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Pflanzengesellschaft

Dieser Artikel beschreibt die Pflanzengesellschaft als Vorkommen verschiedenener Pflanzenarten. Für Vereine von Pflanzenfreunden, siehe Pflanzengesellschaft (Vereinigung).

Pflanzengesellschaft ist eine abstrahierbare bestimmte Artzusammensetzung (Biozönose) von Pflanzen (Phytozönosen), die an einem Standort bzw. in einem Biotop zu finden ist. Wegen der regelhaften Vergesellschaftung von Arten spricht man auch von Pflanzensoziologie. Die Lehre von Pflanzengemeinschaften heißt Phytozoenologie.

Inhaltsverzeichnis

Wissenschaft und Anwendung

Je nach ökologischen Ansprüchen, Potenz, (bzw. Toleranz) und Konkurrenzstärke bilden sich im Verlauf der Sukzession Pflanzengemeinschaften heraus, die durch eine spezifische Artenzusammensetzung benannt werden können. Durch Vegetationsaufnahmen kann die Pflanzengesellschaft ermittelt werden. Heinz Ellenberg untersuchte die Korrelationen zwischen den ökologischen Ansprüchen der Arten und ihren Standorten und festigte den Begriff Zeigerwert. Vegetationsaufnahmen lassen somit klare Rückschlüsse auf die ökologischen, abiotischen Standortfaktoren eines Pflanzenbestandes zu.

Meist sind auch Zoozönosen, die Lebensgemeinschaften von Tieren, an ihren maßgeblich durch die Pflanzengesellschaften geprägten Lebensraum angepasst. Die Pflanzengesellschaft Phytozönose steht dabei in Interaktion und Abhängigkeit mit den Tiergesellschaften Zoozönosen. Dabei beeinflussen sich die Gruppen oft gegenseitig. Einer Pflanzengesellschaft kann auch eine bestimmte, assoziierte Zoozönose zugeordnet werden. Umgekehrt kann das Vorkommen von Tieren in einer Pflanzengesellschaft Auskunft über deren ökologische Ansprüche geben. Pflanzengesellschaften können nach ihrer Entstehung unterschieden werden.

Aufgrund dieser ableitbaren Faktoren sind diese Pflanzengesellschaften oft Grundlage für die Einteilung und Bewertung von Biotopen bei einer Biotopkartierung. Die Pflanzensoziologie ist deshalb ein wichtiges Werkzeug der angewandten Landschaftsökologie. Botanik, Zoologie, Bodenkunde, Landschaftsplanung und Naturschutz benutzen beispielsweise gerne den Begriff potentielle natürliche Vegetation (pnV), bzw. heutige potenziell-natürliche Vegetation (hpnV).

In den verschiedenen Sukzessionstheorien (Klimaxvegetation, Mosaik-Zyklus-Konzept, Megaherbivorentheorie) spielt die Pflanzengesellschaft eine Schlüsselrolle zur Einteilung und Diskussion verschiedener Sukzessionsstadien und Sukzessionsverläufe in terrestrischen und semiterrestrischen Ökosystemen.

Einteilung und Charakterisierung von Pflanzengesellschaften

Für die Bestimmung der Pflanzengesellschaft spielt die Häufigkeit des Auftretens von verschiedenen Arten und ihre Treue gegenüber den Vegetationseinheiten eine entscheidende Rolle:

Außerdem wird das Vorhandensein oder Fehlen bestimmter Artengruppen als Hinweis auf die Pflanzengesellschaft bewertet. Artengruppen ergeben sich aufgrund ähnlicher ökologischer Eigenschaften (ökologische Artengruppen), ähnlichen soziologischen Verhaltens (soziologische Artengruppen) oder eines regelhaften gemeinsamen (statistisch gesicherten) Auftretens in Vegetationseinheiten (floristische Artengruppen).

Man unterscheidet zwischen natürlichen und durch den Menschen bzw. durch Tiere entstandenen (anthropogenen bzw. zoogenen) Planzengesellschaften.

Beispiele von Pflanzengesellschaften

Wald - siehe Waldgesellschaften Mitteleuropas
Laubwald - Klasse, mit mehreren Ordnungen
z. B.: Buchenwald - Ordnung mit mehreren Verbänden
z. B.: Kalk-Buchenwald - Verband, mit mehreren Assoziationen
z. B.: Orchideen-Buchenwald (auf trockenen Standorten)
Wiese
z. B.: Schwermetallrasen (Thlaspion calaminariae) - Verband, mit mehreren Assoziationen
z. B.: Galmeiflora (Violetum calaminariae)

Siehe auch

Literatur