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Maschine

Maschinen (μηχανη griech. mechané: Gerüst, Vorrichtung, List) werden von Menschen als Arbeits- bzw. Hilfsmittel vor allem für mechanische Einwirkung verwendet. Meist werden von ihnen eine Verstärkung der eigenen Kräfte und Fähigkeiten, ein gezielter Krafteinsatz und die bequemere Erledigung von Routinearbeiten erwartet. Ein weiterer Anwendungsbereich ist die Steigerung der Transportmöglichkeiten.

Maschinen sind immer künstlich. In den meisten Fällen gibt es in der Natur kein Vorbild. Im Bergbau wurden von Wasserkraft oder Pferden angetriebene Maschinen Kunst genannt.

Maschinen haben in der Regel bewegliche Komponenten (Maschinenelemente) und sind im Vergleich zu Werkzeugen erheblich komplexer.

Weil die Maschine Arbeit in eine Folge wiederholbarer Schritte teilt („formalisiert“), überschneidet sich ihre Bedeutung mit der des Automaten. Sie kann unberechenbare Handlungen von Menschen oder Tieren durch planbare Tätigkeiten (siehe Algorithmus) ersetzen.

Aufgrund der antiken Bedeutung („Deus ex machina“) wurde die Maschine bis in die Neuzeit hauptsächlich als Mittel zu einer Täuschung und erst in zweiter Linie als Arbeitshilfe verstanden. – Infolge der Elektronisierung und Automatisierung im 20. Jahrhundert hat sich der Begriff der Maschine auf Computerprogramme ausgedehnt, mit denen Maschinen simuliert werden (Sybille Krämer: „Symbolische Maschinen“). In der Ingenieurtechnik wird die mechanische Maschine jedoch meist vom elektronischen Automaten unterschieden.

Inhaltsverzeichnis

Definitionen

Das Spektrum möglicher Maschinen reicht von einer einfachen Mausefalle bis zu sich über Kilometer erstreckenden komplexen Anlagen.

In der Physik wird jedoch bereits ein Keil als so genannte Einfache Maschine definiert.

Maschinen-Richtlinie

Für Hersteller und Anwender ist vor allem die Maschinenrichtlinie die entscheidende Vorschrift. Sie legt fest, was als Maschine aufgefasst werden muss und welche rechtlichen Verpflichtungen sich daraus ergeben. Nach der Richtlinie ist eine Maschine

„ ... eine Gesamtheit von miteinander verbundenen Teilen oder Vorrichtungen, von denen mindestens eines beweglich ist, sowie gegebenenfalls von Betätigungsgeräten, Steuer- und Energiekreisen usw., die für eine bestimmte Anwendung, wie die Verarbeitung, die Behandlung, die Fortbewegung und die Aufbereitung eines Werkstoffes zusammengefügt sind, ...“) RICHTLINIE 98/37/EG Artikel I Absatz 2a (Veröffentlichung des Europäischen Amtsblattes vom 23. Juli 1998) Umsetzung in deutsches Recht durch das Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (GPSG) und die 9. Verordnung zum GPSG (Maschinenverordnung). Eine Maschine ist als eigenständige Einheit im Wesentlichen unabhängig von der Umgebung funktionsfähig, während ihre Einzelkomponenten meist nicht unabhängig von der Maschine sinnvoll verwendbar sind.

Nicht unter den Regelungsbereich der Maschinenrichtlinie fallen jedoch „Maschinen, deren einzige Kraftquelle die unmittelbar angewandte menschliche Arbeitskraft ist, mit Ausnahme von Maschinen, die zum Heben von Lasten verwendet werden, ...“) RICHTLINIE 98/37/EG Artikel I Absatz 2a (Veröffentlichung des Europäischen Amtsblattes vom 23. Juli 1998). Diese Eingrenzug des Begriffes grenzt somit viele Geräte aus die im alltagssprachlichem Sinne Maschinen sind. Im Verordnungstext werden noch weitere Ausnahmen und Ergänzungen definiert.

Die Neufassung der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG führt daneben auch „unvollständige Maschinen“ auf, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie dazu bestimmt sind, in eine andere Maschine oder andere unvollständige Maschinen eingebaut oder mit ihnen zusammengefügt zu werden um zusammen mit ihnen eine Maschine im Sinne der Richtlinie zu bilden.

Beispiele:

Grund: Die einzige Kraftquelle ist zwar der Mensch, die Energie kommt jedoch nicht unmittelbar zum Einsatz, sondern wird gespeichert.
(RL: EG-Konformitätserklärung mit CE-Kennzeichnung)
Grund: Keine Funktion ohne übergeordnete Maschine.
(RL: Herstellererklärung)=> mit der neuen Maschinenrichtlinie (ab 29. Dezember 2009) entfällt der Begriff Herstellererklärung und wird durch Einbauerklärung ersetzt.
Grund: Kein Anbau an Maschine (vorgesehener Gebrauch), keine bewegliche Teile, nur mit Muskelkraft betrieben, keine gespeicherte Energie.
(RL: keine Kennzeichnung)

Speziellere Definitionen

Entwicklungen der Definitionen

Historische Beispiele/ Zeittafel

Maschinen in Mythologie und Literatur

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Die Antike und die Entstehung der exakten Wissenschaft Ernst Cassirer, o.a. 1932
  2. Taschenbuch für den Fabrikbetrieb H.Dubbel Springer-Berlin 1922

Literatur

 Wikiquote: Maschine – Zitate
 Wiktionary: Maschine – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik