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Hinrich Wilhelm Kopf

Hinrich Wilhelm Kopf (* 6. Mai 1893 in Neuenkirchen (Land Hadeln); † 21. Dezember 1961 in Göttingen) war erster Ministerpräsident (SPD) von Niedersachsen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem Besuch der Volksschule seines Heimatdorfs, welche heute seinen Namen trägt, besuchte er das Realprogymnasium in Otterndorf und wechselte dann auf die Höhere Staatsschule nach Cuxhaven, wo nach seinem Tode eine Kaserne nach ihm benannt wurde. Im Alter von 16 Jahren brach er die Schule ab, um nach Amerika auszuwandern. Hier schlug er sich etwa 9 Monate in New Jersey mit Aushilfsjobs durch, kehrte dann aber nach Deutschland zurück. Hier ging er auf das Andreanum nach Hildesheim, wo er das Abitur ablegte und eine Lehre in einem landwirtschaftlichen Betrieb anschloss. Daraufhin absolvierte er ab 1913 ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Marburg und Göttingen. Er trat 1919 der SPD bei und war ab 1921 persönlicher Referent des Reichsministers des Innern Dr. Eduard David, anschließend Reg.-rat im Preußischen bzw. Thüringischen Innenministerium. 1923-28 war er im Bank- und Versicherungswesen tätig. Von 1928 bis 1932 war er als erster Sozialdemokrat Landrat in seinem Heimatkreis Hadeln. Nach seiner Entlassung aus dem öffentlichen Dienst 1933 war Kopf zunächst als selbständiger Kaufmann und Landwirt tätig.

Von 1939 bis 1943 war Kopf im Auftrag der nationalsozialistischen Regierung als Vermögensverwalter in Polen zunächst mit einer eigenen Firma gemeinsam mit dem Juristen Dr. Edmund Bohne, später dann für die Haupttreuhandstelle Ost tätig. In dieser Funktion beschlagnahmte er unter anderem polnisches Vermögen.

1948 versuchte die polnische Regierung ihn für diese Tätigkeiten mit einem Auslieferungsersuchen an die Britische Kontrollkommission Kopf als Kriegsverbrecher zur Verantwortung zu ziehen, das Höhere Militärgericht in Herford lehnte diese Antrag ab[1].

1945 wurde Kopf von der Britischen Militärregierung zum Regierungspräsidenten in Hannover ernannt. In der Folge war er maßgeblich an den Konzepten zur Gründung des Landes Niedersachsen beteiligt, dessen erster Ministerpräsident er am 1. November 1946 wurde. Gemeinsam mit Adolf Grimme und Fritz Sänger arbeitete er die 1951 verabschiedete niedersächsische Landesverfassung aus.

Nach seiner zweiten Amtsperiode zog sich Kopf 1955 aus der Politik zurück und nahm einen Posten als Aufsichtsratsmitglied beim Hüttenwerk Peine an. Im Jahr 1957 kehrte er als Innenminister in die Landespolitik zurück, von 1959 bis 1961 trat er erneut als Ministerpräsident an.

Seine Grabstätte befindet sich auf dem Stadtfriedhof Stöcken in Hannover (Abt. A 23, Nr. 1, großer Findling, am Südwestufer des Teichs).

Während seines Studiums war er Mitglied der fakultativ schlagenden schwarzen Verbindung Lunaburgia Göttingen im Miltenberger Ring.

Politische Ämter

Sprüche

Der aus einem landwirtschaftlichen Haus stammende Kopf liebte es deftig. Der plattdeutsche Autor Werner Tietje, ebenfalls aus Neuenkirchen, verfasste ein Buch mit dem Titel Hinnerk Willem Kopp über seine derben Sprüche. Auf sein Konto gehen Weisheiten wie: „Ich bin Sozialist, weil ich Christ bin“, aber auch der in dem alten Landratsamt eingerahmt hängende plattdeutsche Snack: „Pus´di man nich op, büst ok blot mit´n nookten Moors oppe Welt komen <Blas' Dich nicht auf, Du bist auch mit nacktem Hintern auf die Welt gekommen>“.

Literatur

Einzelnachweis

  1. [1], Niedersachsen Galerie der Persönlichkeiten
Personendaten
Kopf, Hinrich Wilhelm
erster Ministerpräsident von Niedersachsen
6. Mai 1893
Neuenkirchen (Land Hadeln), Deutschland
21. Dezember 1961
Göttingen, Deutschland