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Substrat (Linguistik)

Der Begriff Substrat (zu lat. sub: "unten", stratum: "Schicht", also "untere Schicht") wird vor allem in der diachronen Sprachwissenschaft im Zusammenhang mit Sprachkontaktsituationen verwendet. Dabei nimmt eine Sprachgemeinschaft die Sprache eines zugewanderten, meist erobernden Volkes anstelle ihrer eigenen Sprache an. Die alte Sprache beeinflusst die neuangenommene häufig in der Lautung, der Morphologie und Syntax. Der Substrateinfluss beim Wortschatz ist meist eher gering, denn wenn eine Gruppe ihre Sprache aufgibt, ist es kaum von Nutzen, alte Wörter beizubehalten. Dennoch kann ein gewisser Restwortschatz erhalten bleiben, sofern es in der Zielsprache keine Übersetzungsmöglichkeit gibt (zum Beispiel bei Flur-, Orts- und Flussnamen oder Bezeichnungen für Tier- und Pflanzenarten, die anderswo unbekannt sind). Mit Substrat kann man sowohl diese ursprüngliche Sprache, als auch ihre Einflüsse auf die überlagernde Sprache bezeichnen. Letztere werden auch Substratinterferenz genannt.

Siehe auch: Superstrat, Adstrat, Germanische Substrathypothese