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Bischofsheim (Mainspitze)

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 49° 59′ N, 8° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Groß-Gerau
Höhe: 86 m ü. NN
Fläche: 9,03 km²
Einwohner: 12.561 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 1391 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65474
Vorwahl: 06144
Kfz-Kennzeichen: GG
Gemeindeschlüssel: 06 4 33 002
Adresse der Gemeindeverwaltung: Schulstraße 13 - 15
65474 Bischofsheim
Webpräsenz:
www.bischofsheim.de
Bürgermeister: Reinhard Bersch (parteilos)

Die Gemeinde Bischofsheim gehört zum Kreis Groß-Gerau im Bundesland Hessen und hat etwas mehr als 12.000 Einwohner. Bischofsheim ist verschwistert mit Dzierżoniów in Polen und Crewe and Nantwich in England.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Bischofsheim liegt im so genannten Mainspitzdreieck, dem Gebiet südlich der Mainmündung zwischen Main und Rhein.

Nachbargemeinden

Bischofsheim ist im Norden durch den Main von der Stadt Hochheim (Main-Taunus-Kreis) getrennt, im Osten grenzt es an die Stadt Rüsselsheim sowie im Süden und Westen an die Gemeinde Ginsheim-Gustavsburg.

Gemeindegliederung

Bischofsheim besteht nur aus einem Ortsteil. Allerdings besitzt Bischofsheim mit „An den Sportstätten“ und der „Dr.-Hans-Böckler-Siedlung“ zwei von Bischofsheim durch Schienennetz bzw. Autobahn getrennte Teile.

Bischofsheim ist ein Eisenbahnknotenpunkt mit Rangierbahnhof (Name: Mainz-Bischofsheim, aufgrund früherer politischer Zugehörigkeit des Ortes zur Stadt Mainz in Rheinhessen) und über die Autobahnen A 60 und A 671 direkt erreichbar.

Sehenswürdigkeiten

Sehenswürdigkeiten sind die evangelische Barockkirche, die frühmoderne katholische Christkönigskirche von Dominikus Böhm und die historischen Fachwerkbauten. In einem von diesen, dem "Alten Rathaus", ist das Heimatmuseum untergebracht. Die katholische Christkönigkirche war nach der Einführung des gleichnamigen Festes in der katholischen Liturgie die erste Kirche dieses Patronats in Deutschland. Bis in die 1960er Jahre hinein galt sie als einer der architekturgeschichtlich bedeutendsten moderneren Kirchenbauten in Deutschland. Dominikus Böhm entwarf 1926 eine parabelförmige Vollbetonkirche die - in Anlehnung an die umliegende Wohnbebauung und die benachbarten Opel-Werke in Rüsselsheim - an der Außenfassade vollständig verklinkert ist.

Außerdem ist noch der Wasserturm sehenswert (es werden kostenlos geführte Besichtigungen angeboten). Besonders zu empfehlen ist der unter Denkmalschutz stehende Personen- und Güterbahnhof von Bischofsheim, der den 2. Weltkrieg überstanden hat. Bis zur Renovierung 2003 hatte er noch einen grünen Anstrich.

Geschichte

Der Ortsname geht nicht auf einen Bischof sondern auf die Lage an einer Mainbiegung zurück (bieschen = biegen).[1]

Bischofsheim gilt gemeinhin als "Eisenbahnergemeinde". Nach 1865 nahm der Ort durch den Ausbau der hessischen Ludwigsbahn von Darmstadt in das damals zu Hessen-Darmstadt gehörende Mainz einen ungeheuren Aufschwung. Viele Arbeiter, die die Ludwigsbahn bauten, ließen sich mir ihren Familien in Bischofsheim nieder. Von der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert bin in die 1960er Jahre entwickelte sich Bischofsheim außerdem zum größten Güterbahnhof Südwestdeutschlands. Diesen Status hat der Ort seit den 1970er Jahren aber wieder eingebüßt.

Bischofsheim war von 1930 bis 1945 ein Stadtteil von Mainz. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Ort schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ab dem 9. September 1942 wurden desöfteren wegen der Bedeutung Bischofsheims als Verkehrsknotenpunkt von britischen und amerikanischen Flugzeugstaffeln bombardiert. Der Ort und der Bischofsheimer Verschiebebahnhof wurden zur Hälfte zerstört. Nach dem Krieg legten die französischen und amerikanischen Besatzungsmächte den Rhein als Grenze ihrer Besatzungszonen fest. Damit kam das Mainzer Stadtgebiet in der französischen Zone 1947 an das neugegründete Land Rheinland-Pfalz, die rechtsrheinischen Mainzer Stadtteile in der amerikanischen Zone an das neugegründete Bundesland Hessen. Während die drei Stadtteile nördlich des Mains (Amöneburg, Kastel, Kostheim) der Stadt Wiesbaden zugeteilt wurden, wurden Bischofsheim und das benachbarte Ginsheim-Gustavsburg wieder eigenständige Gemeinden im Kreis Groß-Gerau.

Politik

Gemeindevertretung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 26,8 8 34,4 11
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 38,9 12 51,9 16
GALB GALB-Bündnis 90/Die Grünen 11,4 4 13,7 4
BFW Bischofsheimer Freie Wählergemeinschaft 22,8 7
gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 49,9 57,1

Bürgermeister

Der seit 1999 amtierende parteilose Bürgermeister Reinhard Bersch wurde am 27. Februar 2005 mit 76,3 % wiedergewählt.

Wappen

Das Wappen der Gemeinde Bischofsheim besteht aus einem geteilten Schild: Oben in Blau ein aus der Teilung wachsender, golden gekrönter und bewehrter, fünfmal von Silber und Rot geteilter Löwe; unten in Silber eine Brille mit schwarzer Einfassung.

Die Erlaubnis zur Führung des Wappens wurde vom Volksstaat Hessen am 27. Oktober 1926 erteilt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft in Bischofsheim ist gekennzeichnet durch die Nähe zur Adam Opel GmbH und dem Frankfurter Flughafen. Überwiegend Logistik-Dienstleiter haben sich sich in Bischofsheim niedergelassen. Weiterhin gibt es verschieden Fach- und Verbrauchermärkte.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Mainz-Bischofsheim, Bahnhof der Gemeinde Bischofsheim, stellt einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt im Rhein-Main-Gebiet dar. Er ist ein wichtiger Güterbahnhof in dem zahlreiche Güterzüge gebildet werden.

Mit der Hessischen Ludwigsbahn, der Verbindung zwischen Mainz, Darmstadt und Aschaffenburg erreichte die Eisenbahn 1858 die Gemeinde. Später folgte die hier von der Ludwigsbahn abzweigende Mainbahn nach Frankfurt am Main. Und abschließend folgte nach der Errichtung der Hochheimer Brücke der kurz hinter Mainz-Kastel abzweigende Ast der Taunusbahn.

Straße


Schulen

Synonyme

Bischofsheim wird manchmal auch bezeichnet als:

Quellen

  1. Wilhelm Huber: Das Mainz-Lexikon. Hermann Schmidt, Mainz 2002, ISBN ISBN 3-87439-600-2.