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Missingsch

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Missingsch (von Meißnerisch in Bezug auf die Meißner Kanzleisprache) ist im engeren Sinn eine Mischsprache, die dadurch entstand, dass niederdeutsche Muttersprachler Standarddeutsch zu sprechen versuchten. Es ist daher von den standarddeutschen Dialekten Norddeutschlands abzugrenzen. Merkmale sind die Beibehaltung des niederdeutschen Satzbaus und volkstümliche Lehnübersetzungen niederdeutscher Wendungen ins Standarddeutsche.

Da das Phänomen der Vermischung eines ursprünglichen Dialekts mit einer Hochsprache auch andernorts insbesondere im urbanen Milieu zu beobachten ist, ist der Begriff Missingsch im weiteren Sinne auch als sprachwissenschaftlicher Fachterminus für andere vergleichbare Mischungen gebräuchlich (z.B. ostpreußisches Missingsch für das sog. "breite" Ostpreußische im Gegensatz zum reinen Platt).

Grammatik und Aussprache

Die Grammatik des klassischen Missingsch ist vorwiegend niederdeutsch, das Vokabular eine Mixtur aus Standarddeutsch und niederdeutschen Ausdrücken.

Einige Beispiele (in Klammern plattdeutsch und standarddeutsch):

An dem letzten Beispiel erkennt man sehr gut, dass Missingsch kein Niederdeutsch ist: Es wird was anstatt niederdeutsch wat gesagt. Noch bezeichnender ist die Verwendung von ich statt ik.

Literatur und Theater

Eine unbeantwortete Frage in der Literatur ist, ob es sich bei Missingsch um eine real gesprochene oder eine bewusst gestaltete literarische Sprachform handelt. Alle literarischen Missingsch-Texte (wie etwa Jochen SteffensKuddl Schnööfs achtersinnige Gedankens und Meinungens von die sozeale Revolutschon und annere wichtige Sachens“) weisen überdurchschnittlich viele Merkmale des Missingschen auf, so dass man davon ausgehen kann, dass diese nicht der realen Sprechsituation gleichen.

Literatur-Beispiele für das Bremer Missingsch sind:

Siehe auch: Hamburger Dialekt, Bremer Dialekt, Pidgin