise Vernichtung und Verdrängung aus den Südlichen Plains nach Süden zu den spanischen Siedlungen wurde das Apache-Problem nicht etwa gelöst – es verschärfte sich von Jahr zu Jahr, da die kriegerischen Lipan und Mescalero, um nicht zu verhungern (die Bisonjagd war den Apachen nur noch sporadisch und in großen Gruppen möglich, da diese Gebiete nun zur Comancheria gehörten), nun immer tiefer in die spanischen Gebiete plündernd und mordend einfielen, weder spanische noch indianische Ansiedlungen verschonden. Ab ca. 1798/99 erreichten die Raub- und Kriegszüge der Apachen eine nie dagewesene Brutalität und Häufigkeit.

Wechselnde Allianzen (1790 bis 1845)

In den nun folgenden Jahren verhielten sich die Lipan gegenüber den Spaniern ambivalent: in Texas begegneten sie den Spaniern friedlich, boten sich oft als Scouts und Krieger an, wenn es gegen ihre Todfeinde, die verhassten Idahi, ging. Gleichzeitig erwarben sich die nun im Norden Mexikos frei und unbedrängt umherschweifenden Gruppen der Lipan und anderer Apachen durch rücksichtsloses Plündern von spanischen wie indianischen Siedlungen den Ruf gefürchteter und verhasster Krieger.

Die Unabhängigkeit Mexikos 1821 bedeutete für die mexikanischen Grenzgebiete Gesetzlosigkeit, weniger Soldaten, weniger spanische Konter-Attacken, Hilflosigkeit der mexikanischen Landbevölkerung und – die schwersten indianischen Plünderungen seit Jahrzehnten, besonders Lipan, Comanche, Kiowa machten ihrem Ruf als furchtbare Krieger und Räuber alle Ehren.

Während der Unabhängigkeit und der schließlichen Eingliederung von Texas in die USA waren die Lipan bedeutende, kriegerische Räuber im Grenzgebiet und dienten den Texanern und Amerikanern wiederholt als treue Scouts gegen umherschweifende Comanche- und Kiowa-Gruppen.

Untergang (1845 bis 1881)

Das gute Verhältnis zwischen Lipan und Amerikanern änderte sich aber grundlegend mit dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg, als alle Gebiete Mexikos nördlich des Rio Grande und des Gila an die USA fielen und zusehends Siedler und Rancher auf Lipan-Territorium vordrangen. Außerdem verlangten plötzlich die USA von den Lipan ihre zur Gewohnheit gewordenen Raubzüge gegen Mexikaner und indianische Stämme zu unterlassen und alle ihre weißen und indianischen Gefangenen frei zu lassen.

Um ihre Heimat zu verteidigen, den Zustrom von Amerikanern zu stoppen und da sie sich von der amerikanischen Armee im Stich gelassen fühlten, gingen die Lipan zum Angriff über und vewandelten große Teile des Gebietes zwischen dem Nueces River und dem Rio Grande sowie von Zentral-Texas bis an die texanische Küste in ein Kriegsgebiet.

Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs wurden die Lipan in einer großen Schlacht von den Amerikanern besiegt und zogen sich endgültig aus Texas in die Berge von Chihuahua und Coahuila in Mexiko zurück. Von dort unternahmen sie mit den letzten freien Gruppen der Mescalero und Kickapoo erbarmungslos Überfälle nach Texas, verschwanden wieder über die Grenze in die Sicherheit ihrer mexikanischen Stützpunkte und verkauften ihre Beute auf mexikanischen Märkten (siehe auch: John York (1800–1848).

1873 unternahm Mackenzie, der Kommandeur der texanischen Grenze, einen illegalen Einfall in Mexiko, spürte die Dörfer der sich sicher fühlenden Lipan auf, zerstörte diese und nahm die meisten Frauen und Kinder gefangen, die er an Mexikaner weiterverkaufte.

Nach der endgültigen Niederwerfung ihrer alten Feinde, der Comanche und Kiowa, 1875, schweiften in den Südlichen Plains, ihrer früheren Heimat, für einige Jahre (1875 bis 1881) wieder Gruppen der Mescalero und Lipan umher und verübten 1881 die letzten Überfälle durch Indianer in Texas. Die nördliche Gruppe der Lipan hatte sich bereits um 1860 mit den Mescalero vereinigt und ging in ihnen auf.

Anderen Lipan gelang es aber, sich über lange Zeit vor den Mexikanern zu verbergen. Eine Gruppe von 19 Lipan kehrte erst im Jahre 1903 zurück und wurde in der Mescalero Reservation in New Mexico aufgenommen. Ob einige von ihnen in Mexiko zurück blieben, ist unbekannt. Eine kleine dritte Gruppe gelangte nach Oklahoma und wurde in der gemeinsamen Reservation der Kiowa, Comanchen und Apachen aufgenommen. Aber auch von diesen Lipan vermischten sich die meisten mit Angehörigen anderer Stämme.

Die Lipan hatten aufgehört als eigenständige Ethnie zu bestehen – sie waren ausgelöscht. Fast 350 Jahre Kampf gegen spanische, mexikanische, amerikanische und indianische Feinde hatten ihr Ende gefunden.

Lebensweise

Die Lipan entwickelten Überlebenstechniken, um in der öden Wildnis des nördlichen Mexiko unentdeckt zu bleiben. Lipan Scouts waren in der Lage, Spuren auf jedem Untergrund zu lesen. Sie tarnten sich mit Blättern, Schmutz und Asche, dass sie nicht von der Landschaft zu unterscheiden waren und von Tieren nicht gewittert werden konnten.

Sie waren ausgezeichnete Bogenschützen. Damit die langen Haare nicht störten, wurden sie auf der linken Kopfseite abgeschnitten, während sie rechts frei herunter hingen. Sie übertrugen die Fertigkeit beim Jagen auch auf den Kampf und wurden als Krieger gefürchtet und respektiert. In vielen Teilen entspricht die Kultur der Lipan der Plains-Kultur. Sie lebten in Tipis aus Büffelhaut, allerdings nutzten sie bei warmem Wetter auch das Wickiup der Apachen aus Zweigen und Blättern. Sie trugen mit Perlen geschmückte Lederkleidung und Leder war auch das Material für Mokassins, Taschen und Beutel.

Demographie

Vor 1790 schätzte man die Lipan auf ca. 3000 Menschen, danach auf ca. 1500 bis 2000, 1845 auf ca. 1500, 1865 ca. 350, und 1913 ganze 35.

Bei einer Bevölkerung von ca. 100, sprachen 1981 noch zwei oder drei ihre Muttersprache.

Literatur

Siehe auch