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Bukidnon

Bukidnon ist eine Provinz der Philippinen, die sich im Zentrum der Insel Mindanao befindet. Sie besitzt als eine der wenigen Provinzen des Inselstaates keinen Zugang zum Meer.

Die Hauptstadt ist Malaybalay City. Sie ist politisch dem Bezirk X Northern Mindanao zugeordnet.

Der Gouverneur der Provinz ist zurzeit Jose Ma. R. Zubiri.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die Provinz grenzt, im Uhrzeigersinn von Norden beginnend, an Misamis Oriental, Agusan del Sur, Davao del Norte, Cotabato, Lanao del Sur und Lanao del Norte.

Topologisch ist die Provinz hauptsächlich durch Hochebenen mit weitem Grasland gekennzeichnet. Sie hat eine durchschnittliche Höhe von 912 m. Flache Plateaus und ein ausgedehntes Hochland charakterisieren das Gelände ebenso wie tiefe Schluchten und weitläufige Täler.

Der höchste Berg der Provinz, der Mt. Kitanglad, ist mit einer Gipfelhöhe von 2.899 m auch der zweithöchste der Philippinen.

Bukidnon verfügt weder über eine Seeanbindung noch über einen Flughafen. Zu erreichen ist die Provinz nur auf dem Landweg, beispielsweise von Cagayan de Oro City aus, eine größere Stadt in der Nachbarprovinz Misamis Oriental, die einen See- und Flughafen besitzt.

Die Provinz hat eine Fläche von 8.293,8 km² und ist damit die sechstgrößte der Philippinen.

Demographie und Sprache

Laut mündlichen Überlieferungen der einheimischen Talaandig gab es ursprünglich vier Volksgruppen in Zentral-Mindanao: die Maranao, die heute in der Provinz Lanao del Sur leben, die Magindanaon, die Manobo und die Talaandig, die den Osten, den Süden und die nördlich-zentrale Region der damaligen Provinz Cotabato bevölkerten.

Als die Zivilregierung Anfang des 20. Jahrhunderts den Bezirk Zentral-Mindanao in Provinzen aufteilte, lebten in Bukidnon hauptsächlich indigene Volksgruppen. Seither sind Menschen aus vielen anderen Regionen der Philippinen, besonders von den zentralphilippinischen Visayas-Inseln Cebu, Bohol und Iloilo, eingewandert. Erweitert wurde die kulturelle Vielfalt Bukidnons auch durch Zuwanderer von der nördlichen Hauptinsel Luzon, wie den Ilocanos, den Batangueño, den Igorots und den Ivatans (von den im äußersten Norden gelegenen Batan-Inseln).

Viele der indigenen Volksgruppen zogen sich mit der Zeit immer weiter in die Berge und Wälder zurück, wo sie bis heute große Teile ihres kulturellen Erbes bewahren konnten. Heute findet man die Talaandig im Nordwesten, die Higaonon im Norden, die Bukidnon im Osten, die Western-Bukidnon-Manobo im Westen und die Tigwa- und Matigsalug-Manobo im Südosten der Provinz.

Trotz der ethnischen Vielfalt wird die eingeführte Sprache Cebuano von immerhin 77,9 % der Bewohner gesprochen, das einheimische Binukid von 8,9 %, während Englisch von lediglich 0,05 % der Bevölkerung verwendet wird.

Wirtschaft

Als einer der Hauptproduzenten von Kulturpflanzen festigt Bukidnon seine Position als wesentlicher Lieferant von Reis, Mais, Zucker, Kartoffeln, Tomaten, Maniok und vielen anderen agrarwirtschaftlichen Produkten. Im Jahr 2000 wurden überall in Bukidnon weite Flächen mit Korn- und Reisfeldern sowie Zuckerplantagen bepflanzt.

Die Provinz spielt zudem eine wichtige Rolle beim Anbau von Früchten und Gemüse, die nicht allein auf den einheimischen Märkten verkauft, sondern auch nach Japan und in andere Nachbarstaaten exportiert werden. Daneben wird auch Hühner-, Schweine- und Rinderfleisch erzeugt.

Bukidnon ist im Land als der "Früchtekorb" der Nation bekannt. Frische Ananas, Bananen, Zuckerrohr, aber auch Schnittblumen gedeihen das ganze Jahr über. Zu den neuen Exportprodukten zählen neben Gummistiefeln und Schuhen auch Möbel aus Rattan, Körbe aus Bambus, Holz-Schnitzereien und andere handwerkliche Produkte.

Verwaltungsgliederung

Bukidnon ist in 20 Verwaltungsgemeinden und 2 Städte unterteilt.

Die Verwaltungsgemeinden sind wiederum in insgesamt 464 Baranggays (Ortsteile) untergliedert. Die Provinz besteht aus 3 Kongress Distrikte plus den Distrikt Cagayan de Oro.

Städte

Verwaltungsgemeinden

  • Lantapan
  • Libona
  • Malitbog
  • Manolo Fortich
  • Maramag
  • Pangantucan
  • Quezon
  • San Fernando
  • Sumilao
  • Talakag

Klima

Bukidnon verfügt während des gesamten Jahres über ein relativ kühles und feuchtes Klima. Der Norden hat keine ausgesprochen starke Regenperiode, besitzt aber eine kurze Trockenzeit von ein bis drei Monaten. Der südliche Teil verfügt hingegen über keine Trockenphase und bleibt dabei auch von starken und andauernden Regenfällen verschont.

Die Provinz befindet sich außerhalb des Taifungürtels. Die Durchschnittstemperatur liegt bei 24,04 °C, die tiefsten Temperaturen rangieren bei 18,5 °C, die höchsten bei 29,6 °C. Die durchschnittliche Regenmenge beträgt 2.581,84 mm.

Geschichte

Bukidnon wurde um 1850 zu einem Teil der ehemaligen großen Provinz Misamis. Das gesamte Gebiet wurde damals mit dem Wort Malaybalay („wenige Häuser“) bezeichnet, die Bewohner nannte man Bukidnons („Leute aus den Bergen“).

Die philippinische Kommission, geführt von dem parlamentarischen Kommissar Dean C. Worcester, schlug am 20. August 1907 die Abspaltung Bukidnons von der Provinz Misamis vor. Am 1. September 1914 wurde mit dem Phil. Com. Act Nr. 1693 die Ernennung der Provinz Agusan mit der Unterprovinz Bukidnon angeordnet.

Zu einer eigenen regulären Provinz wurde Bukidnon am 10. März 1917 mit Inkrafttreten des Act Nr. 2711 durch das Ministerium von Mindanao und Sulu.

Sehenswürdigkeiten

Koordinaten: 8° 049' 00" N, 124° 58' 00" E