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Jazygen

Die Jazygen (lat. Iazyges) waren ein sarmatischer Stamm, der ursprünglich westlich des Don an der Schwarzmeerküste beheimatet war.

Ihre Ansiedlung zwischen Donau und Theiß im 1. Jahrhundert wurde zusätzlich von Rom gefördert, um einen Keil zwischen germanisches und dakisches Territorium zu treiben.

Der ungarische König Béla IV förderte im 13. Jahrhundert die Ansiedlung von Jazygen in der dünn besiedelten Steppe östlich von Buda und Pest, um die Hauptstadt besser vor Angriffen der Mongolen zu schützen. Etwa 100 Jahre später erhielten diese sogar eine begrenzte Selbstverwaltung, im Gegenzug hatten sie dem König bewaffnete Truppen zu stellen. In den Türkenkriegen (1526-1541) und der nachfolgenden türkischen Besetzung Südungarns wurde ein großer Teil der Jazygen vertrieben oder verließ freiwillig Haus und Hof. Einige Nachfahren kehrten später zurück, dieses war jedoch mit Schwierigkeiten verbunden, da die ungarische Krone das Land zwischenzeitlich an den Deutschen Orden verkauft hatte und die Bauern ihr Land zurückkaufen mussten.

1876 wurden die Sonderrechte der Jazygen abgeschafft, mit dem Ziel alle nichtslawischen und nichtromanischen Minderheiten mit dem ungarischen "Staatsvolk" zu verschmelzen bzw. zu "magyarisieren", da die Ungarn innerhalb ihres Königreichs gegenüber einer slawischen Mehrheit und dem wachsenden Panslawismus allmählich in die Minderheit geraten waren. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Jazygen bereits mit den Resten der im Mittelalter ebenfalls aufgenommenen Petschenegen vermischt.

Heute erinnern in Ungarn Orte wie Jászberény (Hauptort des 1.100-km²-Komitats Jazygien bis 1876), Jászladány, Jászapáti, Jászárokszállás, Jászdózsa, Jászágó, Jászjákóhalma, Jászfelsőszentgyörgy, Jászalsószentgyörgy, Jászfényszaru und Jászkisér an die Jazygen. Es wird noch immer und wieder die jazygische Kultur gepflegt, regelmäßig finden Kulturfestivals statt, wie z. B. jährlich das Welttreffen der Jazygen.