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Demel

Koordinaten: 48° 12′ 31″ N, 16° 22′ 02″ O

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Demel (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ch. Demel’s Söhne GmbH
Unternehmensform GmbH
Gründung 1786
Unternehmenssitz Wien
Website Demel

Der Demel ist eine weltweit bekannte Konditorei in Wien. Das auch heute noch als k.u.k. Hofzuckerbäckerei firmierende Unternehmen wurde 1786 von dem aus Württemberg stammenden Zuckerbäcker Ludwig Dehne am Michaelerplatz gegründet. 1857 gab der Sohn des Gründers, August Dehne, den Betrieb an seinen Gehilfen Christoph Demel weiter, der die Bäckerei an den Kohlmarkt verlegte. Das Haus wurde von den Demels beziehungsweise dem Gatten von Klara Demel geführt, bis es 1972 von Udo Proksch übernommen wurde. Nachdem Proksch 1989 im Zusammenhang mit dem Lucona-Skandal verhaftet wurde, übernahm es Günter Wichmann. Ab 1994 war die Raiffeisenbank Besitzer der Wiener Traditionsbäckerei, im Jahr 2002 übernahm das Cateringunternehmen Do & Co den Demel.

Berühmt ist das Kaffeehaus zum einen für sein von den Innendekorateuren Portois & Fix gestaltetes Interieur im Stil des Rokoko, zum anderen für seine aufwändig gestalteten Schaufenster, in denen Schaustücke des Zucker- und Schokoladenhandwerks opulente Blickfänge darstellen. Eine Eigenheit des Demel ist, dass die stets weibliche Bedienung, liebevoll Demelinerinnen genannt, den Gast traditionellerweise nicht persönlich, sondern mit dem Satz „Haben schon gewählt?“ anspricht.

Eine der bekanntesten Spezialitäten des Hauses ist „Demels Sachertorte“. Die weltberühmte Sachertorte wurde von Franz Sacher erfunden, in ihrer heute bekannten Form jedoch erst von seinem Sohn Eduard Sacher während dessen Ausbildung im Hause Demel vollendet. Bis 1965 gab es einen langjährigen Rechtsstreit zwischen dem Hause Demel und dem Hotel Sacher: Das Hotel pochte auf sein Namensrecht, Demel hingegen konnte darauf verweisen, schon seit Erfindung der Torte die Bezeichnung "Original Sacher-Torte" verwendet zu haben. Der Streit wurde zugunsten des Hotels Sacher entschieden; die Demelsche Torte heißt heute „Demel's Sachertorte“ und wird nach wie vor in Handarbeit hergestellt. Äußerlich unterscheidet sie sich von der „Original Sacher-Torte“ dadurch, dass sich eine Schicht aus Marillenmarmelade nicht nur unter der Schokoladenglasur, sondern auch in der Mitte der Torte befindet.

Neben der Sachertorte finden sich weitere Spezialitäten wie die Demeltorte (Mandel-Orangen-Masse mit Johannisbeermarmelade, Marzipan und Schokoladenüberzug), Annatorte, Dobostorte, Fächertorte, russische Punschtorte, Esterhazytorte und Apfelstrudel.

Beliebt bei vielen Touristen sind die kandierten Veilchen, mit denen Demel früher schon den kaiserlichen Hof belieferte und die angeblich die Lieblingsnascherei der Kaiserin Elisabeth („Sisi“) waren.

Die elitäre Gemeinschaft Club 45 hatte während der Ära Proksch im Obergeschoss der Bäckerei ihren Sitz.

Literatur

 Commons: Demel – Bilder, Videos und Audiodateien