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Grimmenstein

Wappen Karte
Basisdaten
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen (NK)
Fläche: 14,74 km²
Koordinaten: 47° 37′ N, 16° 8′ OKoordinaten: 47° 36′ 55″ N, 16° 7′ 36″ O
Höhe: 405 m ü. A.
Einwohner: 1347 (15. Mai 2001)
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 2840
Vorwahl: 02644
Gemeindekennziffer: 3 18 12
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 1
2840 Grimmenstein
Offizielle Website:
www.grimmenstein.gv.at
Politik
Bürgermeister: Engelbert Pichler (ÖVP)
Gemeinderat: (2005)
(19 Mitglieder)
13 ÖVP, 5 SPÖ, 1 Grüne
Lage der Marktgemeinde Grimmenstein im Bezirk Neunkirchen

Blick auf Grimmenstein vom Kulmriegel

Burg Grimmenstein

Grimmenstein ist eine Marktgemeinde mit 1.347 Einwohnern im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Grimmenstein liegt im Industrieviertel in Niederösterreich. Der Ort liegt in der Region Bucklige Welt im Tal der Pitten. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 14,74 Quadratkilometer. 54,42 Prozent der Fläche sind bewaldet.

Katastralgemeinden sind Grimmenstein und Hochegg

Einwohnerentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1347 Einwohner. 1991 hatte die Marktgemeinde 1384 Einwohner, 1981 1347 und im Jahr 1971 1485 Einwohner.

Politik

Bürgermeister der Marktgemeinde ist Engelbert Pichler, Amtsleiter Josef Braunmüller.

Im Marktgemeinderat gibt es bei insgesamt 19 Sitzen nach der Gemeinderatswahl vom 6. März 2005 folgende Mandatsverteilung: Liste ÖVP 13, SPÖ 5, Liste Grüne 1, andere keine Sitze.

Partnergemeinde

Körperschaften und Vereine

Wirtschaft und Infrastruktur

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 54, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 52. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 554. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,00 Prozent.[1]

Geschichte

Grimmenstein

Im Altertum lag Grimmenstein im Gebiet Teil der Provinz Noricum. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle Geschichte Österreichs.

Noch bis zum Anfang des 20. Jahrhundert wurde das heutigen Grimmenstein „Am Treitl“ genannt. Dieser Name bezieht sich auf den Umstand, dass der Pittenfluss zum Warentransport verwendet wurde. „Treiteln“ bedeutet „ein Floß oder ein Schiff flußaufwärts ziehen“; der am Flußufer getretene Weg der ziehenden Menschen oder Tiere heißt „Treitelweg“.[2]

Der heutige Name des Ortes leitet sich vom Geschlecht der Grimmensteiner her. Diese bewohnten im 12. und 13. Jahrhundert drei Burganlagen auf dem Kulmriegel und wurden 1155 in einer Admonter Traditionsnotiz erstmals urkundlich erwähnt. Albero II. von Grimmenstein war 1201 Landrichter und 1203 pincerna Stiriae de Grymstaine (Mundschenk) des Babenberger Herzogs Leopold VI.

Nachdem die Revolution von 1848/49 die Bauernbefreiung und das Ende der Erbuntertänigkeit brachte, wurde 1850 der Grundbesitz rund um den Kulmriegel an die ortsansässigen Bauern aufgeteilt. Dies gilt als eigentliche Gründung der Gemeinde Grimmenstein. Ende des 19. Jahrhunderts brachten die Eröffnung der Aspangbahn und der Nestlé-Kindernahrungsmittelfabrik (die erste Filiale außerhalb der Schweiz) sowie die Errichtung des Post- und Telegraphenamtes wirtschaftlichen Aufschwung.

Autoritäres und Totalitäres Regime

Die Zeit von 1930 bis 1945 verlief wie in anderen österreichischen Gemeinden auch: Während der austrofaschistischen Diktatur unter Engelbert Dollfuß waren Grimmensteiner Mitglieder der „Heimwehr-Ortsgruppe Grimmenstein-Edlitz und Thomasberg“. Die Ortsgruppe der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei wurde 1934 verboten.

Der Österreichische Bürgerkrieg 1934 wurde in der Region nicht aktiv geführt. Für den ermordeten Diktator Dollfuß wurde am 4. Juli 1937 in Grimmenstein ein Denkmal enthüllt.

Am 10. April 1938 wurde über den „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich abgestimmt:

„In den Gemeinden Edlitz, Grimmenstein und Thomasberg wurde mit 100 %, in Lichtenegg und Hochegg mit 99 % für den Führer und die Vereinigung der Ostmark mit dem Altreich gestimmt. Die Bevölkerung Österreichs bekannte sich damit fast einstimmig zum Nationalsozialismus, weil sie der bisherigen unsicheren politischen und wirtschaftlichen, immer schlechter werdenden, Verhältnisse überdrüssig wurde.“

Chronik des Gendarmeriepostens Edlitz

Im Jahr 1942 wurde auf Grimmensteiner Gemeindegebiet ein Kriegsgefangenenlager für französische Soldaten errichtet.

Am 31. März 1945 marschierten um 06:30 Uhr sowjetische Soldaten in Grimmenstein ein. Es gab keinen Widerstand.

Nach dem Krieg

Nach dem Ende der russischen Besatzung 1955 kam es zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. In der Folge wurden die vierklassige Volksschule, das Gemeindezentrum mit Rathaus, Post, Bank und Veranstaltungssaal und der NÖ Landeskindergarten eröffnet. Anfang der 1960er-Jahre wurde auch die Kirche in Grimmenstein fertiggestellt. (Sie ist Joseph dem Arbeiter geweiht und gehört zur Pfarre Edlitz.)

Im Juli 1972 wurde Grimmenstein zur Marktgemeinde erhoben.

Hochegg

Der Ortsteil Hochegg war von 1931-1967 eine selbstständige Gemeinde. Er liegt heilklimatisch besonders günstig, deswegen wurde dort 1898 ein Privatsanatorium für Lungenkranke und 1918 ein Heilsanatorium für lungenkranke Soldaten des 1. Weltkriegs errichtet.

Das Rehabilitationszentrum der PVAng (seit 1972) wurde im Mai 2000 nach einer Standardanhebung neu eröffnet. 1998 ging das NÖ Landeskrankenhaus für Pulmologie, Orthopädie, Neurologie in Betrieb. Die seit 1960 bestehende „Waldpension“ der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs wurde 1998 als „Neue Waldpension“ neu eröffnet.

Einzelnachweise

  1. Gemeindedaten auf http://www.noel.gv.at
  2. Bruno Schimetschek: Edlitz im Mittelalter. In: Edlitz – unsere Heimatgemeinde Bd.1, Edlitz 1992. S. 35-48