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Gera

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Gera (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 53′ N, 12° 5′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Höhe: 205 m ü. NN
Fläche: 151,93 km²
Einwohner: 102.733 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 676 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 07545–07557 (alt: 6500–6505)
Vorwahlen: 0365, 036695
Kfz-Kennzeichen: G
Gemeindeschlüssel: 16 0 52 000
Stadtgliederung: 40 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Kornmarkt 12
07545 Gera
Webpräsenz:
www.gera.de
Oberbürgermeister: Dr. Norbert Vornehm (SPD)

Gera ist eine kreisfreie Stadt im Osten Thüringens und nach der Landeshauptstadt Erfurt und Jena die drittgrößte Stadt des Freistaates Thüringen. Gera liegt an der Weißen Elster im ostthüringischen Hügelland in etwa 200 Metern Höhe. Leipzig liegt etwa 60 Kilometer in nördlicher Richtung, Erfurt 80 Kilometer westlich und Chemnitz ungefähr 70 Kilometer östlich.

Gera hat historische Bedeutung als Landeshauptstadt des Fürstentums Reuß jüngerer Linie (1848 bis 1918) sowie des Volksstaates Reuß (1918 bis 1920). Mit Einsetzen der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt ein großes Wachstum und löste Mühlhausen als „zweite Stadt Thüringens“ ab. Gera gehörte zur Blütezeit der Stoff- und Tuchindustrie zu einer der reichsten Städte in Deutschland. Über 100, zum Teil sehr bedeutende Stadtvillen (z. B. Villa Schulenburg) zeugen heute vom Glanz und Reichtum vergangener Zeiten. Die Stadt wurde während des 19. Jahrhunderts auch zum Verkehrsknotenpunkt, da am Hauptbahnhof zahlreiche Bahnstrecken zusammentreffen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Gera teilweise durch Bombardements zerstört. 1952 wurde die Stadt Sitz des neu geschaffenen Bezirks Gera. Seit 1990 gehört sie wieder zu Thüringen und ist hier eines von drei Oberzentren. Die Stadt ist Sitz der Berufsakademie Gera, einer privaten medizinischen Hochschule und war Veranstaltungsort der Bundesgartenschau 2007.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Gera liegt im Osten des Freistaates Thüringen, nahe den Grenzen zu Sachsen-Anhalt und Sachsen im Tal des Flusses Weiße Elster und ist vom Landkreis Greiz umschlossen. An der südlichen Stadtgrenze (bei Wünschendorf) tritt diese aus ihrem engen Tal am östlichen Rand des Thüringer Schiefergebirges heraus und fließt in eine breite Tallandschaft, in der sich die Stadt Gera ausbreitet. Während der Westrand des Tales relativ steil abfällt, steigt der Ostrand allmählich an. Zudem werden die Randgebiete der Stadt im Westen sowie im Südosten des Stadtgebietes durch die Täler zahlreicher kleinerer Nebengewässer der Weißen Elster wie dem Gessenbach eingeschnitten.

Gera liegt auf einer Höhe zwischen 180 m ü. NN (Bett der Weißen Elster) und 354 m (bei Gera-Falka im äußersten Südosten). Als Höhe Geras wird meist 205 m über NN angegeben, die Höhe des Marktplatzes.

Gera hat mit dem Geraer Stadtwald im Westen des Stadtgebietes die größte zusammenhängende Waldfläche aller Thüringer Städte. Ein weiteres großes Waldgebiet – ein Ausläufer des Zeitzer Forstes – befindet sich im äußersten Nordwesten der Stadt.

Geologie

Die hauptsächlich vertretenen Gesteinsarten sind Kalkstein und Rotliegendes. Im Norden des Stadtgebietes gibt es geringe Vorkommen von Braunkohle, die im 19. Jahrhundert abgebaut wurden.

Nachbargemeinden

Folgende Gemeinden grenzen an die Stadt Gera. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Nordosten genannt:

Stadtgliederung

Hauptartikel: Liste der Stadtteile von Gera

Das Stadtgebiet gliedert sich in 40 Stadtteile, die zu 12 Gemeindeteilen zusammengefasst sind. Einige der Stadtteile sind zugleich Ortschaften oder bilden mit anderen Stadtteilen eine Ortschaft. In Gera gibt es 14 Ortschaften mit einem eigenen Ortschaftsrat und einem Ortsbürgermeister.

Siehe hierzu auch Liste der Eingemeindungen.

Geschichte

Historischer Abriss

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Gera

Der Name Gera bezeichnete ursprünglich den Abschnitt des Elstertals, wo sich heute die Stadt befindet. Er entstand vermutlich schon vor der Völkerwanderungszeit und wurde von den seit dem 8. Jahrhundert ansässigen Slawen übernommen. Im Jahre 995 wurde der Name Gera in einer Grenzbeschreibung erstmals erwähnt. 999 kam die provincia Gera in den Besitz des Stiftes Quedlinburg, dessen Äbtissin 1209 die Vögte von Weida als Verwalter des Gebietes einsetzte. Aus diesen entwickelte sich im Lauf der Jahrhunderte durch zahlreiche Erbteilungen das Fürstenhaus Reuß.

Nachdem im Zentrum des Gebietes Gera im 12. Jahrhundert eine Siedlung gleichen Namens entstanden war, erlangte diese im frühen 13. Jahrhundert (vor 1237) das Stadtrecht. Anfangs entwickelte sich die Stadt nur langsam. 1450 wurde sie im Sächsischen Bruderkrieg fast völlig zerstört.

Seit 1564 war Gera Residenzstadt der Linie der jüngeren Reuß. Diese Zeit bedeutete eine Blüte für Gera, in dem die Textilindustrie seit dem 15. Jahrhundert an Bedeutung gewonnen hatte. Unter dem Landesherrn Heinrich Posthumus Reuß nahm die Bedeutung der Stadt weiter zu. 1686 und 1780 wurde die Stadt durch Brände weitestgehend zerstört.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Gera zu einem Industriezentrum. Im Jahr 1882 gründete Oscar Tietz mit dem Geld seines reichen Onkels Hermann den Laden, aus dem sich im Laufe der Jahre eine der erfolgreichsten Kaufhausketten entwickeln sollte - Hertie. Zehn Jahre später, 1892, nahm die Geraer Straßenbahn ihren Betrieb auf.

Nach der Abdankung des letzten Fürsten in der Novemberrevolution kam Gera 1920 zum Land Thüringen und bildete dessen größte Stadt.

Während des Zweiten Weltkriegs zerstörte am 6. April 1945 ein schwerer Luftangriff große Teile der Stadt. Nach Kriegsende wurde es wie das übrige Thüringen zunächst US-amerikanisch, dann aber sowjetisch besetzt und war daher ab 1949 Bestandteil der DDR. 1952 wurde es Bezirksstadt.

In der DDR-Zeit wurde es durch den Uranerzbergbau in Ronneburg zur Großstadt und erreichte 1989 fast 140.000 Einwohner. Nach der Wende sank die Einwohnerzahl rapide und beträgt jetzt nur noch knapp über 100.000.

2005 erreichte die Stadt Gold beim Bundeswettbewerb „Unsere Stadt blüht auf“.

Religion

Die Bevölkerung der Stadt Gera gehörte anfangs zum Bistum Naumburg. Das Stift Quedlinburg erließ wohl schon vor 1200 eine Kirchenordnung für die Stadt. Gera war Sitz eines Dekanats innerhalb des Archidiakonats Zeitz. 1533 wurde die Reformation eingeführt. Danach war die Stadt über viele Jahrhunderte eine fast ausschließlich protestantische Stadt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis. Die Kirche teilte die Geschicke der Landesherren von Reuß. Die kleine „Evangelisch-Lutherische Kirche des Fürstentums Reuß jüngere Linie“, deren Sitz sich in Gera befand, schloss sich 1920 mit sechs anderen Landeskirchen Thüringens zur „Thüringer Evangelischen Kirche“ zusammen, aus der sich später die Evangelisch-Lutherische Kirche in Thüringen entwickelte. Innerhalb dieser Landeskirche ist Gera Sitz einer Superintendentur, der zum Aufsichtsbezirk Ost gehört, dessen Kreiskirchenamt sich ebenfalls in Gera befindet. Die heute bestehenden 13 evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden beziehungsweise Pfarrämter gehören somit alle zur Superintendentur Gera.

Im 19. Jahrhundert zogen auch wieder Katholiken in die Stadt. 1894 gründeten sie wieder eine eigene Kirchengemeinde und erbauten die Kirche St. Elisabeth, zu der auch die Katholiken benachbarter Städte und Gemeinden gehörten. Bereits 1903 wurde in der Nicolaistraße 4 in Gera die dortige Fabrikhalle zur Kirche umgebaut und geweiht. Die Kirche erhielt als Schutzpatronin die Heilige Elisabeth von Thüringen. 100 Jahre nach der Einweihung der „St. Elisabeth“-Kirche war die Bausubstanz der einstigen Fabrikhalle nicht mehr sanierfähig. So entschloss die Gemeinde, ein nahe liegendes Grundstück mit einem sanierungsfähigen Gründerzeit-Gemeindehaus und dem Bauplatz für einen Kirchenneubau zu erwerben. Das Gemeindehaus wurde nach komplexen Umbauten im November 2000 eingeweiht. Heute gehören zur Pfarrei St. Elisabeth neben der Hauptkirche auch die Kapellen St. Jakobus in Gera-Langenberg und Maria Geburt in Ronneburg. Ferner gibt es in Gera noch die Pfarrei Hl. Maximilian Kolbe. Die Stadt ist heute Sitz eines Dekanats innerhalb des Bistums Dresden-Meißen.

Daneben gibt es auch noch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), die Evangelisch-methodistische Kirchengemeinde, die Freie Evangelische Gemeinde, die Adventgemeinde (Adventisten), die Evangelische Christengemeinde (Pfingstgemeinde), die Benjamin-Gemeinde (Forum Leben) und die Christliche Gemeinde.

Ferner sind eine Neuapostolische Gemeinde, eine Gemeinde der Apostolischen Gemeinschaft und die Zeugen Jehovas in Gera vertreten.

Ein jüdisches Gemeindeleben hat nach 1938 in Gera praktisch aufgehört zu existieren.

Eingemeindungen

Hauptartikel: Geschichte der Stadt Gera

Einwohnerentwicklung

Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Gera

Die Einwohnerzahl der Stadt Gera überschritt um 1959 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Vor dem Fall der Mauer 1989 erreichte sie mit etwa 135.000 ihren höchsten Wert. In dieser Zeit wurden die Neubaugebiete Bieblach-Ost und Lusan fertiggestellt. Seit Anfang der 1990er-Jahre fällt sie rapide ab und liegt derzeit bei etwa 102.000.


Politik

Historische Entwicklung

An der Spitze der Stadt Gera stand im 13. Jahrhundert ein cultetus des Stifts Quedlinburg, zu dem die Stadt seinerzeit gehörte. 1306 wurde das Schulzenamt den Vögten und Herren von Gera übertragen. Seit 1360 ist ein Rat nachweisbar. Im 15. Jahrhundert gab es mehrere Räte, zu denen jeweils ein Bürgermeister gehörte. Der regierende Rat besorgte die laufende Verwaltung, der sitzende Rat war für die Gerichtsbarkeit zuständig, und der ruhende beziehungsweise alte Rat wurde zu wichtigen Angelegenheiten hinzugezogen. Ab 1618 gab es noch zwei Kollegien, später wieder drei, und gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es zwei Bürgermeister, von denen der juristische Bürgermeister vom Landesherrn eingesetzt wurde. 1832 erhielt Gera eine neue Stadtverfassung. An der Spitze stand danach ein Oberbürgermeister, der ab 1933 von der NSDAP eingesetzt wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg bildeten die sowjetischen Besatzer den Rat der Stadt mit einem Oberbürgermeister. Freie Wahlen gab es während der DDR-Zeit nicht.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das nunmehr als Stadtrat bezeichnete Gremium wieder frei gewählt. Vorsitzender dieses Gremiums ist der „Stadtratsvorsitzende“. Das Gremium wählte anfangs auch den Oberbürgermeister. Seit 1994 wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt. Erster direkt gewählter Oberbürgermeister wurde der parteilose Ralf Rauch. Bürgermeister (Stellvertreter des Oberbürgermeisters) ist Norbert Hein (CDU). Einige Stadtteile haben außerdem einen Ortsbürgermeister, der auch Vorsitzender des Ortschaftsrats ist.

Der heutige Oberbürgermeister der Stadt ist Norbert Vornehm, der zwar SPD-Mitglied ist, aber bei seiner Wahl 2006 als unabhängiger Kandidat antrat.

Stadtrat

Seit der Kommunalwahl vom 27. Juni 2004 setzt sich der Geraer Stadtrat wie folgt zusammen:

Vorsitzende des Stadtrats ist heute Petra Metzner, PDS. Die Grünen und die FDP verpassten mit je 3,9 % den Einzug in den Stadtrat.

Liste der Oberbürgermeister siehe bei Stadtgeschichte von Gera.

Wahlergebnisse

Bundestagswahl 2005

Wahlkreis 195 (Gera/Jena/Saale-Holzland-Kreis):

Erststimme

Zweitstimme

Direkt gewähltes Mitglied des Bundestages aus dem Wahlkreis Gera/Jena/Saale-Holzland-Kreis ist Volker Blumentritt (SPD). Bernward Müller (CDU), Bodo Ramelow (Linkspartei) und Uwe Barth (FDP) konnten über die Landeslisten ihrer Parteien ebenfalls in den Bundestag einziehen.

Landtagswahl 2004

Bei der Thüringer Landtagswahl am 13. Juni 2004 war Gera in zwei Wahlkreise eingeteilt. In beiden siegten die Direktkandidaten der PDS. In Gera II konnte sich dabei Dieter Hausold mit 41,0 % sogar gegen die amtierende Finanzministerin Birgit Diezel (35,8 %) durchsetzen. In Gera I gewann Margit Jung (38,5 %) gegen Bernd Koob (36,6 %), der damit der einzige CDU-Kandidat war, der nicht über einen Listenplatz in den Landtag einziehen konnte.

Wappen

Das Wappen der Stadt Gera zeigt in einem schräg gestellten, dreikantigen Schild in Schwarz einen aufrecht stehenden, nach rechts gewandten, goldenen, doppelschwänzigen, ungekrönten Löwen. Auf der linken Schildecke ist ein goldener Turnierhelm mit zweiseitigen goldenen und auf der Rückseite schwarzen Blätterverzierungen; über dem Helm links sind vier Pfauenfedern mit doppelten Pfauenaugen und rechts drei einfache Blätter von gleicher Größe. Die Flagge ist schwarz-gold längs gestreift.

Der Plauener Löwe als Wappentier wurde von den einstigen Territorialherren, den Vögten von Weida übernommen. Er ist bereits seit dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Das heutige Wappen wurde zuletzt 1995 in der Hauptsatzung der Stadt Gera festgelegt.

Städtepartnerschaften

Gera unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:

Wirtschaft

Die wichtigsten Wirtschaftszweige vor 1990 haben in Gera heute nur noch eine geringe oder gar keine Bedeutung mehr: Werkzeugmaschinenbau (VEB Wema Union), Textilindustrie (VEB Modedruck), Textilmaschinenbau (VEB Textima), Elektronik und Gerätebau (VEB Elektronik Gera) existieren nicht mehr oder nur in stark verkleinerter Form. Außerdem gab es in Gera Außenstellen von Carl Zeiss Jena sowie eine Brauerei. Ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor war auch der Uranerzbergbau der SDAG Wismut im benachbarten Ronneburg.

Die Wirtschaft der Stadt prägen heute das privat betriebene SRH Waldklinikum, DTKS GmbH (Deutsche Telekom AG), Schloßsicherungen Gera GmbH, POG-Präzisionsoptik Gera GmbH, Electronicon Kondensatoren GmbH sowie Othüna (Margarineherstellung), außerdem das Kompressorenwerk Kaeser, UNIFRIT Speiseöl Handel & Recycling, SMK-Präzisionsmechanik und eine Niederlassung von Max Bögl. 2008 eröffnet D+S Europe ein größeres Servicezentrum, Rittal baut zurzeit und zieht dann vom benachbarten Bad Köstritz nach Gera.

Im Einzugsbereich des Ostthüringer Oberzentrums leben etwa 450.000 Menschen, dadurch hat Gera eine regionale Bedeutung als Einkaufsstadt. Seit Ende der 1990er Jahre entstanden im Zentrum der Stadt drei große Einkaufszentren (1998: Gera-Arcaden, 2000: Amthor-Passage, 2003: Elster-Forum).

Die Arbeitslosenquote betrug im April 2008 15,8% gegenüber 16,9% im März 2007. Somit konnte Gera innerhalb eines Jahres die Arbeitslosenquote um 1,1% senken. In der Anzahl der Industriearbeitsplätze belegt Gera unter den Thüringer Städten derzeit den siebten Platz.[2]

Verkehr

Straße

Durch das nördliche Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn A 4 Aachen-Görlitz mit den Anschlussstellen Gera-Langenberg und Gera-Leumnitz. Die dazwischen liegende Anschlussstelle Geraer Kreuz wurde am 21. April 2007 durch Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) für den Verkehr freigegeben.

Ferner führen die Bundesstraßen B 2, B 7 und B 92 durch Gera. Vor der Kommunalwahl 2004 wurde der Bau einer östlichen Umfahrung der Stadt beschlossen, die im Norden der Stadt beim Stadtteil Cretzschwitz von der B2 abzweigt, dann die A4 bei der neuen Anschlussstelle Gera quert und schließlich beim Stadtteil Leumnitz in die Südosttangente mündet. Die Übergabe der Umgehungsstraße erfolgte 2007 zusammen mit dem Geraer Kreuz.

Weitere Straßenneubauten wurden in Zusammenhang mit der Bundesgartenschau 2007 im Stadtzentrum vorgenommen. Die Länge des Straßennetzes in Gera beträgt 507 km. Derzeit sind ca. 56.000 Kraftfahrzeuge in Gera zugelassen.

Eisenbahn

In Gera befinden sich sieben Bahnhöfe bzw. Haltepunkte, die jedoch bis auf den Hauptbahnhof, den Bahnhof Gera Süd und den Bahnhof Gera Zwötzen nur von Regionalbahnen angefahren werden.

Gera ist nach Lübeck die größte deutsche Stadt ohne elektrifizierten Bahnanschluss sowie eine der deutschen Großstädte ohne Fernverkehrsanbindung. 2002 nahm der InterConnex von Gera über Berlin nach Rostock den Betrieb auf, stellte diesen allerdings zum 10. Dezember 2006 wieder ein. Regionalexpress-Linien führen bis Regensburg und Göttingen, außerdem im dichten Taktverkehr (Einstundentakt) zu den nahe gelegenen ICE-Haltepunkten Leipzig, Weimar, Jena und Saalfeld. Die Regionalexpress-Linie aus Göttingen führt nach Osten bis Gößnitz. Dort werden die zwei eingesetzten Triebwagen der Baureihe 612 getrennt und fahren anschließend weiter nach Zwickau und Chemnitz.

Folgende Eisenbahnlinien des Landes Thüringen verkehren in Gera:
Stand 2008.

Flugverkehr

Im Osten der Stadt befindet sich der Flugverkehrslandeplatz Gera-Leumnitz für eine maximale Abflugmasse von 5,7 t, der auch zum Sportfliegen genutzt wird. Die Flughäfen Leipzig/Halle, Erfurt und Hof/Plauen sind alle etwa 90 Kilometer entfernt, der nächstgelegene Flughafen ist jedoch Leipzig-Altenburg in etwa 40 Kilometern Entfernung.

Öffentlicher Personennahverkehr

1892 war Gera die zweite Stadt in Deutschland (nach Halle), in der eine innerstädtische elektrische Straßenbahn fuhr.

Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen drei Straßenbahnlinien (Stadtbahnlinien) sowie 16 Buslinien der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH (GVB). Die Linien des GVB fahren ausschließlich Ziele innerhalb des Stadtgebietes an, mit Ausnahme der Linie 18 (Gemeinde Kauern) und der Linie 20 (Gemeinde Kraftsdorf). Die Busse in der Innenstadt und die Stadtbahnlinie 1 fahren im 10-Minuten Takt, die Linie 3 im 5-Minuten Takt. Die gegenwärtige Länge des Straßenbahnnetzes beträgt 20,1 km, die gegenwärtige Länge des Busnetzes 169,7 km. In Gera befinden sich 184 Haltestellen. Die Gesellschaft befördert täglich ca. 60.500 Personen. Im Jahr 2007 hat der GVB 17,8 Mio. Fahrgäste gezählt. Als Besonderheit verkehren die so genannte „Spatzenbahn“ für Kinder und die „Partybahn“ nach einem festen Fahrplan.

Daneben wird Gera auch von den Regionalbuslinien der Verkehrsgemeinschaft Landkreis Greiz und einigen weiteren Gesellschaften angefahren. Während die zentrale Umsteigestelle des Stadtverkehrs die Haltestelle Heinrichstraße ist, fahren die Regionalbusse vom Busbahnhof neben dem Hauptbahnhof ab, wobei einige auch an der Heinrichstraße halten.

Derzeit (2007) erarbeiten die Stadt Gera und der Landkreis Greiz zusammen einen gemeinsamen Nahverkehrsplan. Dabei sollen die Linien zwischen Stadt und Umland besser organisiert, die Anbindung verbessert, die Auslastung der Linien optimiert und parallele Linienführungen soweit es geht vermieden werden. Dadurch wird sich das Liniennetz der städtischen und besonders der regionalen Verkehrsbetriebe mittelfristig ändern. So ist beispielsweise eine Verlängerung der Linie 20 weiter Richtung Kraftsdorf angedacht, im Gegenzug eine vollständige Umlegung der Linie 222 des Regionalverkehrs, die sonst fast auf der gesamten Strecke parallel zum Stadtverkehr (Linien 17 und 20) fahren würde.

Staatliche Einrichtungen

Gera ist Sitz eines Amtsgerichtes und eines Landgerichtes. Beide Gebäude liegen einander gegenüber in der Rudolf-Diener-Straße.

In Gera befindet sich seit Januar 1999 eine der vier Dienststellen der Deutschen Rentenversicherung Bund (früher BfA) neben Berlin, Stralsund und Brandenburg an der Havel mit derzeit ca. 750 Beschäftigten. In direkter Lage am Hauptbahnhof befindet sich die Bezirksverwaltung der Bergbau-Berufsgenossenschaft. Ferner gibt es ein Kreiswehrersatzamt.

An Körperschaften des öffentlichen Rechts gibt es die "Industrie- und Handelskammer Ostthüringen zu Gera" sowie die "Handwerkskammer für Ostthüringen".

Gera hat eine lange Tradition als Garnisonsstadt. 1905 bildeten die Verbände der beiden Reuß zusammen mit den Truppen des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt das 7. thüringische Infanterieregiment Nr. 96. 1961 wurde in Gera das Pionierregiment 3 der NVA stationiert. 1991 wurde das Pionierbataillon 701 der Bundeswehr aufgestellt, das in der Pionierkaserne Gera-Hain stationiert ist.

Eine besondere Einrichtung ist die Jugendstation Gera. In einem eigenen Gebäude arbeiten Polizei, Jugendgerichtshilfe und Staatsanwaltschaft unter einem Dach zusammen. Ziel dieser behördenübergreifenden Zusammenarbeit ist eine angemessene Reaktion auf die Straftaten junger Menschen. Diese Reaktion kann in der Jugendstation Gera zeitnah, erzieherisch und präventiv erfolgen und ist Teil der Kriminalprävention.

Medien

In Gera erscheint als Tageszeitung die Ostthüringer Zeitung (OTZ). Ferner befindet sich in Gera eine Geschäftsstelle der Thüringischen Landeszeitung (TLZ), die in Weimar erscheint. Da beide Unternehmen zur Essener WAZ-Gruppe gehören und sich keine weiteren regionalen Tages- wie auch Boulevardzeitungen am Markt gehalten haben, fehlt der drittgrößten Stadt Thüringens somit eine pluralistische und kritische Presselandschaft.

Der MDR unterhält ein Rundfunkstudio in Gera. Von 1992 bis 1994 befand sich das Landesfunkhaus Thüringen des MDR-Fernsehens in der Hermann-Drechsler-Straße in Gera-Untermhaus (heutige Kammerspiele).

Als lokaler Fernsehsender besteht der staatlich finanzierte Offene Kanal Gera.

Der regionale Fernsehsender plus.tv Ostthüringen hat seinen Sitz in Gera.

Seit rund 10 Jahren erscheint in Gera die Wochenzeitung "Neues Gera" als einzige konzernunabhängige Zeitung, herausgegeben vom Verlag Dr. Frank GmbH. Sie hat trotz hohen Anzeigenanteils einen großen redaktionellen Teil, ausschließlich aus Gera.

Bildung

In Gera existieren 44 allgemeinbildende bzw. berufsbildende Schulen.[3]

Von den ursprünglich sechs städtischen Gymnasien sind ab dem Schuljahr 2007/08 nur noch drei vorhanden: das Goethe-Gymnasium/Rutheneum seit 1608 (mit eigenen Spezialklassen für Musik) und das Zabel-Gymnasium im Stadtzentrum sowie das Karl-Theodor-Liebe-Gymnasium im Stadtteil Bieblach. Das Georg-Christoph-Lichtenberg-Gymnasium wurde 2005 geschlossen, das Albert-Schweitzer-Gymnasium 2007. Das ehemalige Friedrich-Schiller-Gymnasium wurde 2002 mit dem Zabel-Gymnasium vereinigt.
Ein viertes Gymnasium, das Osterlandgymnasium, befindet sich zwar ebenfalls in Gera, gehört aber dem Landkreis Greiz und wird daher vorwiegend von Schülern aus dem Umland besucht.

Außerdem existieren in Gera zwei Grundschulen in privater Trägerschaft mit einer besonderen Konzeption (BIP Kreativitätsgrundschule Gera und Freie Waldorfschule Gera).[3]

Neben einer Volkshochschule existiert in Gera außerdem eine Berufsakademie und das Staatliche Studienseminar für Lehrerausbildung. Im Frühjahr 2007 ging die private "SRH Hochschule für Gesundheit Gera" in Betrieb. An ihr können seit dem Wintersemester 2007/2008 die Studiengänge Physiotherapie, Ergotherapie, Interdisziplinäre Frühförderung sowie Medizinpädagogik belegt werden. Trotz ihres Status als zweitgrößte Stadt in Thüringen verwehrte das Kultusministerium bisher jedoch die Ansiedelung einer staatlichen Universität oder Fachhochschule.

In Gera gibt es mehrere höhere Berufsfachschulen. Im Bildungswerk Kaimberg (befindet sich im gleichnamigen Stadtteil) werden Sozialassistenten, Erzieher, Heilerziehungspleger und Altenpfleger ausgebildet; des Weiteren werden Fortbildungen zum Heilpädagogen angeboten. In den Büroräumen der Gera Arcaden befindet sich ein Standort der Grundig Akademie für Wirtschaft und Technik gemeinnützige Stiftung e.V.. Hier finden u.a. Ausbildungen im kaufmännischen Bereich, im IT-Bereich und im Bereich der Automatisierung statt.

Die Stadt- und Regionalbibliothek mit einer Haupt- und vier Zweigstellen im Stadtgebiet bietet ein umfangreiches Angebot an Literatur.

Freizeit und Sporteinrichtungen

Im Stadtteil Debschwitz findet sich der Tierpark Gera, der größte Waldzoo Ostthüringens und einer größten Zoos in Thüringen. Er zeigt auf einem ca. 20 Hektar großen Gelände über 500 Tiere aus über 80 Tierarten. Ein Highlight des Tierparks ist die Parkeisenbahn, eine kleine Eisenbahn mit ca. 800 m Streckenlänge quer durch den Tierpark vom Bahnhof "Martinsgrund" am Tierparkeingang bis zum Bahnhof "Wolfsgehege" im oberen Teil des Tierparks.

Auf dem Hainberg oberhalb des Stadtteils Untermhaus finden sich der ehemalige Bergfried aus dem 12. Jahrhundert sowie Reste von Wirtschaftsgebäuden und des Schlosshofes des ehemaligen fürstlichen Residenzschloss von Reuß jüngere Linie (Schloss Osterstein). Vom Bergfried aus bietet sich ein weitreichender Blick über die Stadt Gera und das Bundesgartenschaukernareal Hofwiesenpark. Das Schloss Osterstein entwickelte sich heute zu einem beliebten Ausflugsziel und wird oft für kulturelle Ausstellungen genutzt.

Der Dahliengarten zur Zeit der herbstlichen Dahlienbepflanzung (Oktober 2007)

Im Zuge der Bundesgartenschau entstand mit dem Hofwiesenpark ein großer zentrumsnaher attraktiver Stadtpark. Darüber hinaus verfügt die Stadt mit dem Küchengarten, einem barocken Lustgarten zwischen Orangerie und Theater, sowie dem Dahliengarten, einem Schaugarten für Dahlien, und den Botanischen Garten über weitere beliebte innerstädtische Grünanlagen.

Die großen Sportanlagen Geras konzentrieren sich hauptsächlich auf die früheren "Hofwiesen" an der Weißen Elster zwischen dem Stadtzentrum und den Stadtteilen Heinrichsgrün und Untermhaus. Hier befinden sich das Stadion der Freundschaft, das Hofwiesenbad (Hallen-Freizeit-Bad), eine Rollhockey-Arena sowie die im Jahr 2005 komplett sanierten Tennisplätze des TC 90 Gera. Im Jahre 2004 wurde eine neue Vierfelder-Sporthalle fertig gestellt, die die alte "Panndorfhalle" ersetzt. Der Name wurde beibehalten. Bis 2010 soll zudem noch eine neue Trainingshalle für den Radsport entstehen. Sie soll die alte Radrennbahn in Debschwitz ersetzen, deren Unterhalt zunehmend teurer wird, da sie aufgrund einer fehlenden Überdachung schutzlos Wind und Wetter ausgesetzt ist.

Das Sommerbad am Südende des Hofwiesenparks wurde geschlossen und war Teil des Ausstellungsgeländes zur Bundesgartenschau. Naturbäder befinden sich derzeit noch außerhalb der Stadt in den Stadtteilen Kaimberg und Aga.

Weitere kleinere Sportanlagen sind über die ganze Stadt verteilt. Nennenswert sind das traditionsreiche Stadion am Steg, das Zwötzener Karl-Harnisch-Stadion und die Rollschnelllaufbahn im Gelände des früheren Heizkraftwerkes. Der Flugplatz Gera-Leumnitz wird hauptsächlich von Sportfliegern und Fallschirmspringern genutzt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Historische Bauwerke

Das historische Zentrum der Stadt bildet bis heute der Markt mit dem 1576 eingeweihten Geraer Rathaus, dem Simsonbrunnen und der Stadtapotheke. Durch mehrfache Zerstörungen und Stadtbrände (1450, 1639, 1686, 1780), das Wachstum der Stadt während der Industrialisierung, die Bombardements des Zweiten Weltkriegs und schließlich die Stadtumbauten in der DDR sind in Gera nur wenige Bauwerke aus der Zeit vor dem 18. Jahrhundert erhalten. Vor allem seit Ende der 1990er Jahre wurde aber ein Großteil der historischen Bausubstanz im Stadtzentrum und in den angrenzenden Stadtteilen restauriert.

Bekannte historische Kirchengebäude in Gera sind im Stadtzentrum die Salvatorkirche (Barock mit Jugendstil-Interieur), die Johanniskirche (Neogotik) und die Trinitatiskirche (Barock, Neogotik) sowie in Untermhaus die Marienkirche (Spätgotik).

Eine Besonderheit Geras sind die Geraer Höhler. In diesen Kellern unter den Häusern der historischen Altstadt wurde in 18. und 19. Jahrhundert das von den Bürgern gebraute Bier gelagert. Nach dem damaligen Stadtrecht war das Braurecht an Hausbesitz innerhalb der Stadt gekoppelt.

Bekannt ist Gera vor allem auch für die durch die einstige Bedeutung als Industriestadt bedingte hohe Anzahl von Villen. Sie sind vor allem nördlich und westlich des Stadtzentrums in den Stadtteilen Untermhaus und Heinrichsgrün sowie im Bereich Berliner Straße/Friedrich-Engels-Straße zu finden. Besonders bekannt sind beispielsweise das Haus Schulenburg von Henry van de Velde und die Villa Jahr.

Theater und Kino

Die Bühnen der Stadt Gera fusionierten 1996 mit dem Landestheater Altenburg zum Theater Altenburg-Gera. Dieses trägt seit 2006 den Namen Theater & Philharmonie Thüringen; seitdem wird für die Geraer Spielstätten (Großes Haus mit Bühne am Park, Kleines Theater im Zentrum sowie TheaterFABRIK Gera) wieder die Bezeichnung Bühnen der Stadt Gera verwendet.

Die beiden nach der Wiedervereinigung noch verbliebenen Kinos schlossen Ende 1997, als die moderne UCI-Kinowelt eröffnet wurde. Im Metropol-Kino finden gelegentlich noch Filmnächte statt.

Bekannt auch über die Stadtgrenzen ist das Kabarett Fettnäppchen direkt unter dem Rathaus.

Größere Veranstaltungen finden im 1981 eröffneten Kultur- und Kongresszentrum Gera im Stadtzentrum statt.

Museen

Gera besitzt vier städtische Museen, die alle in historischen Gebäuden untergebracht sind.

Daneben gibt es noch einige kleinere Museen und Sammlungen von Privatleuten oder Unternehmen, wie das Straßenbahnmuseum der Geraer Verkehrsbetrieb GmbH.

Bundesgartenschau 2007

Vom 27. April 2007 bis zum 14. Oktober 2007 fand in Gera und Ronneburg die Bundesgartenschau 2007 statt. Es handelte sich dabei um die erste Bundesgartenschau, die an zwei Standorten stattfand. Der Hauptausstellungsbereich in Gera war der neu geschaffene Hofwiesenpark, in den auch das ehemalige Sommerbad sowie die Villa Jahr einbezogen worden waren. Durch ein Band von neu gestalteten Grün- und Gewerbeflächen war er mit dem zweiten Ausstellungsfläche, der Neuen Landschaft Ronneburg, verbunden.

Im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau gab es viele Veränderungen im Stadtbild. Im November 2006 wurde die Stadtbahnlinie 1 von Untermhaus nach Zwötzen in Betrieb genommen. Geras historischer Stadtpark, der Küchengarten, sowie die angrenzende Orangerie und das Theater wurden modernisiert und unmittelbar vor der Bundesgartenschau ihrer Bestimmung übergeben.

Regelmäßige Veranstaltungen

Im Lauf des Jahres finden in Gera verschiedene Kunst- und Kulturfestivals statt, u.a.

Sport

Der führende Fußballverein Geras ist der 1. FC Gera 03, der erst 2003 durch Zusammenschluss der Fußballabteilungen von TSV 1880 Gera-Zwötzen und SV 1861 Liebschwitz neu entstand. 2007 gelang dem Verein der Aufstieg in die NOFV-Oberliga und der Gewinn des Landespokals. Die Frauenmannschaft spielt in der Regionalliga Nordost.

Der früher erfolgreichste Verein der Stadt, der 1. SV Gera (in der DDR als BSG Wismut Gera bekannt), versank nach der Wiedervereinigung in der Bedeutungslosigkeit, konnte sich in der Oberliga nicht etablieren und spielte bis zu Konkurs und Zwangsabstieg 2003 in der Thüringenliga (5. Liga). Der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte ist bis heute der 2. Platz der Vorgängermannschaft BSG Gera-Süd im FDGB-Pokal 1949. 2007 schloss sich die Fußballabteilung des 1. SV Gera dem neu gegründeten FV Gera Süd an.

Der FV Gera Süd sowie die zweite Mannschaft des 1. FC 03 spielen in der Landesklasse Ost (6. Liga), alle anderen Vereine Geras spielen auf Bezirks- und Stadtebene. Die Frauenmannschaft des 1. FC Gera 03 spielt seit 2005 in der NOFV-Regionalliga.

Der Radsport ist heute immer noch eine der bedeutendsten Sportarten Geras. Zwischen 1967 und 2001 war die Stadt 14-mal Etappenort der Internationalen Friedensfahrt. Gera verfügt ebenso eine Radbahn aus den 50er Jahren, welche nach derzeitigen Planungen in den nächsten Jahren durch eine neue Bahn ersetzt werden soll. In der Umgebung Geras findet außerdem jährlich eines der bedeutendsten Straßenradrennen für Frauen statt, die Internationale Thüringen-Rundfahrt. Besonders durch zahlreiche Weltmeisterschaftsteilnahmen und dem Erfolg der Juniorenmannschaften (LV Team HFB Gera) ist der Geraer Radsport bekannt. Aus der Stadt stammen bedeutende ehemalige Radrennfahrer wie Olaf Ludwig, Hanka Kupfernagel oder Jens Heppner. Mit dem SSV Gera 1990 e.V. verfügt die Stadt weiterhin über einen der erfolgreichsten Radsportvereine im Bund Deutscher Radfahrer, der auf lange Generation zurückblicken kann.

Das Reitstadion Gera-Milbitz ist ein Zentrum des Reitsports in Deutschland. Die Geraer Speedskater gehören zur internationalen Spitze. Auch ist Gera mit dem Flugplatz Gera-Leumnitz ein Zentrum des Fallschirmspringens. 2006 fand die Weltmeisterschaft im Fallschirmspringen in Gera statt.

Dem Sportfan ist die Stadt allerdings weniger durch besondere sportliche Erfolge ein Begriff als vielmehr durch die Sportwetten Gera GmbH, die durch Bandenwerbung bei zahlreichen sportlichen Großereignissen auf sich aufmerksam macht und einer der größten Wettanbieter in Deutschland ist. Die Lizenz zum Anbieten von Sportwetten, die das Unternehmen zusammen mit weiteren Anbietern im Mai 1990 noch nach DDR-Recht erhielt, bot schon häufiger Anlass zu Kontroversen über ihre Gültigkeit. In einem Grundsatzurteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 22. Juni 2006 bekräftigte das Gericht einerseits die Gültigkeit der Lizenz für die neuen Bundesländer, erklärte aber Aktivitäten dieser Firmen in den alten Bundesländern für illegal, weil diese dort gegen das staatliche Wettmonopol verstoßen.

Gesundheit

Das SRH Waldklinikum gehört mit seinen fast 1.800 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern der Stadt. Es liegt in exponierter Lage inmitten des Stadtwaldes von Gera. Es wird derzeit umfangreich saniert und weiter ausgebaut und ist das größte Klinikbauprojekt in den neuen Ländern, seit der Wende. Es soll bis 2012 eines der modernsten und größten Krankenhäuser entstehen. Das Waldklinikum ist Lehrkrankenhaus der Universität Jena und betreibt die einzige private Hochschule in Gera.

Kulinarische Spezialitäten

Gera liegt mitten im „thüringischen Schwarzbierland“ und hat mit der Köstritzer-Brauerei (im Nachbarort Bad Köstritz) die größte und bedeutendste deutsche Schwarzbierbrauerei. Typisch sind ferner die Thüringer Rostbratwürste (kurz: Roster) sowie die Thüringer Klöße. Wirklich typisch Gera ist aber die Gersche Fettbemme. Eine Brotscheibe (Bemme) mit herzhaftem Schmalz. Die echten Geraner (Gerscher) werden ihretwegen auch „Gerscher Fettguschen“ genannt. Eine Anspielung früherer Zeit, auf den meist leicht fettigen Rand um den Mund, der entsteht wenn man herzhaft hinein beißt.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt

Die nachfolgenden Personen wurden in Gera geboren und sind nachfolgend chronologisch nach ihrem Geburtsjahr aufgelistet, unabhängig von ihrem späteren Wirkungskreis.

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen
  2. TLS
  3. a b Übersicht auf http://www.gera.de/sixcms/detail.php?id=24165

Literatur

 Commons: Gera – Bilder, Videos und Audiodateien