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Mein Name ist Joe

Filmdaten
Deutscher Titel: Mein Name ist Joe
Originaltitel: My Name is Joe
Produktionsland: Großbritannien
Erscheinungsjahr: 1998
Länge (PAL-DVD): 105 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 12
Stab
Regie: Ken Loach
Drehbuch: Paul Laverty
Produktion: Rebecca O'Brien, Ulrich Felsberg
Musik: George Fenton
Kamera: Barry Ackroyd
Schnitt: Jonathan Morris
Besetzung
  • Peter Mullan: Joe Kavanagh
  • Louise Goodall: Sarah Downie
  • David McKay: Liam
  • Anne-Marie Kennedy: Sabine
  • David Hayman McGowan
  • Gary Lewis: Shanks
  • Lorraine McIntosh: Maggie
  • Scott Hannah: Scott

Mein Name ist Joe (Originaltitel: My Name is Joe) ist eine britische Tragikkomödie von Regisseur Ken Loach aus dem Jahre 1998 nach einem Drehbuch von Paul Laverty. Der Film wurde am 15. Mai 1998 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele von Cannes uraufgeführt. Der deutsche Kinostart war am 7. Januar 1999.

Ken Loach wurde für diesen Film vielfach ausgezeichnet. Neben einer Goldenen Palme in Cannes für Loach, erhielt der Film bei den ersten British Independent Film Awards 1998 gleich drei Preise und wurde für zwei weitere nominiert.

Für den Schauspieler Peter Mullan bedeutet die mehrfach international ausgezeichnete Darstellung des Joe Kavanagh den Durchbruch in seiner Karriere.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

„Mein Name ist Joe“, mit diesen Worten stellt sich der 37-jährige Joe Kavanagh bei den Anonymen Alkoholikern vor. Im Glasgow der 90er Jahre hält sich der wegen Drogendelikten vorbestrafte Sozialhilfeempfänger mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Er trainiert unter anderem eine Fußballmannschaft sozial benachteiligter Jugendlicher.

Einer der Spieler seiner Mannschaft ist Liam, der ebenfalls wegen Drogenhandels vorbestraft ist und für den das Fußballspielen die einzige Möglichkeit bedeutet, mit der Vergangenheit abzuschließen. Liam hat trotz seiner Jugend bereits einen Sohn.

Über Liam lernt Joe die Sozialarbeiterin Sarah Downie kennen, und es entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen den beiden, die allerdings fortwährend durch ihre unterschiedliche Herkunft und Joes Drogenvergangenheit auf die Probe gestellt wird.

Liam schuldet den Gangsterboss McGowan aus seiner Zeit vor dem Gefängnis 500 britische Pfund. Diese Schulden sind durch den Drogenkonsum von Liams Freundin Sabine auf 2000 Pfund angewachsen. Als McGowan die Rückzahlung von Liam und Sabine verlangt und diese die Summe nicht aufbringen können, droht er entweder Sabine auf den Strich zu schicken, um so das Geld aufzubringen oder Liam die Beine zu zerschlagen.

Um seinem Freund zu helfen, spricht Joe mit McGowan, kann diesen aber nicht von seinen Forderungen abbringen. Joe bietet an, selbst noch zwei Drogenfahrten für McGowan zu übernehmen, um Liam und Sabine von ihren Schulden zu befreien. Danach überredet er Liam und Sabine aus dem Einflussbereich von McGowan zu fliehen und die Stadt zu verlassen.

Joe kann seine Kontakte zu Verbrechern und Tätigkeiten nicht vor Sarah verbergen und nach dem ersten Drogenschmuggel trennt sie sich von ihm. Joe will Sarah nicht verlieren und versucht erneut mit McGowan zu verhandeln. Es kommt zum einem Streit bei dem sich Joe mit McGowans Leibwächter schlägt und dessen Auto demoliert. Von den Ereignissen emotional stark mitgenommen, beginnt Joe noch am selben Abend erneut Alkohol zu trinken.

Liam, der sich nicht überwinden konnten seinen Freund zurückzulassen, erscheint in Joes Wohnung, kann diesen aber nicht dazu bringen, ebenfalls die Stadt zu verlassen. Noch in Joes Wohnung bekommt Liam einen Anruf von Sabine, die ihn warnt, dass die Männer von McGowan auf dem Weg zu Joe seien, nachdem sie die Wohnung von Liam und Sabine verwüstet haben. Liam kann Joe wegen dessen Trunkenheit nicht aus der Wohnung bringen, sieht keinen Ausweg mehr und springt aus Verzweifelung aus dem Fenster. Der Film endet mit der Beerdigung von Liam.

Kritik

„In dem Konflikt zwischen Pragmatismus und Moral, zwischen Einzelfall und Prinzip gibt es weder Gute noch Böse, sondern nur Opfer. Um so erstaunlicher, wie leicht, freundlich und unterhaltsam der Film trotz des schwergewichtigen Themas wirkt.[1]

Peter Lau: cinema

„Mein Name ist Joe ist ein plastisches Porträt eines sozialen Brennpunktes in Glasgow. Mit dieser Mischung aus realistischer Milieustudie und bewegender Liebesgeschichte vor dem Hintergrund humanistischer Ideale hat Loach ein lebensnahes Melodram geschaffen, das unmissverständlich klar macht, wie sehr das Private politisch ist.[2]

– 3sat online

Auszeichnungen

Internationale Filmfestspiele von Cannes 1998

British Independent Film Awards 1998

Empire Awards 1999

Europäischer Filmpreis 1998

London Critics Circle Film Awards 1999

Einzelnachweise

  1. cinema online: cinema online Mein Name ist Joe. 2008-05-30 (Stand: 2008-05-30).
  2. 3sat online: 3sat online Mein Name ist Joe. 2004-05-18 (Stand: 2008-05-30).