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Schwalmstadt

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 55′ N, 9° 11′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Höhe: 230 m ü. NN
Fläche: 84,74 km²
Einwohner: 19.070 (30. Juni 2007)
Bevölkerungsdichte: 225 Einwohner je km²
Postleitzahl: 34613
Vorwahl: 06691
Kfz-Kennzeichen: HR
Gemeindeschlüssel: 06 6 34 022
Stadtgliederung: 13 Stadtteile
Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 1
34613 Schwalmstadt
Webpräsenz:
www.schwalmstadt.de
Bürgermeister: Wilhelm Kröll (SPD)

Schwalmstadt ist die größte Stadt des Schwalm-Eder-Kreises im Norden von Hessen. Sie entstand erst 1970, als die beiden Städte Treysa und Ziegenhain mit den umliegenden Dörfern zur Stadt Schwalmstadt zusammengefasst wurden.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Die Stadt liegt mit vielen Stadtteilen im Schwalmbecken, am Rande des Knüllgebirges. Diese Landschaft in der westhessischen Senke hat den Namen Schwalm, nach dem Fluss Schwalm erhalten. Schwalmstadt liegt im nördlichen Bereich der Schwalm.

Schwalmstadt hat zwei Stadtkerne. Treysa liegt mit seiner Altstadt auf einem Höhenrücken an der Mündung der Wiera in die Schwalm, der etwa 35 Meter über dem Talniveau (212 m ü. NN) ansteigt. Etwa 4,5 Kilometer östlich im Tal der Schwalm, liegt Ziegenhain (214 m ü. NN). Der tiefste Punkt in der Stadtgemarkung liegt mit 207 m ü. NN etwas unterhalb der Mündung der Gers in die Schalm, in der Gansau. Der höchste Punkt ist die 342,7 m ü. NN hohe Landsburg, oberhalb der Gansau.

Die nächst größeren Städte sind Kassel (etwa 50 km nördlich), Bad Hersfeld (etwa 35 km östlich), Marburg (etwa 40 km südwestlich) und Fulda (etwa 70 km südöstlich).

Nachbargemeinden

Schwalmstadt grenzt im Norden an die Gemeinden Jesberg und Neuental, im Osten an die Gemeinde Frielendorf, im Süden an die Gemeinde Willingshausen (alle im Schwalm-Eder-Kreis), sowie im Westen an die Stadt Neustadt (Landkreis Marburg-Biedenkopf) und die Gemeinde Gilserberg (Schwalm-Eder-Kreis).

Stadtgliederung

Neben dem Stadtkern Treysa und Ziegenhain besteht Schwalmstadt aus den Stadtteilen Allendorf an der Landsburg, Ascherode, Dittershausen, Florshain, Frankenhain, Michelsberg, Niedergrenzebach, Rommershausen, Rörshain, Trutzhain und Wiera.

Geschichte

Im 8. Jahrhundert war Treise im Besitz der Äbte von Hersfeld. Die Grafen von Cigenhagen wurden im 1144 das erste Mal urkundlich genannt. Im Jahre 1186 wurde Treysa von den Grafen übernommen und befestigt. Das Wahrzeichen Treysas, die Martinskirche (heute Totenkirche), wurde 1230 gebaut. Treysa erhielt die Stadtrechte zwischen 1229 und 1270, und Ziegenhain erhielt 1274 das Stadtrecht. Nach dem Tod des letzten Grafen 1450 fiel die Grafschaft an Hessen.

Durch die Landgrafen von Hessen wurde die Burg in Ziegenhain 1470 zu einem Schloss umgebaut, und durch Philipp I. von Hessen erfolgte der Ausbau zu einer Wasserfestung von 1537 bis 1548.

Im August 1945 fanden in Treysa die Verhandlungen zur Gründung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) statt ("Kirchenkonferenz von Treysa"). Damit wurde ein Zusammenschluss der lutherischen, reformierten und unierten Landeskirchen vollzogen. Zwei weitere Kirchenversammlungen der EKD im Mai 1946 und im Juni 1947 versuchten das Gespräch über unterschiedliche Auffassungen zum Abendmahl in Gang zu bringen und befassten sich mit der Entnazifizierung.

Unter dem Motto "Hessisch Willkommen" war Schwalmstadt 1995 Austragungsort des 35. Jubiläums-Hessentages.

Rommershausen

Im Staatsarchiv Marburg wird Rommerhausen erstmalig in 1243 unter dem Namen „Romershusen“ erwähnt. Im Jahr 1360 heißt es dann „Romirshusin“ und 1365 „Rumershusen“, seit 1419 „Rommershausen“. Am 3. April 1916 um 15.30 Uhr stürzte in einem Waldstück nahe Rommershausen ein exterrestrischer Eisenbrocken auf die Erde. Dieser wurde später nach seinem Fundort als Meteor von Rommershausen bezeichnet und ging in die deutsche astronomische Geschichte als größter nachweisbarer beobachteter Meteoriteneinschlag ein. Seit der hessischen Gebietsreform in den 1970er Jahren gehört es zu Schwalmstadt.

Niedergrenzebach

Niedergrenzebach liegt am Nordhang eines Ausläufers des Knüllgebirges an der Öffnung des Grenzebachtales in der Schwalmniederung. Die 1747 erbaute Kirche befindet sich am Rande eines Plateaus über der Bachniederung. Der ummauerte Kirchhof deutet auf eine Wehrkirche hin. Östlich davon befindet sich der in kleingeteilter Struktur älteste Teil des Dorfes. Der Ort zeichnet sich besonders durch verschiedene Besitzungen der Grafen von Ziegenhain aus. Gegen Ende des 30-jährigen Krieges brannte der Ort 1640 vollständig ab und erholte sich nur langsam von den Zerstörungen. Durch die Umstellung in der Landwirtschaft auf das ertragreichere Fruchtwechselsystem erlangte der Ort, wie viele Dörfer in der Schwalm, gegen Ende des 18. Jahrhunderts einen neuen wirtschaftlichen Aufschwung. Mit seinen reichen Bauernhöfen, stattlichen Fachwerkbauten und frei fließendem Bachlauf zählt Niedergrenzebach heute zu den schönsten Dörfern der Schwalm und bildet mit ca. 1.100 Einwohnern den drittgrößten Stadtteil Schwalmstadts nach Treysa und Ziegenhain.

Wiera

Wiera, der südlichste Stadtteil Schwalmstadts, wurde im Jahre 1197 (nach moderner Zeitrechnung, 1196 nach Stilus Florentinus) erstmalig auf einer Urkunde des Klosters Spieskappel erwähnt. Im Bereich der Lage des heutigen Dorfes, das Kerndorf liegt fast ausnahmslos im Tal der Wiera, gab es schon zu früheren Zeiten eine Reihe von Siedlungen. Spuren einer Mühle (Unterwira), nördlich vom heutigen Wiera gelegen, lassen sich noch heute im Fluß Wiera ausmachen. Im Zuge der Gebietsreform wurde Wiera im Jahre 1970 ein Stadtteil von Schwalmstadt und trug, bis zur Einführung des neuen Postleitzahlensystems, die Bezeichnung Schwalmstadt 13.

Frankenhain

Der kleine Ort liegt nördlich oberhalb von Treysa mit schöner Aussicht über das Schwalmtal. Es handelt sich um eine Hugenottensiedlung, die 1701 gegründet wurde, als Landgraf Karl den französischen Glaubensflüchtlingen hier Land zuwies. Bis heute wurde die nach französischem Vorbild errichtete Form des Straßendorfes erhalten.

Konstituierung und Eingemeindung

Im Zuge der hessischen Gebietsreform wurden im Jahre 1970 die beiden Städte Treysa und Ziegenhain mit den umliegenden Dörfern Allendorf, Ascherode, Dittershausen, Florshain, Frankenhain, Niedergrenzebach, Rommershausen, Rörshain, Trutzhain und Wiera zur Stadt Schwalmstadt vereint. Michelsberg wurde im Jahre 1972 eingemeindet.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Kommunalwahl am 26. März 2006 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 42,5 16 47,5 18
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 31,9 12 33,5 12
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 8,4 3 3,7 1
FDP Freie Demokratische Partei 5,2 2 5,8 2
FWG Freie Wählergemeinschaft Schwalmstadt 8,7 3 9,5 4
Linke.WASG Wählergruppe Die Linke.WASG Schwalmstadt 3,4 1
Gesamt 100,0 37 100,0 37
Wahlbeteiligung in % 46,3 51,4

Bürgermeister Wilhelm Kröll (SPD) wurde am 7. Mai 2006 mit einem Stimmenanteil von 61,4 % wieder gewählt.

Wappen

In Gold ein schwarzer, rotbewehrter, nach rechts blickender Ziegenkopfadler. Auf seiner Brust in Silber ein sechsstrahliger roter Stern.

Die Wappenzeichen sind geschichtliche Symbole der beiden Städte und der alten Grafschaft Ziegenhain.

Städtepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Museen

Bauwerke

Naturdenkmäler

Regelmäßige Veranstaltungen

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Durch Schwalmstadt führen die Bundesstraßen B 254 (von Fulda über Schwalmstadt nach Kassel) und B 454 (von Bad Hersfeld über Schwalmstadt nach Marburg). In der Nachbargemeinde Neuental endet die Bundesautobahn A 49.

Schienenverkehr

Die Main-Weser-Bahn von Frankfurt nach Kassel führt durch Schwalmstadt. Hier gibt es den Bahnhof Treysa und den Bahnhof Schwalmstadt-Wiera.

Stündlich enden RegioTram-Züge von bzw. nach Kassel und der Mittelhessen-Express von bzw. nach Frankfurt in Treysa. Zusätzlich halten abwechselnd im Stundentakt jeweils ein InterCity und ein Regionalexpress der Linie Kassel-Frankfurt in Treysa.

Schwalmstadt-Wiera wird stündlich vom Mittelhessen-Express bedient.

Durch die Stadt führte auch die strategische Eisenbahnstrecke zwischen Berlin und Metz, die als Kanonenbahn bezeichnet wurde.

Schwalmstadt hatte früher mit der Knüllwaldbahn eine Verbindung nach Bad Hersfeld. (siehe Bahnstrecke Bad Hersfeld–Treysa)

Fahrradwege

Der hessische Radfernweg R 4 von Bad Karlshafen nach Hirschhorn am Neckar führt von Fritzlar kommend über Zimmersrode durch den Wald an der Landsburg im Stadtteil Allendorf westlich an Ziegenhain vorbei über Loshausen Richtung Alsfeld.

Der Schwalm-Efze-Weg R 14 beginnt in Treysa und führt durch das Schwalm-Becken nach Ziegenhain und Niedergrenzebach über Frielendorf nach Homberg (Efze).

Der Schwalm-Fulda-Weg R 11 von Gemünden (Kreis Frankenberg) nach Wahlshausen und Oberaula verläuft von Sachsenhausen kommend über Florshain nach Treysa und von dort über Wirtschaftswege nach Wasenberg.

Segelfluggelände

Im Ortsteil Ziegenhain befindet sich das Segelfluggelände "Der Ring". Dort gehen die Flugsportvereinigung Schwalm und die Akaflieg Frankfurt dem Segelflugsport nach.

Medien

Dierichs Verlag (HNA)

MB-Media Verlag

MAZ-Verlag Gießen


Staatliche Einrichtungen

Harthbergkaserne

Von 1961 bis Ende 2006 war Schwalmstadt Bundeswehrstandort mit den Einheiten 1./NschBtl 51 (KRK), 5./NschBtl 51 (NVG/MVG), 6./NschBtl 51 (NVG/MVG), 8./NschBtl 51 (AGA) und 5./FJgBtl 351 (AGA).

Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt

Die JVA Schwalmstadt befindet sich im Stadtteil Ziegenhain im ehemaligen Jagdschloss der Landgrafen von Hessen-Kassel sowie einem Erweiterungsbau. Nachdem 2003 der offene Vollzug ausgelagert wurde, existiert in der JVA nur noch der geschlossene Vollzug, unterteilt in höchste und geringere Sicherheitsstufe.

Bundesanstalt Technisches Hilfswerk

Der THW-Ortsverband Schwalmstadt wurde 1961 gegründet. Im Ortsverband Schwalmstadt ist u. a. ein Technischer Zug mit Fachgruppe Ortung stationiert.

Bildungseinrichtungen

Die Stadt hat unter anderem die allgemeinbildenden Schulen, die Carl-Bantzer-Schule (kooperative Gesamtschule), das Schwalmgymnasium und die Schule im Ostergrund (Haupt- und Realschule). Dazu kommen die Grundschulen, die Ziegenhainer Grundschule, die Brüder-Grimm-Schule in Allendorf, die Eckhardt-Vonholdt-Schule, die Grundschule Niedergrenzebach und die Mittelpunkt Grundschule.

Im Bereich der Förderschulen bietet Schwalmstadt eine große Vielfalt. Neben der Sankt-Martin-Schule, einer Schule für Lernhilfe des Schwalm-Eder-Kreises, ist noch die Förderschule Hephata zu nennen, die unter der Trägerschaft des Hessischen Diakoniezentrums Hephata steht und Abteilungen für Erziehungshilfe, Lernhilfe, Praktisch Bildbare und Kranke beinhaltet sowie eine Berufsschule für Praktisch Bildbare, Körperbehinderte, Lern- und Erziehungshilfe.

Berufs- und weiterbildende Schulen sind die Berufliche Schulen Schwalmstadt, der Stenografenverein 1925 Treysa e. V. (Aus- und Fortbildungsstätte für Stenografie, Maschinen-/Tastschreiben, Bürotechnik, Internetschulungen, Text- und Datenverarbeitung) und die Volkshochschule.

Ansässige Unternehmen

Im Bereich der Kunststoffverarbeitung sind die Merkel Freudenberg Fluidtechnic GmbH (Dichtungs- und Schwingungstechnik) und die Horn & Bauer GmbH & Co. KG (Folientechnik) angesiedelt. Im Bereich des Maschinenbaus arbeitet die Firma Konvekta AG (Heizungs-, Klima- und Kältetechnik) und im Bereich der Elektrotechnik die Firma Tieman GmbH (elektronischen Sehhilfen). Weiterhin ist hier die Logistikfirma Heidelmann GmbH (internationale Spedition und Lagerung für temperaturgeführte Güter), die Schuhfabrik Erich Rohde KG und die Schwalm Bräu Privat Brauerei Friedrich Haaß KG hier angesiedelt.

Im Bereich der Sozialpädagogik ist die Hephata Hessisches Diakoniezentrum e.V. tätig.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt