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Matterhorn

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Matterhorn in den Walliser Alpen; zu anderen gleichnamigen Bergen siehe Matterhorn (Begriffsklärung).
Matterhorn

Ost- und Nordwand des Matterhorns, an der Licht–/Schattengrenze der Hörnligrat

Höhe 4'478 m ü. M.
Lage Grenze Kanton Wallis (Schweiz) / Provinz Aosta (Italien)
Gebirge Walliser Alpen
Geographische Lage, (CH) 45° 58′ 39″ N, 7° 39′ 35″ O; (617134 / 91794)Koordinaten: 45° 58′ 39″ N, 7° 39′ 35″ O; CH1903: (617134 / 91794)
DEC
Erstbesteigung 14. Juli 1865 durch Edward Whymper
Normalweg Hörnligrat (Nordostgrat) von Hörnlihütte III+ (ZS)

Das Matterhorn (walliserdeutsch ds'Hore, italienisch Monte Cervino oder Cervino, französisch Mont Cervin oder Le Cervin) ist mit 4478 Metern Höhe der siebthöchste Berg der Alpen (Mont Blanc und Monte Rosa als Gruppe berücksichtigt).

Es steht in den Walliser Alpen zwischen Zermatt und Breuil (Cervinia). Die Ost-, Nord- und Westwand liegen auf schweizerischem, die Südwand auf italienischem Staatsgebiet. Wegen seiner markanten Gestalt und seiner Besteigungsgeschichte ist es einer der bekanntesten Berge der Welt. Für die Schweiz ist das Matterhorn das Wahrzeichen schlechthin sowie die meistfotografierte Touristenattraktion. Der markante dreieckige Gipfelkopf diente der bekannten Schokoladenfirma Tobler als Muster für ihre „Toblerone“. 1959 wurde im Disneyland eine Nachbildung des Matterhorns im Maßstab 1:100 eröffnet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Namens

1581 wurde das Matterhorn erstmals als Mont Cervin erwähnt, später auch als Monte Silvio und Monte Servino. Aus dem Jahr 1682 ist der Name Matterhorn erstmals überliefert. Der deutsche Name Matterhorn leitet sich vermutlich von der „Matte“ ab, also der grasbewachsenen Talweitung unterhalb der Gornerschlucht, die heute fast komplett vom Dorf Zermatt („zur Matt“) bedeckt ist. In der Lokalbevölkerung wird der Berg auch ds'Hore (= das Horn, Zermatter Dialekt) oder ds'Horu (= das Horn, Oberwalliser Dialekt) genannt.

Geologie

Das Matterhorn gehört zur Dent-Blanche-Decke des Unter-Ostalpins, also einem weit nach Westen auf die penninischen Decken der Westalpen aufgeschobenen Trümmerstück einer ostalpinen Decke. Die Basis des Matterhorns, also bis zur Hörnlihütte, bis auf den Matterhorngletscher und den Furgggrat, ist penninisch, also westalpin. Das Horn selber gehört zur Dent-Blanche-Decke – und zwar der untere Teil bis zur „Schulter“ zur Arolla-Serie und der oberste Teil zur Valpelline-Serie der Dent-Blanche-Decke. Die beiden geologischen Trennlinien an der Basis und an der Schulter sind auf dem Hauptfoto oben bestens erkennbar.

Bergsteiger und Besteigungen

Die Erstbesteigung gelang am 14. Juli 1865 über den Hörnligrat. Der Engländer Edward Whymper stand dabei als Mitglied einer 7er-Seilschaft zuerst auf dem Gipfel. Ihm folgten der Bergführer Michel Croz (aus Chamonix), Reverend Charles Hudson, Lord Francis Douglas, D. Robert Hadow (alle aus England), sowie die Zermatter Bergführer Peter Taugwalder Vater und Peter Taugwalder Sohn. Whymper gewann damit das Wettrennen um die Erstbesteigung gegen seinen Seilgefährten der letzten Jahre, Jean-Antoine Carrel aus Breuil. Dieser versuchte zur gleichen Zeit mit einer italienischen Expedition die Besteigung über den Südwestgrat (Liongrat). Beim Abstieg der Erstbesteiger stürzten die vorderen vier der Seilschaft (Croz, Hadow, Hudson und Douglas) noch oberhalb der sog. „Schulter“ über die Nordwand tödlich ab. Drei der Toten wurden einige Tage später auf dem Matterhorngletscher geborgen, die Leiche von Lord Francis Douglas wurde nie gefunden.

Insgesamt 371 mal und zum letzten Mal mit 90 Jahren bestieg der Bergführer Ulrich Inderbinen das Matterhorn.

Der am weitaus häufigsten begangene Aufstiegsweg ist der Hörnligrat von Zermatt aus (Nordostgrat, ZS+). Weitere Aufstiegsrouten gibt es am Südwestgrat über den kirchendachartigen Pic Tyndall (auch Liongrat oder Italienerweg genannt, ZS+), am Nordwestgrat (Zmuttgrat, S), und am Südostgrat (Furggengrat, SS, wenig begangen). Auch durch die abweisende Nordwand verläuft eine Aufstiegsroute, die hin und wieder von Spezialisten gewählt wird.

Über 400 Bergsteiger sind am Matterhorn bereits ums Leben gekommen. 25 verunglückte Bergsteiger des Matterhorns sind bis heute verschollen.

Eine Seilbahn oder ein Aufzug auf das Matterhorn ist trotz mehrfacher Anläufe dazu bis heute nicht realisiert worden.

Routen

Routen über die Grate

In der Regel wird das Matterhorn über den Hörnligrat bestiegen, er stellt den sogenannten Normalweg, also den leichtesten Anstieg, dar. Auf 4'003 Metern Höhe, nordöstlich unterhalb des Gipfels, gibt es als Biwak für Notfälle, wie Wettersturz und Zeitverzug, die von der Hörnlihütte aus betreute Solvayhütte mit 10 Notlagern.

Nordostgrat oder „Hörnligrat“ (Normalroute)

Nordwestgrat oder „Zmuttgrat“

Südostgrat oder „Furggengrat“

Südwestgrat oder „Liongrat“

Routen durch die Wände

Ostwand

Nordwand

Westwand

Südwand

Galerie

Siehe auch

 Commons: Matterhorn – Bilder, Videos und Audiodateien