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Piktischer Symbolstein

Die Steinmonumente, die als Piktischer Symbolstein (engl. Pictish oder Sculptured Stone) bezeichnet werden, entstanden im nördlichen Schottland hauptsächlich zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert n. Chr.

In Irland wurden verzierte Menhire bereits in der Eisenzeit aufgestellt, aus Schottland sind hingegen solche Monumente aus dieser Zeit nicht bekannt. Die Kunst des letzten Jahrtausends v. Chr. beschränkte sich in Schottland auf die Dekoration von Bronze- und Töpferware. Erst aus der Zeit der römischen Besetzung wurde bildhauerisch bearbeiteter Stein im öffentlichen Raum (Antoninuswall) gefunden. Die dadurch neu initiierten heimischen Stile helfen, die Territorien der Völker im frühmittelalterlichen Schottland abzugrenzen: Pikten, Skoten, Briten und Angeln.

Im Nordteil Schottlands waren die Pikten beheimatet. Die Steine zeigen eine Vielfalt von Motiven, die heute als Doppel-Scheibe, Z-Stab (Alyth church), Halbmond, V-Stab oder ähnlich bezeichnet werden. Viele Theorien über die Deutung der Symbole wurden aufgestellt. Sie umfassen Aussagen über politische Ehebündnisse, Aufzeichnungen über territoriale Grenzen und Denkmäler für tote Würdenträger, aber keine dieser Aussagen ist belegbar.

Diese Angelegenheit soll in Freiluftmuseen wie Aberlemno (Angus) und Strathmiglo Fife und in den Museen von Forfar, Dundee, Inverness und Dunrobin erforscht werden. Piktische Symbole wurden auch auf den Wänden der Höhle von East Wemyss in Fife gefunden und Stiere wurden in die Mauern von Burghead dem großen piktischen Burgwall in Moray eingefügt. Die Wichtigkeit dieses Gebietes mit seinen Häfen und dem reichen Hinterland wird durch eine Anzahl von Symbolsteinen reflektiert. In der Nähe liegt Covesea, die Höhle des Bildhauers, benannt nach den Schnitzereien auf den Wänden, wovon einige Pikten-Symbole sind. Die um den Höhleneingang platzierten Symbole schließen das dreifache-Oval den Halbmond und V-Stab ein. Die Ausgrabungen haben gezeigt, dass diese große und Höhle wenigstens zwei Phasen von Aktivität erlebte, eine frühe im ersten Jahrtausend v. Chr. und eine in der frühen Piktenzeit. Der nördlichste Symbolstein ist der Wolf-man von Mail, gefunden bei Cunningsburgh auf Shetland. Ein noch an der Straße stehender ist der Maiden Stone bei Pitcaple.

Kunsthistorisch wurde festgestellt, dass diese Symbole ins 6. und 7. Jh. zu datierten sind. Dies wird durch ein Radiocarbon-Datum aus der Mitte des 6. Jh. gestützt. Im häuslichen Kontext wurde bei Pool auf der Insel Sanday, Orkney, ein sehr roher Symbolstein gefunden. Die Symbole wurden zuvor vielleicht auf organischen Materialien wie Holz und Leder aufgebracht. Bisher wurde keine Spur von Farbe auf den Steinen gefunden. Vermutlich wurde aber Farbe benutzt um die Designs zu betonen.

Im späten 8. und 9. Jahrhundert erscheinen im Piktengebiet Steine mit christlichen Motiven neben den Symbolen. Sie zeigen, dass die Pikten nun Zugang zu christlicher Ikonographie gefunden hatten. Die biblische Geschichte von David war ein Favorit der Darstellung. Auf dem steinernen Schrein von St. Andrew ist sie beeindruckend gestaltet. Motive wie Daniel in der Löwengrube oder Paulus und Antonius, die Brot in der Wüste brechen, kommen ebenso vor. Diese Bildsteine erreichten auch Nordirland, wofür die Kreuzsteine von Tynan Co. Armagnagh und Inishmacsaint Co. Fermagnagh. Bevor sie dann freistehende Kreuze schufen, wählten die Pikten große Steintafeln (Cross-slabs) aus, die sie vor dem Hintergrund des Kreuzes ausführlich dekorierten. Obwohl die piktische Symbolik mit dem Christentum vereinbar war, wurde sie aber nie auf das Kreuz gesetzt.

Literatur