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Cissbury

Cissbury ist eine eisenzeitliche Befestigung mit Grabhügeln der Glockenbecherkultur und einem Komplex neolithischer Feuersteinminen in West Sussex, England, in Findon unweit von Worthing.

Inhaltsverzeichnis

Eisenzeit

Der Church Hill, ein Ausleger der südlichen Downs ist 184 m hoch und bietet gute Aussicht auf die Umgebung, bis zum Meer und der Isle of Wight. Der zweifache Befestigungsring der späten Eisenzeit wird durch zwei Zangentore und zwei moderne Durchbrüche unterbrochen. Der größere von beiden wurde im Zweiten Weltkrieg angelegt, um ein Geschütz in Stellung zu bringen. Die Innenfläche ist nur unzureichend untersucht, war vermutlich aber nicht komplett bebaut. Die Anlage wurde von 300 v. Chr. bis ungefähr zur Zeitenwende genutzt, manche Forscher vermuten hier einen zentralen Stammessitz. Vermutlich mittelalterliche Ackerterrassen belegen eine spätere Nutzung der Innenfläche. Unter Elisabeth I. befand sich hier ein Ausguck und Signalfeuer (Armada beacon), das vor dem Eintreffen der Spanischen Flotte warnen sollte.

Forschungsgeschichte

Die erste Ausgrabung der Flintminen fand bereits 1867 durch Canon Greenwell und General Pitt Rivers, damals noch Augustus Lane-Fox statt. Sie scheinen sich auf die Untersuchung der glockenbecherzeitlichen Grabhügel beschränkt zu haben. 1873 grub Ernest Willett eine der Flintminen aus, erreichte jedoch nicht den Boden des Schachtes. 1875 erkundete Pitt-Rivers neun weitere Schächte und legte dabei unter anderem eine frühneolithische Schale der Windmill-Hill Kultur und ein menschliches Skelett frei.

Es war jedoch erst der Postbeamte John Pull (1899-1960), der nach Ausgrabungen in Blackpatch und Church Hill auch in Cissbury die Struktur der neolithischen Schächte klärte. Grabungen mit einem Team von Freiwilligen fanden 1952 bis 1956 statt. Vier Schächte sowie zahlreiche Schlagplätze wurden freigelegt. In Cissbury wurden vor allem Beile hergestellt. Die Funde aus Cissbury befinden sich im British Museum und im Museum von Worthing.

Cissbury Panorama

Feuersteinminen

Die Abraumhalden der Silexminen befinden sich im südlichen Drittel der Befestigung und auf Abhang unterhalb der Wälle, Die Schächte waren zwischen 2-3m im Durchmesser und 4-5,5 m tief. Auf dem Boden der Schächte zweigten zahlreiche seitliche Galerien ab. Sie wurden mit Geweihhacken gegraben, deren Spuren sich noch in den Wänden der seitlichen Gänge finden. Sie wurden sofort nach dem Abbau des anstehenden Flints wieder mit Abraum verfüllt. Die Funde bestanden vor allem aus Geweihhacken, die für den Flintabbau genutzt worden waren, Axtrohlingen und Schlagabfall. Schacht 27 enthielt das Skelett einer ca. zwanzigjährigen Frau. Es scheint sich dabei nicht, wie ursprünglich angenommen, um das Opfer eines Grubenunfalls, sondern um eine reguläre Bestattung zu handeln.

Datierung

Die Schalen mit scharfem Umbruch, gekehltem Hals und runden Boden gehören zur frühneolithischen Windmill-Hill Kultur. Diese chronologische Zuweisung wird durch drei Radiokarbondaten unterstützt.

Labornummer Datum BP BC cal (1 sigma) Probenmaterial
BM-183 4720±150 3950-3000 Geweihhacke Grabung Pull
BM-184 4650±150 3800-2999 Geweihhacke Grabung Pull
BM-185 4730±150 3950-3000 Geweihspitze

Damit reiht sich Cissbury unter die Flintminen von Sussex ein, die bereits zu Beginn des Neolithikums angelegt wurden.

Literatur

7Koordinaten: 50° 51′ 38″ N, 0° 22′ 59″ W