Heim

Actinoide

Actinoide [-noˈiːdə] („Actiniumähnliche“; griech.: Endung -oeides „ähnlich“) ist eine Gruppenbezeichnung ähnlicher Elemente. Zugerechnet werden ihr das Actinium und die 14 im Periodensystem folgenden Elemente: Thorium, Protactinium, Uran und die Transurane Neptunium, Plutonium, Americium, Curium, Berkelium, Californium, Einsteinium, Fermium, Mendelevium, Nobelium und Lawrencium. Im Sinne des Begriffs gehört Actinium nicht zu den Actiniumähnlichen. Hier folgt die Nomenklatur der IUPAC aber dem praktischen Gebrauch. Die frühere Bezeichnung Actinide entspricht nicht dem Vorschlag der Nomenklaturkommission, da nach diesem die Endung „-id“ für binäre Verbindungen wie z.B. Chloride reserviert ist; die Bezeichnung ist aber weiterhin erlaubt.[1][2] Alle Actinoide sind Metalle und werden auch als Elemente der Actiniumreihe bezeichnet.

89
Ac
90
Th
91
Pa
92
U
93
Np
94
Pu
95
Am
96
Cm
97
Bk
98
Cf
99
Es
100
Fm
101
Md
102
No
103
Lr

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Alle Actinoide sind radioaktiv und gehören zu den Metallen. Einige sind in feinverteiltem Zustand pyrophor. Alle Actinoide bilden dreifach geladene Ionen, sie werden wie das Actinium als Untergruppe der 3. Nebengruppe aufgefasst.

Die Actinoide gehören wie die Lanthanoide zu den inneren Übergangselementen oder f-Block-Elementen, da in diesen Reihen die f-Unterschalen mit Elektronen aufgefüllt werden.

Farben der Actinoid-Ionen in wässriger Lösung

Oxidationszahl[3][4] 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103
+3 Ac3+
farblos
(Th3+)
tiefblau
(Pa3+)
blauschwarz
U3+
purpurrot
Np3+
purpurviolett
Pu3+
tiefblau
Am3+
gelbrosa
Cm3+
farblos
Bk3+
gelbgrün
Cf3+
grün
Es3+
blassrosa
Fm3+
 
Md3+
 
No3+
 
Lr3+
 
+4 Th4+
farblos
Pa4+
blassgelb
U4+
smaragdgrün
Np4+
gelbgrün
Pu4+
orangebraun
Am4+
gelbrot
Cm4+
blassgelb
Bk4+
beige
Cf4+
grün
+5 PaO2+
farblos
UO2+
blasslila
NpO2+
grün
PuO2+
rotviolett
AmO2+
gelb
+6 UO22+
gelb
NpO22+
rosarot
PuO22+
rosagelb
AmO22+
zitronengelb
+7 NpO23+
tiefgrün
PuO23+
blaugrün
(AmO65-)
dunkelgrün

Begriffliche Abgrenzung

Einzelnachweise

  1. Wolfgang Liebscher; Ekkehard Fluck: Die systematische Nomenklatur der anorganischen Chemie. Springer, Berlin 1999. ISBN 3-540-63097-X
  2. Neil G. Connelly (Red.): Nomenclature of inorganic chemistry – IUPAC recommendations 2005. Royal Society of Chemistry, Cambridge 2005. ISBN 0-85404-438-8
  3. Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 102. Auflage, de Gruyter, Berlin, 2007, S. 1956. ISBN 978-3-11-017770-1.
  4. dtv-Atlas zur Chemie 1981, Teil 1, S. 224.

Literatur