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Massachusetts Institute of Technology

Massachusetts Institute of Technology
Motto: Mens et Manus
(Geist und Hand)
Präsidentin: Susan Hockfield
Hochschultyp: privat
Gründungsdatum: 1861, eröffnet 1865
Ort: Cambridge, MA, USA
Stiftungsvermögen: $8,4 Mrd. US-Dollar[1]
Studiengebühr p.a.: $33.600 US-Dollar
Professuren: 998
Fachbereiche: 34
Anzahl Studierende:
* Undergraduates:
* Postgraduates:
10.253
4.127
6.126
wissenschaftliche
Mitarbeiter:
10.000
Betreuungsverhältnis
Professor zu Studierenden:
1:10
Nobelpreisträger: 63 [2]
Anschrift: 77 Massachusetts Avenue
Cambridge, MA 02139-4307
USA
Offizielle Website: mit.edu

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT, Technische Hochschule Massachusetts) ist eine Universität in Cambridge (Massachusetts) in den USA, gegründet 1861. Das MIT gilt als eine der weltweit führenden Universitäten im Bereich von technologischer Forschung und Lehre. Sie ist Mitglied der Association of American Universities, einem seit 1900 bestehenden Verbund führender forschungsintensiver nordamerikanischer Universitäten.

Das MIT ist eine private, nicht-konfessionelle technische Universität, die als erste Chemie-Ingenieure ausbildete und die Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften in die Ingenieurausbildung einbezog. Derzeit studieren am MIT 10.255 Studenten. Das MIT rühmt sich für das hohe Niveau der Ausbildung, wobei die Studenten schon früh in die Forschungsaktivitäten eingebunden werden.

Die Hochschule liegt am Charles River in Cambridge, direkt gegenüber von Boston und stromabwärts von der Harvard-Universität.

Rund um das MIT hat sich ein Cluster aus Hochtechnologie-Kleinfirmen entwickelt: In den späten 1990er Jahren war Risikokapital im Überfluss vorhanden, so dass der bevorzugte Karrierewunsch vieler Studenten darin bestand, eine High-Tech Startup-Firma zu gründen. Der als Telecom-Corridor bekannte Bereich entlang der Staatsstraße 128 entwickelte sich so zu einem Gegenpol des Silicon Valleys.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gegründet wurde das MIT nach dem Vorbild deutsch-und französischsprachiger polytechnischer Hochschulen am 10. April 1861 als dreigliedrige Einrichtung, bestehend aus „a society of arts, a museum of arts [industrial arts], and a school of industrial science.“ Der Gründer William Barton Rogers, ein bekannter Naturforscher, wollte eine unabhängige Universität schaffen, mit Ausrichtung auf die Erfordernisse eines zunehmend industrialisierten Amerikas. Wegen des amerikanischen Bürgerkriegs konnten die ersten Studenten erst 1865 aufgenommen werden. In den Folgejahren erlangte das MIT einen erstklassigen Ruf.

Wegen der andauernden Finanzierungslücken wurde um 1900 ein Zusammenschluss mit der benachbarten Harvard-Universität geplant. Dies konnte jedoch gegen massive Proteste ehemaliger MIT-Studenten nicht durchgesetzt werden. 1916 wurde der Campus von Boston nach Cambridge am gegenüberliegenden Flussufer verlegt.

Nach dem 2. Weltkrieg, in dem das MIT zur Entwicklung der Radartechnik beitrug, stieg das Ansehen des MIT weiter an. Das Wettrüsten und die Raumfahrt in der Zeit des kalten Krieges erzeugten eine staatlich geförderte Nachfrage nach Hochtechnologie. Das MIT trug dazu bei, mit Entwicklungen, wie dem frühen Computerprojekt „Whirlwind“, 1947 bis 1952 unter der Leitung von Jay W. Forrester aufhorchen zu lassen.

Weitere Entwicklungen aus den MIT-Labors der Nachkriegszeit waren der Ferrit-Kernspeicher sowie die automatische Raumsondensteuerung des Apollo-Programms. Seit dem Aufkommen des Personal Computers hat das MIT auch eine zentrale Rolle in den Schlüsseltechnologien des Informationszeitalters besetzt.

2001 konstatierte MIT-Präsident Charles Vest, dass das MIT als Institution die Karriere von weiblichen Fakultätsmitgliedern und Forschern in diskriminierender Weise behindert hatte. Er kündigte organisatorische Schritte zur Gleichstellung der Geschlechter an.

Am 6. Dezember 2004 trat Susan Hockfield, eine Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Molekularen Neurobiochemie, nach 15 männlichen Präsidenten als erste Präsidentin dieses Amt an.

Organisation

Campus

Der Campus des MIT liegt in Cambridge unweit der Harvard University direkt am Charles River mit Blick auf die Skyline von Boston. Am östlichen Ende grenzt es an die Longfellow Bridge, welche nach Boston führt.

Aus den Gründerjahren des MIT sind die »Maclaurin Buildings« zu erwähnen, die den Eingangsbereich zum Campus bilden. Sie wurden von Welles Bosworth im neoklassizistischen Stil der Zeit entworfen. Fertiggestellt wurden sie 1916. Kennzeichnend sind die großzügige Lichtführung und besonders der zentrale Kuppelbau.

Die Friese tragen die Namen großer Naturforscher, zum Beispiel Aristoteles, Isaac Newton, Benjamin Franklin, Louis Pasteur, Antoine Lavoisier, Michael Faraday, Archimedes, Leonardo da Vinci, Charles Darwin und Nikolaus Kopernikus, jeweils umgeben von Gruppen mit Namen passender Forscher, die zum jeweiligen Forschungsgebiet der „Großen“ beigetragen haben.

Lavoisier zum Beispiel befindet sich im Kreise von Boyle, Cavendish, Priestley, Dalton, Gay-Lussac, Berzelius, Woehler, Liebig, Bunsen, Mendelejew, Perkin und Van't Hoff.

Späteren Gebäuden aus den Jahren 1950 bis 1970 mangelt es dagegen an Ausstrahlung, auch wenn einige von ihnen vom MIT-Absolventen I. M. Pei entworfen wurden, so das Green Building (Hauptgebäude der Fakultät für Geo-, Atmosphären- und Planetenphysik), das Institut für Chemische Verfahrenstechnik als höchstes Gebäude auf dem Campus und das Wiesner Building, in dem das MIT Media Lab untergebracht ist.

Ein umfangreiches Bauprogramm in jüngster Zeit umfasste das »Stata Center«, entworfen von Frank Gehry, das Simmons Hall Studentenwohnheim, entworfen von Steven Holl, das Zeisiger-Sportzentrum und ein neues Gebäude, entworfen von Charles Correa, für das »Picower Center for Learning and Memory«, das »Institute for Brain and Cognitive Science« und das »McGovern Institute for Brain Research«.

Für das »Stata Center« musste 1998 ein altes Gebäude weichen, das im Zweiten Weltkrieg als Provisorium errichtet wurde. Eigentlich sollte es spätestens sechs Monate nach Kriegsende abgerissen werden, aber es erwies sich trotz seiner Hässlichkeit lange Jahre als eine Brutstätte für kreative Projekte.

Das von Architekturkritikern kontrovers (siehe zum Beispiel hier) diskutierte Stata Center, das an seiner Stelle im März 2004 eröffnet wurde, wird von vielen Benutzern als nutzerunfreundlich geschmäht. Die Arbeitsbedingungen sind nach Aussagen von Institutsangehörigen deutlich schlechter als bisher. Statt Büros für wenige Mitarbeiter gibt es nun Großraumbüros, für persönliche Unterlagen der Forschungsstudenten müssen Spinde reichen. Platznot ist überall zu spüren.

Zu den neuesten und architektonisch interessanten Gebäuden gehören:

Lehre

Das Lernpensum am MIT ist in den unteren Semestern sehr groß. Dennoch ist die Quote erfolgreicher Kursabschlüsse hoch. Dies erklärt sich aus der antiautoritären Kultur und dem Paradigma, dass erworbenes Wissen geteilt werden muss. In der Praxis heißt das, dass ältere Studenten und Professoren den jüngeren hilfreich zur Seite stehen.

Die Studieninhalte werden zunächst von einem Professor in einer Vorlesung vorgestellt und anschließend von Assistenten vertieft und detailliert. Die Assistenten stellen dann den Studenten Hausaufgaben zu den behandelten Themen, die meist in Gruppenarbeit gelöst werden: hier findet der eigentliche Lernprozess statt. Die erarbeiteten Resultate werden als „Bibeln“ gesammelt und von Semester zu Semester weitergereicht.

Regelmäßig während des Semesters finden schriftliche Prüfungen statt. Dabei wird weniger konkretes Wissen abgefragt, sondern vielmehr die Fähigkeit der Studenten überprüft, komplexe Probleme zu lösen. So gibt es kaum multiple-choice-Tests, die Arbeitsergebnisse sind frei zu formulieren. Analyse und Korrektur dieser Tests ist deshalb eine mühsame Arbeit.

Zusätzlich gibt es am MIT eine Besonderheit: die Lösung praktischer Aufgabenstellungen. Die Studenten bekommen eine Konstruktionsaufgabe und wetteifern um den besten Entwurf zur Lösung.

Im Rahmen des Undergrade Research Opportunities Program (UROP) werden bereits niedrige Semester in die Forschungsaktivitäten ihres Instituts eingebunden. Die praktischen Arbeiten hierzu finden größtenteils am Freitagnachmittag und am Wochenende statt, wenn der normale Lehrbetrieb ruht.

Neu ist dagegen die Übertragung von Vorlesung via Internet. Der 71-jährige niederländische Physiker Walter H.G. Lewin - Physikdozent am MIT „ist mittlerweile zum Star im Internet avanciert.“ [3]

Studienangebot

Neben dem Schwerpunkt Naturwissenschaften und Technik hat das MIT auch Institute für Philosophie, Betriebswirtschaft, Linguistik und Anthropologie.

Forschung

Institute

Unter den bekanntesten Forschungsinstituten sind zu nennen:

Kooperationen

Es gibt einige traditionelle Kooperationspartner:

Seit einigen Jahren geht das MIT verstärkt Partnerschaften mit diversen Universitäten sowie öffentlich und privat finanzierten Forschungslabors ein. Die Projekte sind im allgemeinen vom externen Partner zu finanzieren und dienen somit der Geldmittelbeschaffung des MIT. Das MIT als privatwirtschaftliche Organisation vermarktet auf diese Weise sein Renommee und die Forschungskapazität der Fakultätsmitglieder und Studenten.

Studenten

Statistik

Von den 10.206 Studenten sind ungefähr 4000 „Undergraduates“ und 6000 „Graduates“. 43 % der Studentenschaft sind weiblich (29 % der Graduates). Es gibt Studenten aus allen 50 US-Bundesstaaten und aus 110 verschiedenen Ländern. 9 % der „Undergraduates“ und 40 % der „Graduates“ sind ausländische Studenten.

45 % der „Undergraduates“ (17 % der „Graduates“) gehören einer amerikanischen Minderheit an [4]:

Herkunft der internationalen Studenten (2006)[5]:

Die MIT-Kultur

Die Studenten sind mit hohen Anforderungen konfrontiert, allerdings zum überwiegenden Teil hoch motiviert. Das MIT hat auf Vorwürfe reagiert, die hohen Anforderungen würden Studenten sogar bis in den Selbstmord treiben: eine intensivere psychologische Betreuung soll die Situation verbessern.

Wie an vielen amerikanischen Universitäten leben die Studenten meist recht beengt in Wohnheimen auf dem Campus. Es gibt traditionell deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Wohnheimen: In einigen ist die Hippie-Kultur präsent, während andere einen betont bürgerlichen Stil pflegen.

Für eine nicht musisch geprägte Universität ist der Anteil aktiv musizierender Studenten recht hoch: Es gibt ein Symphonieorchester und mehrere klassische Chöre mit studentischen Musikern.

Das Ethos des MIT ist ausgeprägt antiautoritär, gleichzeitig glaubt man an den Sinn einer Leistungselite, deren sozialer Status sich aus intellektueller Überlegenheit heraus rechtfertigt, nicht aus der Herkunft oder formaler hierarchischer Positionen.

Am MIT ist es Usus, dass Informationen offengelegt werden sollen und nicht verdeckt werden dürfen. Jede Behauptung ist möglicher Gegenstand einer kritischen Überprüfung, ihre Akzeptanz darf sich nicht auf allgemein gültige Ansicht oder Direktiven „von oben“ berufen.

Diese ethische Einstellung wird auch bei vielen Hackern angenommen: Am MIT wird der Begriff Hack weit definiert, im Sinne eines überraschenden technisch-ausgefeilten Kunstgriffs, wobei die besten Hacks einen humoristischen Aspekt besitzen. Der Begriff Hacker wurde am MIT geprägt, einige Wurzeln der Hacker-Kultur lassen sich zum MIT der 50er und 60er Jahre zurückverfolgen: Am MIT arbeiteten Urväter der Hacker-Szene wie Richard Stallman, Jay Sussman und Tom Knight.

Sport

Die Sportteams des MIT sind die MIT Engineers. Die Hochschule ist Mitglied in der New England Women's and Men's Athletic Conference und nehmen damit an der 3. Division der National College Athletic Association teil.

Berühmte Persönlichkeiten

Nobelpreisträger

Professoren und Dozenten

Absolventen

Einzelnachweise

  1. MIT endowment rises 23 percent to $8.4 billion, Associated Press
  2. MIT Nobelists
  3. Die Mutter aller Pendel www.sueddeutsche.de 21.12.2007
  4. http://web.mit.edu/facts/enrollment.shtml MIT Facts 2006, Enrollment
  5. http://web.mit.edu/registrar/www/stats/geofinal.html

Literatur

 Commons: Massachusetts Institute of Technology – Bilder, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: MIT – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

Koordinaten: 42° 21' 32" N, 71° 5' 34" W