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Ancona

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Ancona (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ancona
Staat: Italien
Region: Marken
Provinz: Ancona (AN)
Geographische Koordinaten: 43° 37′ N, 13° 31′ OKoordinaten: 43° 37′ 0″ N, 13° 31′ 0″ O
Höhe: m s.l.m.
Fläche: 123 km²
Einwohner: 101.848 (31. Oktober 2005)
Bevölkerungsdichte: 816 Einw./km²
Postleitzahl: 60100
Vorwahl: 071
ISTAT-Nummer: 042002
Demonym: Anconetani, Anconitani
Schutzpatron: San Ciriaco

Ancona ist eine Hafenstadt an der italienischen Adriaküste. Es ist Hauptstadt der Region Marken und der Provinz Ancona. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet Ellbogen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ancona liegt etwa 210 Kilometer nordöstlich von Rom und etwa 200 Kilometer südöstlich von Bologna. Die Stadt beherbergt etwa 100.000 Einwohner (2001).

Die Stadt liegt zwischen den Höhenzügen des Monte Conero, des Monte Astagno, auf dem die Zitadelle der Stadt liegt, und Monte Guasco, auf dem der "Duomo", der St. Ciriaco geweihte Dom, steht.

Ancona besitzt neben Bari und Venedig einen der wichtigsten Fährhäfen über die Adria mit stark frequentierten Verbindungen zu den griechischen Städten Igoumenitsa und Patras.

Ancona hat einen Flughafen.

Geschichte

Ancona wurde im Jahre 387 v. Chr. von griechischen Kolonisten aus Syrakus gegründet, die vor der Tyrannei von Dionysios I. von Syrakus geflüchtet waren. Die Stadtgründer gaben der Stadt das Epithet dorische Stadt.

Wann Ancona zu einer römischen Kolonie wurde, ist umstritten. Der Hafen wurde im illyrischen Krieg 178 v. Chr. (Liv. xli. i) besetzt. Julius Caesar eroberte es kurz nach der Überquerung des Rubikon. Der Hafen war stets von großer Bedeutung, denn er stellte die kürzeste Seeverbindung nach Dalmatien dar. Kaiser Trajan vergrößerte den Hafen und errichtete den nördlichen Kai. Der von ihm beauftragte Architekt war Apollodor von Damaskus. Ganz zu Anfang des Kais steht der überragende Triumphbogen mit einfacher Öffnung und ohne Basreliefs. Er wurde zur Ehre Trajans 115 durch den Senat und das Volk errichtet.

Papst Clemens XII. verlängerte den Kai und setzte eine verkleinerte Imitation des trajanischen Triumphbogens darauf. Am südlichen Ende des Hafens ließ er ein Lazarett durch den Architekten Vanvitelli errichten.

Für die Verdienste Anconas im Unabhängikeitskrieg wurde der Stadt die Medaglia d'oro al valor militare verliehen.

Der südliche Kai wurde 1880 gebaut, mehrere Festungen auf den Höhen wurden zu seinem Schutz errichtet.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches wurde Ancona von den Goten, Langobarden und Sarazenen erobert und geplündert. Es erlangte jedoch schon bald seine frühere Macht und Bedeutung zurück. Ancona gehörte zum Städtebund der Pentapolis unter der Führung Ravennas, die übrigen vier waren Fano, Pesaro, Senigallia und Rimini. Sie wurden zu einer autonomen Republik unter dem Protektorat des Papstes, bis Gonzaga Ancona für Papst Clemens VII. 1532 in Besitz nahm.

Die jüdische Gemeinde in Ancona

1553 gewährte Papst Julius III. einer Gruppe von 100 Marranen, die vor der spanischen Inquisition geflüchtet waren, Zuflucht in Ancona. Ein Jahr später dehnte er das Zuzugsrecht auf alle Juden aus gegen die Zahlung von 1000 Golddukaten jährlich. Die Juden durften unter Julius' Regierung unbehelligt ihre Religion ausüben und eine Synagoge bauen. Die tolerante Haltung der Kurie gegenüber Anconas Juden endete abrupt mit der Thronbesteigung Kardinal Giovanni Caraffas als Papst Paul IV. Caraffa führte am 14. Juli 1555 in seiner Bulle Cum nimis absurdum für Juden die Pflicht ein, in Ghettos zu leben. Wenige Tage danach wurde in Ancona die gesamte jüdische Gemeinde unter Arrest gestellt, 24 Marranen, also zwangsbekehrte Juden, wurden verbrannt. Daraufhin organisierte Gracia Mendes, die Tante des am Hof Selims II. lebenden Joseph Nasi, von Konstantinopel aus einen - allerdings erfolglosen - Boykott Anconas.

Die französische Besatzung

Von 1797 an geriet Ancona unter französische Besatzung. Von da an war es eine bedeutende Festungsstadt, bis Lamoricière hier am 29. September 1860, elf Tage nach seiner Niederlage bei Castelfidardo, kapitulieren musste.

Sehenswürdigkeiten

In früheren Zeiten befand sich hier vermutlich ein Heiligtum der Venus. Venus wird bereits bei Catull und Juvenal als Schutzgöttin des Ortes erwähnt.

Unter den zahlreichen Monumenten der Stadt befindet sich auch das Lazzaretto (Laemocomium oder Mole Vanvitelliana), das von dem Architekten Luigi Vanvitelli 1732 erbaut wurde. Das Lazzaretto ist ein fünfeckiges Gebäude mit einer Fläche von mehr als 20.000 Quadratmetern. Es wurde gebaut, um die stationierten Truppen und die Offiziere vor Seuchen zu schützen, die von fremden Schiffen eingeschleppt wurden. Später wurde es als Militärkrankenhaus (daher: Lazarett) und als Kaserne verwendet.

Die Fundamente der Kathedrale (der Dom) wurden 1128 errichtet, der Bau schließlich 1189 vollendet. Die ursprünglich unter den Mauern der Kathedrale bestandene Kirche soll einst die Form eines lateinischen Kreuzes gehabt und bereits im 8. Jahrhundert bestanden haben. Eine frühe Restaurierung wurde 1234 abgeschlossen. Sie ist ein bemerkenswertes romanisches Bauwerk aus grauem Gestein und einem griechischen Kreuz nachgebildet, bei dem sich ein zwölfeckiger Dom über der Mitte erhebt, der von Maigaritone d' Arezzo 1270 noch etwas erhöht wurde. Die Fassade wird von einem gotischen Portal durchbrochen, das von Giorgio da Corno 1228 errichtet worden sein soll. Auf beiden Seiten sollten laterale Bögen zu finden gewesen sein.

Im Inneren existiert in jedem Querschiff eine Krypta. Zehn Säulen in der Mitte des Gebäudes sollen noch zu dem früheren Venustempel gehören. Einige Wandgemälde stammen aus dem 12. Jahrhundert. In dem baufälligen episkopalen Palast starb Papst Pius II. im Jahre 1464. Eine weitere interessante Kirche ist St. Maria della Piazza, die eine künstlerische Fassade aus dem Jahre 1210 besitzt. Der Palazzo del Comune wurde ebenfalls von Margaritone d' Arezzo erbaut, ist aber inzwischen zweimal restauriert worden.

Zahlreiche gotische Gebäude finden sich in der Stadt, unter ihnen die Kirchen von S. Francesco und S. Agostino, der Palazzo Benincasa und die Loggia dei Mercanti, die allesamt von Giorgio Orsini erbaut wurden und normalerweise da Sebenico genannt werden, und schließlich die Präfektur, die Anbauten aus der Renaissance besitzt. Das Portal von S. Maria della Misericordia zeigt Ornate aus der Frührenaissance.

Das archäologische Museum präsentiert interessante Funde aus der vorrömischen Epoche aus den Gräbern der Umgebung sowie zwei römische Klinen mit Elfenbeinschnitzereien.

Im Osten der Stadt liegt der Hafen. Er wurde ursprünglich nur vom Vorgebirge im Norden geschützt, die Landzunge formt sich dabei wie ein Ellbogen (Griechisch ανκυιν) um die antike Stadt, die von syrakuseischen Flüchtlingen um 390 v. Chr. gegründet wurde und bis heute ihren Namen beibehalten hat.

Griechische Kaufleute richteten hier eine Purpurmanufaktur ein (Sil. Ital. viii. 438). Selbst in römischen Zeiten wurden die Münzen aus Ancona mit dem angewinkelten Arm, der eine Palme hält und mit dem Abbild der Aphrodite auf der Rückseite geprägt. In der Stadt wurde fortwährend nur Griechisch gesprochen.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

Siehe auch

 Commons: Ancona – Bilder, Videos und Audiodateien