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Iveco Magirus

Iveco Magirus ist ein deutscher Ausrüster von Feuerwehrfahrzeugen, der in seinen Anfängen zurückgeht auf den Nutzfahrzeughersteller und Feuerwehrausrüster Magirus mit Sitz in Ulm.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte: Magirus und Magirus-Deutz

Conrad Dietrich Magirus war Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Ulm und beschäftigte sich mit der Konstruktion von Gerätschaften zur Feuerbekämpfung. Er gilt als Erfinder der fahrbaren Feuerleiter. Magirus gründete 1866 das Unternehmen Feuerwehr-Requisiten-Fabrik C. D. Magirus, das zunächst Leitern und Feuerspritzen herstellte, später auch Lastwagen und Omnibusse.

Infolge der Weltwirtschaftskrise und durch das Manko, dass Magirus seine Fahrzeuge nicht mit Dieselmotoren ausstattete, obwohl der Markt diese zunehmend verlangte, geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. 1932 übernahmen Banken die Firma und sahen sich nach einem geeigneten Fusionspartner um. 1933/1934 stellte die C. D. Magirus AG dann Dieselmotoren aus eigener Herstellung vor, mit denen in der Folge alle Lastwagen ausgerüstet wurden. Der gesuchte Fusionspartner fand sich schließlich 1935 in der Humboldt-Deutz Motorenfabrik aus Köln, nachdem 1935 der gesamte Aufsichtsrat von Magirus zurückgetreten war. Die Fusion wurde 1936 vollzogen. 1940 verschwand der Name Magirus vorläufig, die Fahrzeuge aus Ulm wurden fortan unter dem Namen Klöckner-Deutz verkauft. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde an der Fahrzeugfront noch das 1925 eingeführte Magirus-Logo - die stilisierte Silhouette des Ulmer Münsters in Kombination mit einem „M“ für Magirus - angebracht, danach ein kreisförmiges Logo mit dem Schriftzug Klöckner-Deutz. 1944 konstruierten die Ingenieure bei KHD serienreife Dieselmotoren mit Luftkühlung, die ab 1948 in die hauseigenen Lkw, Busse und Feuerwehrautos eingebaut wurden. Ab 1949 lautete der Markenname der von KHD im Ulmer Magirus-Werk produzierten Fahrzeuge Magirus-Deutz. Auch das alte Magirus-Logo kehrte an die Kühlergrills der Fahrzeuge zurück.

Iveco Magirus

In den 1970er Jahren zeichnete sich ab, dass die Marke Magirus-Deutz alleine nicht mehr am Markt würde bestehen können. 1975 gründete KHD daher seine Lkw- und Feuerschutz-Sparte in eine neue Gesellschaft mit dem Namen Magirus-Deutz AG aus. Dies hatte das Ziel, das Ulmer Fahrzeugwerk und die damit verbundenen Geschäftsfelder in die von Fiat neu gegründete Firma Iveco einzugliedern. Davon betroffen war auch die Abteilung von Magirus-Deutz, die in all den Jahren auch weiterhin Feuerwehraufbauten auf Magirus-Deutz Lkw angefertigt hatte.

Die in Iveco aufgegangene Magirus-Deutz AG wurde 1983 umbenannt in Iveco Magirus. Iveco Magirus gehört zur Iveco-Gruppe, produziert nach wie vor in Ulm Feuerlöschtechnik und nutzt als Basis Fahrzeuge verschiedener Hersteller, zum Beispiel Iveco, MAN und Mercedes-Benz. Als einziger Hersteller von Brandschutzfahrzeugen weltweit kann Iveco Magirus Feuerwehrfahrgestelle und -aufbauten, also komplette Fahrzeuge, aus einer Hand liefern. Eigenen Angaben zufolge ist die Firma weltweiter Marktführer beim Bau von Drehleitern. Produziert wird in sechs Werken unter den Markennamen

Bis 2005 gehörten auch die Markennamen Iveco Mezzi Speciali und Eurofire zu den Brandschutzaktivitäten von Iveco; beide Namen wurden jedoch aufgegeben und im Falle von Iveco Mezzi Speciali durch Magirus und im Falle von Eurofire durch Iveco Magirus ersetzt.

Von den Kühlergrills der regulären, nicht für Feuerwehrzwecke gebauten Lastwagen verschwand der Name Magirus dagegen schrittweise nach der Übernahme von Magirus-Deutz durch Iveco. Die im Ulmer Werk nun unter Regie von Iveco hergestellten Lastwagen tragen seit Ende der 1980er Jahre nur noch den Markennamen Iveco. Das Brandschutztechnik-Werk von Iveco Magirus wurde Anfang 2007 von dem alten Standort in der Ulmer Magirusstraße in das Iveco-Werk im Industriegebiet Donautal verlagert.

Siehe auch

Literatur