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Javelwasser

Eau de Javel, auch Javelwasser oder (inkorrekt) Javellewasser genannt, ist eine wässrige Lösung von Kaliumhypochlorit (KClO), eventuell in einer Mischung mit anderen Salzen wie Kaliumchlorid (KCl). Insbesondere im Haushaltsbereich ist damit auch eine wässrige Natriumhypochloritlösung gemeint. Bezeichnet nach seinem ursprünglichen Herstellungsort, dem französischen Städtchen Javel (heute ein Teil von Paris), wo es seit 1792 fabrikmäßig hergestellt wurde, war es das erste chemische Bleichmittel. Die Verwendung von Eau de Javel als Bleichmittel in der Textilindustrie geht auf Claude-Louis Berthollet zurück, der auch die entfärbende Wirkung entdeckt hat. 1820 wurde von dem Apotheker Antoine Germain Labarraque auch die Bakterien abtötende Wirkung von Hypochloritlösung untersucht, dass zu diesem Zweck verwendet, dann auch als "Eau de Labarraque" bezeichnet wurde.

Aufgrund seiner antimikrobiotischen Wirkung wird Eau de Javel auch zur Desinfektion verwendet – insbesondere das Wasser von Schwimmbädern wird so rein gehalten und es ersetzt das gefährliche Chlorgas. Ferner findet es Verwendung bei der Entgiftung cyanidischer Abwässer.

Der Einsatz von Javelwasser für die Desinfektion von Korkrinde, obwohl noch sehr gebräuchlich, gilt als problematisch, da das dabei entstehende Produkt 2,4,6-Trichlorphenol von Mikroorganismen in 2,4,6-Trichloranisol umgewandelt wird. Das Trichloranisol, welches aus dem Korken in den Wein diffundiert, ist der Verursacher des unangenehmen Korktons. Dabei wird vom Menschen das Trichloranisol noch in einer Verdünnung von eins zu zwei Milliarden wahrgenommen.

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