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Regierungsbezirk Arnsberg

Wappen Karte
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Verwaltungssitz: Arnsberg
Fläche: 8.002,72 km²
Einwohner: 3.733.185 (30. Juni 2007)
Bevölkerungsdichte: 468 Einwohner/km²
Bezirksgliederung: 83 Gemeinden, davon 78 in 7 Kreisen
Bezirksregierung
Regierungspräsident Helmut Diegel (CDU)
Hausanschrift der
Bezirksregierung:
Seibertzstraße 1
59821 Arnsberg
Website: www.bra.nrw.de
Karte

Der Regierungsbezirk Arnsberg ist einer von fünf Regierungsbezirken im Land Nordrhein-Westfalen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Regierungsbezirk Arnsberg liegt im Südosten von Nordrhein-Westfalen. Er deckt in seinem nordwestlichen Bereich mit fünf Großstädten einen wesentlichen Teil des dicht besiedelten Ruhrgebiets ab. Im Gegensatz dazu weist das östliche und südliche Gebiet eine eher schwächere Bevölkerungsdichte auf.

Nachbarbezirke und Nachbarländer

Der Regierungsbezirk grenzt im Norden an die Regierungsbezirke Münster und Detmold, im Osten an das Bundesland Hessen, im Süden an das Land Rheinland-Pfalz und im Westen an die Regierungsbezirke Köln und Düsseldorf.

Geschichte

Die Geschichte des Regierungsbezirks geht auf die "Preußische Verordnung über die verbesserte Einrichtung der Provinzialbehörden" vom 30. April 1815 zurück. Damals wurde Preußens Regierung und Verwaltung nach dem Wiener Kongress neu geordnet und die Provinzen in insgesamt 28 Regierungsbezirke eingeteilt, einer davon der Regierungsbezirk Arnsberg. Wie die übrigen, so nahm auch die Regierung in Arnsberg mit dem 22. April 1816 ihre Tätigkeit auf.

Der bisherige Verwaltungssitz Hamm aus der vornapoleonischen Zeit wurde aufgegeben und die neue Behörde aufgrund der Wahl des Oberpräsidenten Ludwig von Vincke nach Arnsberg verlegt. Dies geschah zum einen, um die katholische Bevölkerung des Sauerlandes an den protestantischen preußischen Staat zu binden, und zum anderen, um diese Region wirtschaftlich zu entwickeln.

Eine der zentralen Herausforderungen der Regierungspräsidenten in Arnsberg war im 19. und frühen 20. Jahrhundert die staatliche Begleitung des Industrialisierungsprozesses insbesondere im östlichen Ruhrgebiet.

Der Sitz des Regierungspräsidiums in der Stadt Arnsberg war dabei stets umstritten. Spätestens mit dem Aufstieg des Ruhrgebiets zur zentralen Industrielandschaft nahmen die Bestrebungen zur Verlegung des Regierungssitzes ins Revier oder die Gründung eines Regierungsbezirks Ruhr zu.

Grundsätzlich in Frage gestellt werden die Regierungspräsidien in NRW erst in letzter Zeit unter der Regierung Rüttgers. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU und FDP wurde die Auflösung der Regierungspräsidien vereinbart. Umgesetzt werden soll dieses Vorhaben allerdings erst ab 2012.

Einwohnerentwicklung

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen des Regierungsbezirks Arnsberg nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bei den Zahlen handelt es sich bis 1970 um Volkszählungsergebnisse und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Zahlen für 1975, 1980 und 1985 sind geschätzte Werte, die Zahlen ab 1987 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der Volkszählung von 1987. Die Angaben beziehen sich für 1837 auf die „Zivilbevölkerung“, ab 1861 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und ab 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“.

Jahr Einwohner
1837 1 502.810
1861 (3. Dez.) 1 703.523
1867 (3. Dez.) 1 791.361
1871 (1. Dez.) 1 865.815
1880 (1. Dez.) 1 1.068.141
1885 (1. Dez.) 1 1.189.688
1890 (1. Dez.) 1 1.342.711
1900 (1. Dez.) 1 1.851.319
Jahr Einwohner
1910 (1. Dez.) 1 2.399.849
1925 (16. Juni) 1 2.721.367
1939 (17. Mai) 1 2.678.026
1950 (13. Sep.) 1 3.041.700
1961 (6. Juni) 1 3.597.920
1970 (27. Mai) 1 3.720.550
1975 (31. Dez.) 3.744.303
1980 (31. Dez.) 3.688.780
Jahr Einwohner
1985 (31. Dez.) 3.567.208
1987 (17. Mai) 1 3.605.066
1990 (31. Dez.) 3.731.986
1995 (31. Dez.) 3.827.480
2000 (31. Dez.) 3.805.904
2005 (31. Dez.) 3.760.454
2006 (31. Dez.) 3.742.162

1 Volkszählungsergebnis

Verwaltungsgliederung

Verzeichnis der Kreise und kreisfreien Städte

Kreise

  1. Kreis Altena (bis zum 31. Dezember 1968, anschließend im Kreis Lüdenscheid, jetzt im Märkischen Kreis)
  2. Kreis Arnsberg (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend hauptsächlich im Hochsauerlandkreis, ehemalige Gebietsteile auch im Märkischen Kreis und im Kreis Soest)
  3. Kreis Brilon (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend im Hochsauerlandkreis)
  4. Ennepe-Ruhr-Kreis (ab dem 1. Januar 1975 um die ehemals kreisfreie Stadt Witten vergrößert)
  5. Hochsauerlandkreis (ab dem 1. Januar 1975 aus Gebieten der Kreise Arnsberg, Meschede, Brilon, Wittgenstein und Büren [, letzterer im Regierungsbezirk Detmold])
  6. Kreis Iserlohn (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend hauptsächlich im Märkischen Kreis, ehemalige Gebiete auch im Kreis Unna und in der Stadt Hagen)
  7. Kreis Lippstadt (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend im Kreis Soest)
  8. Kreis Lüdenscheid (ab dem 1. Januar 1969 bis zum 31. Dezember 1974, anschließend im Märkischen Kreis)
  9. Märkischer Kreis (ab dem 1. Januar 1975 aus Gebieten der ehemaligen Kreise Lüdenscheid, Iserlohn [unter Einbeziehung der ehemaligen kreisfreien Stadt Iserlohn] und Arnsberg)
  10. Kreis Meschede (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend im Hochsauerlandkreis)
  11. Kreis Olpe
  12. Kreis Siegen (ab dem 1. Januar 1975 mit großen Teilen des Kreises Wittgenstein; bis zum 31. Dezember 1983, anschließend Umbenennung in Kreis Siegen-Wittgenstein)
  13. Kreis Siegen-Wittgenstein (ab dem 1. Januar 1984, vorher Kreis Siegen)
  14. Kreis Soest (ab dem 1. Januar 1975 mit dem Kreis Lippstadt und Teilen des Kreises Arnsberg)
  15. Kreis Unna (ab dem 1. Januar 1975 mit Teilen der Kreise Iserlohn und Lüdinghausen [letzterer bisher im Regierungsbezirk Münster])
  16. Kreis Wittgenstein (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend im Kreis Siegen, ab dem 1. Januar 1984 im Kreis Siegen-Wittgenstein)

Kreisfreie Städte

  1. Bochum (ab dem 1. Januar 1975 um Wattenscheid vergrößert)
  2. Castrop-Rauxel (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend im Kreis Recklinghausen, Regierungsbezirk Münster)
  3. Dortmund (am 1. Januar 1975 Vergrößerung durch Eingemeindungen)
  4. Hagen (ab dem 1. Januar 1975 um Hohenlimburg, bisher im Kreis Iserlohn und um den Stadtteil Dahl aus der Stadt Breckerfeld im Ennepe-Ruhr-Kreis vergrößert)
  5. Hamm (ab dem 1. Januar 1975 um Gebiete aus den Kreisen Beckum, Lüdinghausen [beide bisher im Regierungsbezirk Münster] und Unna vergrößert)
  6. Herne (ab dem 1. Januar 1975 um Wanne-Eickel vergrößert)
  7. Iserlohn (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend im Märkischen Kreis)
  8. Lüdenscheid (bis zum 31. Dezember 1968, anschließend im Märkischen Kreis)
  9. Lünen (bis zum 31. Dezember 1968, anschließend im Kreis Unna)
  10. Siegen (bis zum 30. Juni 1966, anschließend im Kreis Siegen, ab dem 1. Januar 1984 im Kreis Siegen-Wittgenstein)
  11. Wanne-Eickel (bis zum 31. Dezember 1974, dann nach Herne eingemeindet)
  12. Wattenscheid (bis zum 31. Dezember 1974, dann nach Bochum eingemeindet)
  13. Witten (bis zum 31. Dezember 1974, anschließend im Ennepe-Ruhr-Kreis)

Aktueller Stand

Der Regierungsbezirk besteht aus sieben Kreisen mit insgesamt 78 kreisangehörigen Gemeinden und fünf kreisfreien Städten.
(Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2004)

Kreise Kreisfreie Städte
  1. Ennepe-Ruhr-Kreis (344.824 EW)
  2. Hochsauerlandkreis (277.715 EW)
  3. Märkischer Kreis (451.421 EW)
  4. Kreis Olpe (142.140 EW)
  5. Kreis Siegen-Wittgenstein (292.869 EW)
  6. Kreis Soest (309.013 EW)
  7. Kreis Unna (426.345 EW)
  1. Bochum (388.179 EW)
  2. Dortmund (588.680 EW)
  3. Hagen (198.780 EW)
  4. Hamm (184.926 EW)
  5. Herne (171.831 EW)

Seit dem 22. Juli 2005 ist Helmut Diegel (CDU) Regierungspräsident.

Bisherige Regierungspräsidentinnen und Regierungspräsidenten

  1. Friedrich von Bernuth (15. Juli 1816–24. März 1825)
  2. Karl Graf von Flemming (1825–1831)
  3. Philip-Ludwig Wolfart (1831–5. März 1836)
  4. Georg Wilhelm Keßler (5. März 1836–18. April 1845)
  5. Heinrich Friedrich August Graf von Itzenplitz (8. Juli 1845–August 1848)
  6. Heinrich Albert Moritz von Bardeleben (16. November 1848–4. Juni 1849)
  7. Carl von Bodelschwingh (18. Juli 1849–1851)
  8. Ernst von Bodelschwingh (November 1851–18. Mai 1854)
  9. Friedrich Wilhelm von Spankeren (28. September 1854–3. Juli 1863)
  10. Heinrich Wilhelm von Holtzbrinck (18. Juli 1863–Oktober 1874)
  11. Georg Maximilian Franz von Steinmann (29. Oktober 1874-14. November 1880)
  12. Alfred von Rosen (3. November 1880–22. Juni 1889)
  13. Wilhelm Julius Reinhold Winzer (26. Juni 1889–16. April 1901)
  14. Dr. Ludwig von Renvers (17. April 1901–13. Februar 1903)
  15. Dr. Franz Freiherr von Coels von der Brügghen (26. März 1903–18. Juni 1907)
  16. Friedrich Ernst von Schwerin (9. September 1907–Dezember 1907)
  17. Alfred Georg von Bake (6. Januar 1908–30. September 1919)
  18. Max König (16. Oktober 1919-15. Februar 1933)
  19. Dr. Max von Stockhausen (23. Februar 1933–20. September 1935)
  20. Dr. Ludwig Runte (Oktober 1935–31. August 1941)
  21. Lothar Eickhoff (1. Januar 1942–16. Mai 1945)
  22. Fritz Fries (1. Juni 1945–31. Juli 1949)
  23. Hubert Biernat (15. März 1950–28. Februar 1956)
  24. Ernst Schlensker (2. Juni 1956–31. Juli 1973)
  25. Fritz Ziegler (1. August 1973–12. Januar 1977)
  26. Richard Grünschläger (13. Januar 1977–19. Februar 1990)
  27. Dr. Raghilt Berve (20. Februar 1990–30. Juni 1998)
  28. Wolfram Kuschke (1. August 1998–12. November 2002)
  29. Renate Drewke (1. Januar 2003-22. Juli 2005)
  30. Helmut Diegel (seit 22. Juli 2005)

Literatur