Bundesautobahn 3
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Bundesautobahn 3

Basisdaten
Gesamtlänge: 778 km
Bundesländer: Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Hessen
Bayern
Baden-Württemberg
Bayern
Karte

Die Bundesautobahn 3 (Abkürzung: BAB 3) – Kurzform: Autobahn 3 (Abkürzung: A 3) – verläuft von der niederländischen Grenze bei Elten in Weiterführung der A 12 (NL) parallel zum Rhein über den rechten Niederrhein, das westliche Ruhrgebiet (Oberhausen, Duisburg, Mülheim an der Ruhr), Düsseldorf, den Kölner Raum, das Rhein-Main-Gebiet, Franken, die Oberpfalz an Regensburg vorbei und durch Niederbayern nach Passau und über die Innkreisautobahn A 8 (A) weiter nach Oberösterreich.

Die A 3 ist Teil der Europastraßen E 34, E 35, E 41, E 42, E 45 und E 56. Sie ist einer der wichtigsten Europäischen Verkehrswege.

Das Teilstück Köln-Dellbrück–Kreuz Köln-Ost ist mit 165.000 Fahrzeugen pro Tag eine der meistbefahrenen Straßen Deutschlands (Platz 5). Die Teilstücke Köln-Mülheim–Köln-Dellbrück (Platz 7 mit 158.000 Fahrzeugen), Kreuz Leverkusen–Leverkusen (Platz 8 mit 152.400 Fahrzeugen) sind ebenfalls in den Top 10 vertreten. (Stand 2005)

Weitgehend parallel zur A 3 verläuft zwischen Köln und Frankfurt am Main die ICE-Neubaustrecke Köln–Rhein/Main. Ab Regensburg verläuft die A 3 parallel zur Donau.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Von 1936 bis 1940 entstand der Autobahn-Abschnitt von Oberhausen (im Anschluss an die A 2) über Köln nach Wiesbaden. Die Verbindung von Oberhausen in die Niederlande („Hollandlinie“) wurde von 1939 bis 1942 und von 1958 bis 1965 gebaut. In den 1950er Jahren wurde der Abschnitt von Wiesbaden in den Würzburger Raum erstellt. Erst 1984 war der Weg durch Bayern bis zur österreichischen Grenze fertiggestellt.

1992 erfolgte eine generelle Neuordnung des Autobahnnetzes in Deutschland. In Folge dessen musste die Wegweisung überarbeitet werden, die Anzahl der Ziele auf den Wegweisertafeln wurde reduziert, was teilweise mit einem erheblichen Informationsverlust einherging. Gleichzeitig wurde eine Nummerierung aller Anschlussstellen, Dreiecke und Kreuze im bundesdeutschen Autobahnnetz durchgeführt.

Im Zuge dieser Neuordnung entstand durch eine Verknüpfung des früheren A-2-Abschnitts von der niederländischen Grenze bei Straelen nach Duisburg mit der ehemaligen A 430 Duisburg-Kaiserberg–Dortmund die A 40. Die Doppelbezeichnung „A 2 / A 3“ für den bis dahin gemeinsamen Autobahnabschnitt vom Kreuz Duisburg-Kaiserberg bis zum Kreuz Oberhausen konnte somit auf A 3 reduziert werden. Gleichzeitig wurden die Anschlussstellen dieses entlang der Stadtgrenze Duisburg/Oberhausen verlaufenden Autobahnteils umbenannt. Die Anschlussstelle Duisburg-Meiderich erhielt die neue Bezeichnung „Oberhausen-Lirich“, das Kreuz Duisburg/Oberhausen, das sich komplett auf Duisburger Stadtgebiet befindet, den neuen Namen „Kreuz Oberhausen-West“ und die Anschlussstelle Duisburg-Hamborn die neue Bezeichnung „Oberhausen-Holten“. Die Bezeichnung für das Kreuz Duisburg-Kaiserberg wurde in „Kreuz Kaiserberg“ korrigiert. Der Hinweis auf das Ziel Duisburg entlang der A 3 aus Richtung Köln wurde gestrichen.

Aktueller Ausbauzustand (2005)

Das Autobahnkreuz Breitscheid verbindet A 3 (unten), A 52 und A 524

Von Oberhausen bis Aschaffenburg-West und von Aschaffenburg-Ost bis Hösbach ist die Autobahn sechsstreifig ausgebaut, vom Mönchhof-Dreieck bis zum Wiesbadener Kreuz siebenstreifig (vier Spuren in Richtung Köln, drei in Richtung Würzburg), vom Frankfurter Kreuz bis Offenbach sowie auf Teilen des Kölner Ringes achtstreifig. Auch von Frauenaurach bis zur A 9 am Kreuz Nürnberg stehen drei Fahrstreifen zur Verfügung. In der Gegenrichtung endet der dreistreifige Ausbau bereits am Kreuz Fürth/Erlangen mit der A 73.

Ausbau Aschaffenburg-West bis Aschaffenburg-Ost

Von 2006 bis 2008 wird der Abschnitt Aschaffenburg-West bis Aschaffenburg-Ost auf sechs Fahrstreifen ausgebaut. Dabei ereignete sich am 23. Oktober 2006 ein tödlicher Unfall, als eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg bei Einfräsarbeiten eines Zement-Kalk-Gemisches im neuen Standstreifen explodierte. Ein Bauarbeiter kam ums Leben, die Fräsmaschine wurde vollständig zerstört und mehrere Fahrzeuge sowie nahe Gebäude beschädigt. Während einer nachträglichen Blindgängersuche in den Randbereichen und in größeren Tiefen wurden noch weitere Blindgänger gefunden.

Besonderheiten

Die A 3 über dem Neandertal in Erkrath

Das Autobahnkreuz Oberhausen war ursprünglich nur als Autobahndreieck mit Anschluss der Hollandlinie an die Autobahn Berlin–Köln geplant, wurde aber in den 60er-Jahren als Kreuz mit einer südlichen Verlängerung der A 3 nach Oberhausen, der heutigen A 516 gebaut. Um hier auf der A 3 zu bleiben, muss man im Autobahnkreuz die Autobahn verlassen (TOTSO).

In Erkrath überquert die A 3 das bekannte Neandertal.

Zwischen dem Kreuz Köln-Ost und dem Heumarer Dreieck im Kölner Ring verläuft die A 3 gemeinsam mit der A 4.

Blitzbrücke am Elzer Berg
Im Kölner Ring ist die A 3 achtstreifig
A 3 parallel zur Hallerbachtalbrücke der ICE-Strecke
Abschnitt der A 3 am Duisburger Stadtwald mit der "Expo-Brücke" der Weltausstellung in Brüssel 1958

Überregional bekannt ist auch der Elzer Berg an der markanten Geländestufe vom Unterwesterwald hinab in das Limburger Becken. Diese lange Gefällestrecke auf der A 3 bei Kilometer 100 in Richtung Frankfurt ist ein Unfallschwerpunkt. Daher gilt dort das Tempolimit von 100 km/h für PKW und 40 km/h für LKW, welches von zwei stationären Geschwindigkeitsmessanlagen überwacht wird.

Die Abschnitte Hanau–Offenbacher Kreuz und Kelsterbach–Mönchhofdreieck sind mit einer Anlage zur temporären Seitenstreifenfreigabe ausgestattet. Während der Spitzenstunden können die Seitenstreifen, bei entsprechender Schaltung der Wechselverkehrszeichen, als Fahrstreifen genutzt werden. Die betreffenden Abschnitte werden durch Kameras beobachtet, so dass der Seitenstreifen bei z.B. einem Pannenfahrzeug auf demselben zeitnah wieder gesperrt werden kann.

Zwischen Aschaffenburg Ost und Hösbach wurde, um die Lärmgrenzwerte nach dem Ausbau auf sechs Fahrstreifen einzuhalten, eine Einhausung gebaut, die wegen Kostenüberschreitungen unter Kritik stand.

Am Kreuz Nürnberg zweigt in Fahrtrichtung Osten (Regensburg) die Autobahn A 9 Richtung Süden (München) auf der linken Seite ab.

Am Kreuz Regensburg ist die Standspur bis zur nächsten Ausfahrt Richtung Osten (Klinikum) für den Verkehr dauerhaft freigegeben, ebenso von der Auffahrt Klinikum in Richtung Westen zum Autobahnkreuz. Dennoch ist dieser Bereich zu den Stoßzeiten oft überfüllt – Ursache dafür ist das Teilstück der A 93 durch Regensburg und den Pfaffensteiner Tunnel.

Im Bereich Oberhausen ist eine etwa 1,5 km lange Versuchsstrecke für Deckasphalt vorhanden. Der leicht rötlich schimmernde Belag wirbelt selbst bei Starkregen kaum Wasser auf und wirkt zudem bei Dunkelheit und Nässe durch hohe Restlichtverstärkung recht hell. Die Nachteile einer Nacht- und Regenfahrt sind bei dieser Deckschicht erheblich reduziert. Zudem ist das Fahrgeräusch im Innenraum spürbar leiser und angenehmer.

Die A 3 ist (bis zur Fertigstellung der Autobahnen A 6 und A 7) die einzige Autobahn in Deutschland, die ohne Unterbrechung zwei Außengrenzen Deutschlands (Niederlande und Österreich) miteinander verbindet.

Planungen/Bau

In Zukunft ist im Status vordringlicher Bedarf geplant, die Autobahn von Aschaffenburg über den Spessart und Mainfranken bis AK-Biebelried sechsstreifig auszubauen [1]. Dabei ist seit 2007 das Teilstück AS-Helmstadt bis AS-Heidingsfeld im Bau. Für den Teil der Strecke zwischen der AS-Wertheim und der AS-Helmstadt besteht Baurecht. Mit dem Ersatzneubau der Haseltalbrücke wurde Anfang 2008 begonnen. Außerdem ist geplant, die Trasse mit der Kauppenbrücke aus Lärmschutzgründen von Waldaschaff weg Richtung Süden zu verlegen. Das Teilstück zwischen dem Ausbauende (AS-Hösbach) und der Kauppenbrücke steht bereits im Investitionsrahmenplan 2007–2010, ist aber noch im Planfeststellungsverfahren.

Im Raum Würzburg ist Anfang 2007 für den letzten Abschnitt das Planfeststellungsverfahren eingeleitet worden. Dort soll die Talbrücke Heidingsfeld tiefer gelegt werden und der Stadtteil Heuchelhof mit dem Katzenbergtunnel unterquert werden.

Auch für die Strecke von Würzburg bis Erlangen ist der sechsstreifige Ausbau vorgesehen. Von Offenbach bis Hanau, sowie zwischen Wiesbadener Kreuz und Frankfurter Kreuz ist ein achtstreifiger Ausbau geplant.

Weiterhin ist mittelfristig ein sechsstreifiger Ausbau der A 3 im Abschnitt AK Regensburg–AS Rosenhof geplant (eingestuft im Bundesverkehrswegeplan BVWP-2003, der durch den Bedarfsplan BBP-2009 aktualisiert werden wird, als weiterer Bedarf).

Anfang 2008 entsteht im Bereich Idstein eine zusätzliche Auffahrtsrampe von der B 275 auf die A 3 Richtung Frankfurt, um morgendliche Staus vor der Auffahrt zu vermindern. Geplante Fertigstellung ist Ende April 2008.

Siehe auch

Quellen

  1. [1]
 Commons: Bundesautobahn 3 – Bilder, Videos und Audiodateien