Ortsteil
Heim

Ortsteil

Ein Ortsteil (auch: Stadtteil bzw. Gemeindeteil oder Dorfschaft) ist ein abgegrenzter bzw. mit eigenem Namen versehener Teil einer Stadt oder Gemeinde. Entweder handelt es sich um Teile (z. B. Dörfer oder Orte) aus ehemals selbstständigen Gemeinden, die durch eine Eingemeindung im Zuge einer Gemeindereform ihre Selbstständigkeit aufgeben mussten und zu Gemeindeteilen einer benachbarten oder neuen Gemeinde wurden, oder es handelt sich um neue Wohnviertel einer Stadt/Gemeinde („Neubaugebiete“) mit einem eigenen Namen, wenn die Besiedelung abgeschlossen ist.

Inhaltsverzeichnis

Deutschland

In Brandenburg können in amtsfreien Gemeinden gemäß der jeweiligen Hauptsatzung Ortsteile gebildet werden, wenn ausreichend große, räumlich getrennte, bewohnte Gemeindeteile vorhanden sind. In der Regel kann jede bei einem Gemeindezusammenschluss beteiligte Gemeinde nur einen Ortsteil bilden, außer sie hat schon vorher Ortsteile gebildet. Wenn in ihrem Gebiet ausreichend große, räumlich getrennte, bewohnte Gemeindeteile vorhanden sind, können diese gegenüber der Gemeinde die Zuerkennung des Ortsteilstatus anstreben.
Bezeichnungen wie Stadtteil, Gemeindeteil und Wohnplatz sind in die Gemeindeordnung nicht aufgenommen und damit in der Verwaltung nicht relevant, auch wenn sie im allgemeinen Sprachgebrauch verwendet werden. In vielen Städten und Gemeinden haben die Hauptorte in der Regel keinen Ortsteilstatus; Gemeindeteile, die vor Inkrafttreten der Gemeindeordnung eingemeindet wurden, sind trotz oft beachtlicher Einwohnerzahlen meist keine ’’Ortsteile’’.

In Baden-Württemberg ist auch der Begriff Teilort üblich, der in die nach der Gemeindereform 1972 geschaffene Unechte Teilortswahl eingeflossen ist.

Je nach Regelung in der Gemeindeordnung des jeweiligen Landes können Ortsteile auch Ortsteilvertretungen (Ortschaftsrat, Ortsrat, Ortsbeirat, Dorfvorstand) und eigene Ortschaftsverwaltungen sowie einen Ortsvorsteher (Dorfvorsteher) bzw. einen Ortsbürgermeister haben. Hier spricht man dann meist von der Ortschaft (im rechtlichen Sinne).

Die Benennung neuer Ortsteile ist alleinige Angelegenheit der jeweiligen Gemeinde. Dabei muss sie verschiedene Stellen (z.B. Archivverwaltung, Statistische Ämter, Post, Vermessungsämter etc.) anhören und darauf achten, dass innerhalb der Gemeinde keine gleichlautenden Ortsteilnamen auftreten.

In größeren Städten werden Ortsteile je nach Land als Stadtbezirke bezeichnet oder zu solchen zusammengefasst. Im Gegensatz zu Ortsteilen, welche eine eigene Ortschaftsvertretung haben können, müssen Stadtbezirke meist eine solche haben. Name, Wahlmodus und Zuständigkeiten dieser Bezirksvertretungen variieren ebenfalls von Land zu Land. In nordrhein-westfälischen Großstädten bilden Ortsteile inoffizielle Unterordnungen von Stadtteilen, die wiederum Teilmengen eines Stadtbezirks sind. In Berlin sind die Bezirke amtlich in Ortsteile unterteilt. In Hamburg sind die Bezirke amtlich in Stadtteile unterteilt, wobei teilweise mehrere Stadtteile zu Ortsamtsgebieten zusammengefasst sind.

Österreich

In Österreich werden Ortsteil und Gemeindeteil, beide auf die Katastralgemeinde bezogen, als Synonym verwendet. So verwendet etwa Kärntner Landesrecht den Begriff „Ortsteil“ und Salzburger, Oberösterreichisches und Tiroler Recht „Gemeindeteil“. Das Bundesrecht benutzt beide Begriffe.

Schweiz

In der Schweiz bestehen viele Gemeinden aus mehreren Ortsteilen oder Stadtteilen, die als Ortschaften oder Ortsteile bezeichnet werden. Im Kanton Graubünden werden die Ortsteile einiger Gemeinden jedoch Fraktionen, im Kanton Zürich Aussenwacht und in der Gemeinde Schwyz Filiale genannt

Italien

In Italien werden kleinere Ortschaften, welche nicht eine eigene Gemeinde bilden, Fraktion genannt. So ist, z.B. Mittewald eine Fraktion der Gemeinde Franzensfeste. Teile größerer Städte werden Stadtviertel bezeichnet.

Siehe auch

 Wiktionary: Ortsteil – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik