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Afrotheria

Afrotheria

Verschiedene Angehörige der Afrotheria

Systematik
Unterstamm: Wirbeltiere (Vertebrata)
Überklasse: Kiefermäuler (Gnathostomata)
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Unterklasse: Höhere Säugetiere (Eutheria)
Überordnung: Afrotheria
Wissenschaftlicher Name
Afrotheria
Ordnungen

Die Afrotheria sind eine molekulargenetisch festgelegte Überordnung innerhalb der Unterklasse der höheren Säugetiere. Sie umfassen etwa 80 Arten. Der äußerlich recht inhomogen anmutenden Gruppe gemeinsam ist die stammesgeschichtliche Herkunft aus Afrika, wo sich, vom asiatischen Elefanten, einer Schliefer-Art und den Seekühen abgesehen, noch heute ihr Lebensraum befindet.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Diese Säugetiergruppe ist sehr vielgestaltig und umfasst Wasserbewohner, wie die Seekühe, Ameisenfresser wie das Erdferkel oder Riesen wie die Elefanten. Das kleinste zu den Afrotheria gehörige Tier ist der kleine Langschwanztenrek (Microgale parvula) mit einem Gewicht von lediglich 5 g; der afrikanische Elefant (Loxodonta africana) ist dagegen mit seinem Gewicht von bis zu 5 Tonnen das größte Landsäugetier. Von den genetischen Merkmalen, welche die Gruppe definieren, abgesehen, ist das auffälligste gemeinsame Charakteristikum die langgezogene, gegenüber Berührung empfindliche und oft bewegliche Schnauze. Es ist allerdings unklar, ob diese Ähnlichkeit nicht einfach Folge konvergenter Evolution ist. Darüber hinaus zeichnet sich die Tiergruppe durch einige „primitive“ Merkmale aus, die sie mit urtümlichen Tiergruppen wie den Kloakentieren teilen. So liegen die Hoden der Männchen vieler Afrotherier in der Bauchhöhle und die Thermoregulation ist bei vielen Arten kaum entwickelt. Letzteres mag aber auch damit zusammenhängen, dass sie aus warmen Klimazonen stammen.

Stammesgeschichte

Mit dem Auseinanderbrechen des südlichen Großkontinents Gondwana in der Kreidezeit vor etwa 105 Millionen Jahren haben sich die Afrotheria vermutlich von allen anderen Gruppen der höheren Säugetiere getrennt entwickelt. Ihr gemeinsamer Vorfahr war vermutlich ein waldlebender Insekten- oder Pflanzenfresser. Zu vielen Säugergruppen, die sich zur gleichen Zeit auf dem nördlichen Großkontnent Laurasia entwickelten, brachten die Afrotheria ökologische Gegenstücke hervor. So ähneln die Tenrekartigen den Insektenfressern (beispielsweise die Goldmulle den Maulwürfen), die Seekühe haben in ihrem Körperbau Parallelen zu Walen und Robben, die Schliefer gleichen Murmeltieren.

Als sich vor etwa 30 bis 40 Millionen Jahren durch die Annäherung Afrikas an Europa und Asien wieder die isolierte Lage Afrikas aufhob, wanderten zahlreiche Säugetiergruppen aus Eurasien nach Afrika ein und andererseits strömten einige Afrotherier, wie die Elefanten und Schliefer, ihrerseits aus, um die nördlichen Kontinente zu besiedeln.

Systematik

Die Afrotheria umfassen sechs ganz unterschiedlich aussehende Ordnungen:

Schliefer, Seekühe und Elefanten werden manchmal aufgrund ihrer engen Verwandtschaft als Paenungulata zusammengefasst.

Die Vertreter dieser Gruppe tragen in ihren Genomen spezifische Retroposons, sogenannte AfroSINEs, die die Zusammengehörigkeit belegen. Auch jüngste DNA-Sequenzanalysen bestätigen das.

Literatur