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Hohenleuben

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 50° 43′ N, 12° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Greiz
Verwaltungsge-
meinschaft:
Leubatal
Höhe: 395 m ü. NN
Fläche: 9,52 km²
Einwohner: 1784 (31. Dez. 2006)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07958
Vorwahl: 036622
Kfz-Kennzeichen: GRZ (alt: ZR)
Gemeindeschlüssel: 16 0 76 029
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 5a
07958 Hohenleuben
Webpräsenz:
www.leubatal.de
Bürgermeister: Klaus Köhler (parteilos)
Lage der Stadt Hohenleuben im Landkreis Greiz

Hohenleuben ist eine der kleinsten Städte im Osten Thüringens.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Das zum Landkreis Greiz gehörende Hohenleuben liegt auf einer Anhöhe im Thüringer Schiefergebirge, in der Nähe des Flusses Leuba, der zur Leubatalsperre angestaut wurde.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Göhren-Döhlen, Hain, Hohenölsen, Lunzig, Steinsdorf und die Stadt Zeulenroda-Triebes.

Geschichte

Hohenleuben wurde 1267 erstmals urkundlich als Luben (sorbisch: „Bast“) erwähnt. 1356 findet sich in einem Ehevertrag der Vögte von Weida und Gera der Name der Burg Reichenfels. Reichenfels ist Amtssitz eines kleinen Verwaltungsgebietes, das etwa das Gebiet zwischen Hohenleuben und Zeulenroda umfasst. 1786 erfolgt die Grundsteinlegung der Kirche. 1883 bekommt Hohenleuben einen Bahnanschluss, der sich wegen der relativ großen Entfernung des Bahnhofs vom Ort wirtschaftlich nicht wie erhofft positiv auswirkt. Am 21. August 1928 erhält Hohenleuben das Stadtrecht.

Am 15. Mai 1935 nahm das neue Frauengefängnis seinen Betrieb auf. Die erste Direktorin Johanna Weitz arbeitete später aus Gewissensgründen gegen die NS-Behörden, wurde im Berliner Gestapogefängnis Prinz-Albrecht-Straße gefoltert und mißhandelt und in ihrem letzten Wohnort Oettern unter Hausarrest gestellt. Im Jahre 1941 wurden fünf Frauen wegen "verbotenen Umgangs mit Fremdvölkischen" auf dem Marktplatz kahl geschoren und an den Pranger gestellt.[2]

Im Jahre 1945 besetzten die US-Amerikaner nach Artilleriebeschuss den Ort, später übernahmen sowjetische Truppen die Besatzungsmacht in Thüringen. 1993 kommt Hohenleuben im Zuge der Gebietsreform im Land Thüringen zum neuen Landkreis Greiz und erklärt ihren Beitritt zur zukünftigen Verwaltungsgemeinschaft Leubatal.

Einwohnerentwicklung

1840 hat Hohenleuben 2.103 Einwohner, die in 223 Häusern leben. 1947 wächst der Ort auf 2.512 Einwohner, davon sind etwa 25 % Umsiedler. 1971 leben in der Stadt und dem Ortsteil Brückla 2.349 Menschen. 1992 sinkt die Einwohnerzahl Hohenleubens auf nur noch 1.958 Einwohner und fällt damit nach Jahrzehnten erstmals unter 2.000.

Weitere Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994 - 1.960
  • 1995 - 1.965
  • 1996 - 1.961
  • 1997 - 1.937
  • 1998 - 1.950
  • 1999 - 1.956
  • 2000 - 1.956
  • 2001 - 1.905
  • 2002 - 1.863
  • 2003 - 1.820
  • 2004 - 1.837
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik

Stadtrat

Im Stadtrat sind folgende Parteien und Vereinigungen vertreten:

Bürgermeister

Der parteilose Bürgermeister Klaus Köhler ist seit den Kommunalwahlen 2004 im Amt, welches er ehrenamtlich ausübt. Seine Amtsvorgängerin ist die Abgeordnete des Thüringer Landtags Heidrun Sedlacik (Die Linke).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswert ist die aus dem 12. Jahrhundert stammende Burgruine Reichenfels und das dazugehörige heimatgeschichtliche Museum.

In der Kirche von Hohenleuben befindet sich seit 1998 das seither restaurierte monumentale Altargemälde Kalvarienberg des Gothaer Malers Paul Emil Jacobs, das dieser 1844 für die Augustinerkirche in Gotha geschaffen hatte und das dort 1939 beim Kirchenumbau entfernt und eingelagert worden war. [3]

Wirtschaft und Infrastruktur

Hohenleubens Wirtschaft wird von der Justizvollzugsanstalt geprägt, die größter Arbeitgeber der Stadt ist. Darüber hinaus sind kleine Gewerbetreibende im Ort ansässig.

Einzelnachweise

  1. Einwohnerzahlen
  2. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 115, ISBN 3-88864-343-0
  3. Bild und Beschreibung
 Commons: Hohenleuben – Bilder, Videos und Audiodateien