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Siegfried Sieber

Siegfried Sieber (* 27. März 1885 in Oschatz; † 18. Juli 1977 in Aue (Sachsen)) war ein deutscher Pädagoge und erzgebirgischer Heimatforscher und -schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach Besuch der Kreuzschule in Dresden sowie Mitgliedschaft im Kreuzchor studierte Siegfried Sieber ab Ostern 1907 an der Universität Leipzig Deutsch, Geschichte sowie Erdkunde und wurde bereits 1910 zum Dr. phil. promoviert. Nach abgeschlossenem Staatsexamen, mit dem er die Lehrbefugnis erlangte, fand er 1913 in der Stadt Aue seine neue Heimat und wurde an der dortigen Realschule als Lehrer angestellt. Noch vor Kriegsausbruch heiratete er Charlotte Binder aus Leipzig-Gohlis. Im Ersten Weltkrieg diente Sieber – zuletzt als Leutnant – in Serbien. Zurück in Aue gründete er 1919 die Volkshochschule, später auch das Heimatmuseum der Stadt, das er auch viele Jahre leitete. 1921 wurde er zum Studienrat ernannt. Bereits zu diesem Zeitpunkt begann er mit seinen wissenschaftlichen und publizistischen Arbeiten zur Geschichte der Stadt. Sein erstes wichtiges heimatgeschichtliches Werk ist die Festschrift anlässlich der 750-Jahrfeier von Aue. Viele weitere Werke insbesondere zur Montan- und Industriegeschichte der Stadt und des Erzgebirges folgten, z.B. eine Serie von Aufsätzen zur Geschichte der Hammerwerke, die zwischen 1925 und 1928 in den Heimatblättern erschien. Sieber zeichnete sich durch einen selbstlosen Forscherfleiß bis ins hohe Alter aus. Zahlreiche Beiträge finden sich in Reihen wie den Freiberger Forschungsheften, der Urania, Forschung und Fortschritt, den Sächsischen Heimatblättern, der Kultur und Heimat wie auch im Heimatfreund des Kreises Aue und im Heimatfreund für das Erzgebirge. An drei Bänden der Reihe Werte der deutschen Heimat hatte er maßgeblichen Anteil. Weiterhin zeichnete er sich als Denkmalpfleger aus. Seit seiner Gründung 1945 war Sieber Mitglied des Kulturbunds. An volkskundlichen Werken sind seine Mitwirkung am Grundriß der Sächsischen Volkskunde sowie seine Monographie zur Spitzenklöppelei im Erzgebirge hervorzuheben. Obwohl Sieber nie Mitglied der NSDAP gewesen war, wurde er 1946 bei der Entnazifizierung der Sowjetischen Besatzungszone aus dem Schuldienst entlassen.

Sieber war u.a. Mitglied im Sächsischen Altertumsverein, im Verein für sächsische Volkskunde und leitete lange Zeit die Versammlung westerzgebirgischer Heimatforscher. Ab 1939 war er Mitglied der Sächsischen Kommission für Geschichte.

Ehrungen

Sieber war Ehrenbürger der Stadt Aue. 1965 wurde er in Anerkennung seiner Forschungsarbeiten mit der Ehrennadel für heimatkundliche Leistungen in Gold, sowie von der Akademie der Wissenschaften in Berlin mit der Leibniz-Medaille ausgezeichnet. Ihm zu Ehren trägt ein sich zweimal jährlich treffender Arbeitskreis der Heimatforscher im Landkreis Aue-Schwarzenberg den Namen Siegfried Sieber. Anlässlich seines 110. Geburtstags wurde in seiner Heimatstadt Aue ein Denkmal errichtet

Hauptwerke

Nachlass

Der wissenschaftliche Nachlass von Siegfried Sieber befindet sich im Stadtmuseum Aue.

Literatur

Personendaten
Sieber, Siegfried
deutscher Oberstudiendirektor und Heimatforscher
27. März 1885
Oschatz
18. Juli 1977
Aue (Sachsen)