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Warteschleife

Dieser Artikel befasst sich mit Warteschleifen für Flugzeuge. Für die Programmiertechnik, siehe Spinlock. Für Warteschleifen am Telefon siehe Telefonwarteschleife.

Warteschleifen (engl. holding), heute im deutschen Sprachraum offiziell "Warterunden" genannt, bezeichnen in der Luftfahrt im Luftfahrthandbuch für jeden Flughafen veröffentlichte Verfahren, um Anflüge geregelt und gestaffelt zum Landeanflug zu führen. Sie werden nur bei starkem Verkehrsaufkommen oder zu Trainingszwecken genutzt und sind sowohl für Flüge nach Sicht-, als auch nach Instrumentenflugregeln veröffentlicht. Warteschleifen werden meist mit Zeitangaben geflogen. Es existieren jedoch auch Warteschleifen, bei denen das Ende des sog. Outbound Legs durch eine DME - Distanz definiert ist. Eine Warteschleife besteht aus zwei Halbkreisen und zwischenzeitlichem Geradeausflug. Eine Warteschleife wird im Gegensatz zur Platzrunde rechtsherum geflogen, soweit nicht anders festgelegt. Eine solche rechtshändige Warteschleife ist ein Standard Holding.

Die im Instrumentenflug gebräuchliche Warteschleife beginnt immer über einem sogenannten Fix, einem durch ein Funkfeuer wie VOR oder NDB oder mittels GPS-Koordinaten definierten Einflugpunkt. Außerdem wird eine Warteschleife durch eine Mindesthöhe (MHA - Minimum Holding Altitude) sowie einem Kurs, mit dem dieser Fix bei jeder Runde wieder angeflogen werden muss (IC - Inbound Course), definiert. Je nach dem Winkel, welchen der Steuerkurs des einfliegenden Flugzeuges mit diesem Inbound Course bildet, gibt es vier verschiedene Einflugverfahren: Direct, Special Direct, Parallel und Teardrop. Schließlich sind nach ICAO PANS-OPS noch Maximalgeschwindigkeiten in Abhängigkeit von Höhe / FL und evtl. vorhandener Turbulenz vorgeschrieben, die in der Warteschleife einzuhalten sind. Teilweise sind aus Lärm- oder anderen Gründen noch Höchstgeschwindigkeiten für das Holding in Abweichung von ICAO PANS-OPS definiert.

Eine Standardwarteschleife in oder unterhalb FL 140 dauert nach PANS-OPS vier Minuten: eine Minute für die Kurve zum Outbound Leg, eine Minute auf diesem Abschnitt, eine Minute für die Kurve hin auf den Inbound Leg, und wiederum eine Minute auf diesem Abschnitt, bis der Fix wieder erreicht ist.

Eine Standardwarteschleife oberhalb FL 140 dauert nach PANS-OPS sechs Minuten: eine Minute für die Kurve zum Outbound Leg, 1,5 Minuten auf diesem Abschnitt, eine Minute für die Kurve hin auf den Inbound Leg, und wiederum eineinhalb Minuten auf diesem Abschnitt, bis der Fix wieder erreicht ist.

In der Praxis lässt sich dies nur bei völliger Windstille erreichen, deshalb muss der Pilot vor dem Einflug Winkel- und Zeitkorrekturen für den Windversatz berechnen, sofern ihm nicht Hilfen wie ein Flight Management System zur Verfügung stehen.

Planung eines Holdings durch den Piloten

Ein Holding muss aus Sicherheitsgründen vorschriftsmäßig geflogen werden. Dazu ist es notwendig, dass der betr. Flugzeugführer sowohl vertikal als auch lateral innerhalb der vorgeschriebenen Limits bleibt. Bei einem einfach ausgerüsteten Flugzeug / Helikopter für den Instrumentenflug müssen viele dieser Limits durch selbstständiges Berechnen / Nachlesen in Instrumentenflugkarten vor Einflug festgestellt werden. Zu diesen Limits und Werten gehören:

In einem Cockpit mit Mehrfachbesatzung wird im Rahmen des MCCs durch den nicht fliegenden Piloten (PNF) dem PF (pilot flying) die Sammlung der Limits und Werte "gebrieft", das heißt kurz mitgeteilt.

Siehe auch