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Wipfratal

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Koordinaten: 50° 47′ N, 11° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Ilm-Kreis
Höhe: 319 m ü. NN
Fläche: 49,80 km²
Einwohner: 2915 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 59 Einwohner je km²
Postleitzahl: 99310
Vorwahl: 03629
Kfz-Kennzeichen: IK
Gemeindeschlüssel: 16 0 70 053
Gemeindegliederung: 12 Ortsteile
Adresse der Gemeindeverwaltung: In Branchewinda 44
99310 Wipfratal
Webpräsenz:
www.wipfratal.de
Bürgermeister: Werner Schmidt (SPD)
Lage der Gemeinde Wipfratal im Landkreis Ilm-Kreis

Wipfratal ist eine Gemeinde im Ilm-Kreis in Thüringen. Sie liegt zwischen den drei größten Städten des Kreises: Arnstadt im Norden, Ilmenau im Süden und Stadtilm im Osten. Die Gemeinde wurde 1994 gebildet und umfasst zwölf Ortsteile, von denen Marlishausen mit Abstand der größte ist. Der Sitz der Gemeindeverwaltung liegt jedoch im Dorf Branchewinda. Benannt ist die Gemeinde nach dem Fluss Wipfra, an dem sieben der zwölf Ortsteile liegen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde liegt zwischen dem Thüringer Becken im Norden und dem Thüringer Wald im Süden. Sie wird durch einen etwa 500 Meter hohen Höhenzug in der Mitte in zwei Teile geteilt. Nördlich davon liegen im relativ ebenen Land an der Wipfra die Dörfer Roda, Görbitzhausen, Hausen, Marlishausen und Ettischleben sowie westlich des Flusses die Orte Branchewinda und Dannheim. Die landwirtschaftlich geprägte Landschaft ist hier waldarm und liegt in einer Höhe von 300 bis 400 Metern.

Der südliche Gemeindeteil ist bereits hügeliger und beherbergt die Orte Wipfra und Neuroda an der Wipfra sowie die westlich gelegenen Dörfer Schmerfeld, Reinsfeld und Kettmannshausen. Dieser waldarme Talkessel wird im Westen von den Reinsbergen begrenzt, die über 600 Meter hoch sind. Nördlich verbindet eine bewaldete Hügelkette die Reinsberge im Westen und den Willinger Berg im Osten. Die östliche Begrenzung sind Willinger und Sandberg, im Süden liegt die Talsperre Heyda. Vorherrschende Baumarten sind Fichte und Kiefer, der Boden besteht aus Muschelkalk und gehört zur Ohrdrufer Platte.

Nachbargemeinden

Im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Alkersleben - Bösleben-Wüllersleben - Ilmtal - Wolfsberg - Ilmenau - Plaue - Arnstadt - Dornheim

Gemeindegliederung

Die zwölf Ortsteile der Gemeinde sind:

Ortsteil Einwohner
31. Dez. 2004
Fläche Höhe ü. NN Ersterwähnung
Branchewinda 169 3,33 km² 387 m 876
Dannheim 294 6,47 km² 377 m 750
Ettischleben 157 3,49 km² 312 m 750
Görbitzhausen 118 1,62 km² 341 m 1186
Hausen 159 1,67 km² 332 m 932
Kettmannshausen 95 2,01 km² 414 m 1450
Marlishausen 1.161 7,74 km² 319 m 750
Neuroda 197 5,12 km² 402 m 1378
Reinsfeld 195 5,49 km² 448 m 1209
Roda 75 2,81 km² 340 m 1239
Schmerfeld 91 2,99 km² 430 m 1303
Wipfra 186 5,06 km² 402 m 1348

Geschichte

Die Gemeinde Wipfratal wurde 1994 gebildet. Die Orte sind teils deutlich über 1000 Jahre alt und von Fachwerkgehöften geprägt. Die Orte im nördlichen Gemeindeteil gehörten bis 1920 zum Amt Arnstadt des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen. Der südliche Teil war zersplittert: Schmerfeld und Wipfra gehörten zum Amt Ilmenau im Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach, Neuroda und Kettmannshausen zum Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha und Reinsfeld zum Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen. Im neu gebildeten Land Thüringen gehörte das Gebiet der Gemeinde zunächst zum Landkreis Arnstadt, der 1952 geteilt wurde. Die Orte der Gemeinde verblieben im nun zum Bezirk Erfurt gehörenden Kreis Arnstadt. 1994 ging dieser im Ilm-Kreis auf.


Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl:

Jahr Einwohner
1994 2560
1995 2595
1996 2652
1997 2688
1998 2711
1999 2746
2000 2756
Jahr Einwohner
2001 2816
2002 2917
2002 2911
2003 2954
2004 2925
2005 2941
2006 2968

Politik

Erfüllende Gemeinde für Wipfratal ist die Stadt Arnstadt.

Gemeinderat

Der Rat der Gemeinde Wipfratal besteht aus 14 Ratsfrauen und Ratsherren.

(Stand: Kommunalwahl am 27. Juni 2004)

Bürgermeister

Der ehrenamtliche Bürgermeister Werner Schmidt wurde am 27. Juni 2004 gewählt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Wirtschaft der Gemeinde ist von der Landwirtschaft und der Viehwirtschaft geprägt. Industrie gab und gibt es nicht. Viele Einwohner pendeln zum Arbeiten in die Städte der Umgebung, von denen die Gemeinde Wipfratal mit ihrem billigen Bauland in den letzten Jahren deutlich profitieren konnte. So stieg die Einwohnerzahl seit der Gemeindegründung 1994 um etwa 400 Personen an und in Marlishausen entstanden größere Einfamilienhaussiedlungen. Im Ortsteil Hausen wurde ein altes Bauerngehöft zum Öko-Hof Hausen umgestaltet.

Verkehr

Am Westrand des Ortsteils Marlishausen befindet sich die Anschlussstelle Anstadt-Süd der Autobahn A 71, die die Gemeinde in Nord-Südrichtung durchquert. Der Verkehr zwischen den Ortsteilen verläuft über Landes- und Kreisstraßen. Marlishausen verfügt zudem über einen Bahnhof an der Bahnstrecke Arnstadt–Saalfeld. Durch die Gemeinde führt parallel zur A 71 auch die Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Geschichtsdenkmale

Ein Gedenkstein auf dem Friedhof in Reinsfeld erinnert an sechs Opfer eines Todesmarsches von KZ-Häftlingen, der gegen Endes des Zweiten Weltkrieges durch die Gemarkung der Gemeinde führte. Sie, wie auch die anderen Opfer, die in Kettmannshausen und Dannheim begraben sind, wurden von SS-Angehörigen ermordet.[2]

Quellen

  1. Einwohnerzahlen
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S.149f., ISBN 3-88864-343-0
 Commons: Wipfratal – Bilder, Videos und Audiodateien