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Bund Naturschutz in Bayern

BN
(Bund Naturschutz auf Bayern e.V.)
Zweck: Entwickeln von Strategien und Umsetzen von Projekten im Natur- und Umweltschutz
Vorsitz: Hubert Weiger
Gründungsdatum: 26. Juni 1913
Mitgliederzahl: circa 171.000 (2007)
Sitz: München
Website: www.bund-naturschutz.de

Der Bund Naturschutz in Bayern e. V., oft nur kurz BN genannt, ist der älteste und größte Umweltschutzverband in Bayern und heute der bayerische Landesverband des BUND. Seit 2002 ist Hubert Weiger, als Nachfolger von Hubert Weinzierl, Vorsitzender des Bund Naturschutz.

Der Bund Naturschutz hat rund 171.000 Mitglieder. Sie sind in einem Netz von 77 Kreisgruppen und 668 Ortsgruppen in Bayern organisiert. Dazu kommt eine Vielzahl von Kinder- und Jugendgruppen, die von einer eigenen Jugendorganisation, der JBN, betreut werden. Er ist nach § 60 des Bundesnaturschutzgesetzes als Umweltverband anerkannt und ist bei Eingriffen in den Naturhaushalt zu hören.

Geschichte

Auf Initiative des königlichen Regierungsrates Reubold trafen sich am 26. Juni 1913 Vertreter des Landesausschusses für Naturpflege, der Bayerischen Botanischen Gesellschaft, der Bayerischen Ornithologischen Gesellschaft und des Vereins für Naturkunde. Sie gründeten den „Bund Naturschutz in Bayern e. V.“, unter dem „Protektorat Seiner Königlichen Hoheit“, Kronprinz Rupprecht von Bayern. Erster Vorsitzender war Karl Freiherr von Tubeuf. 1916/17 verhinderte der BN, dass in die Falkensteiner Wand am Königssee ein riesiger Löwe als „Kriegerdenkmal“ eingemeißelt wurde. In den 1930er Jahren begann der Verein mit dem Ankauf von Schutzgebieten. Nach dem Krieg gründet der Verein eine „biologische Station“ in Seeon und eine „Lehr- und Forschungsstätte für Naturschutz“ in Wartaweil ein. Von 1958 bis 1963 war der Landschaftsarchitekt Alwin Seifert, der im Nationalsozialismus Reichslandschaftsanwalt war, BN-Vorsitzender. 1966 startete der BN das Projekt Wiedereinbürgerung von Bibern in Bayern. Innerhalb des Vereins kam es aufgrund einer sehr staatsfreundlichen Verbandslinie des 1. Vorsitzenden Dr. Johann Mang, Regierungspräsident von Oberbayern, zu Spannungen und zur Gründung einer innerverbandlichen Opposition, der sogenannten „Grünen Aktion“. 1969 wurde Hubert Weinzierl zum 1. Vorsitzenden gewählt. Der BN wurde unter Weinzierl zunehmend politischer und ist seither bei Auseinandersetzungen um umweltpolitische Themen meist an vorderster Front zu finden. So engagierte sich der BN in den 1960er und 70er Jahren massiv gegen den Bau des Main-Donau-Kanals. Der BN und Weinzierl trugen aber auch maßgeblich zur 1970 erfolgten Ausweisung des ersten deutschen Nationalparks Bayerischer Wald bei. In Laufen wird vom BN eine Bayerische Naturschutzakademie gegründet, deren Trägerschaft 1974 vom Land Bayern übernommen wurde.

Am 10. Juli 1975 wurde unter maßgeblicher Beteiligung des BN im unterfränkischen Marktheidenfeld der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegründet, der zu einem der führenden Naturschutzvereine der Bundesrepublik wurde und deren bayerischer Landesverband der BN heute ist.

Nach dem Fall der innerdeutschen Grenze startete der BN zusammen mit dem BUND eine Initiative für ein „Grünes Band“, um die auf dem ehemaligen Grenzstreifen entstandenen Biotopen vor Zerstörung zu schützen und eine überregionale Biotopvernetzung zu erreichen. Seit den 1990er-Jahren ist ein Schwerpunkt des BN der Protest gegen den Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen. 2004 initiierte der BN erfolglos das Volksbegehren „Aus Liebe zum Wald“ gegen die Forstreform in Bayern.

Literatur

Ernst Hoplitschek: Der Bund Naturschutz in Bayern. Traditioneller Naturschutzverband oder Teil der Neuen Sozialen Bewegungen? Berlin 1984 (Diss. FU Berlin).