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Lauenau

Wappen Deutschlandkarte
Koordinaten: 52° 16′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Schaumburg
Samtgemeinde: Rodenberg
Höhe: 135 m ü. NN
Fläche: 16,23 km²
Einwohner: 4230 (30. Juni 2007)
Bevölkerungsdichte: 261 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31867
Vorwahl: 05043
Kfz-Kennzeichen: SHG
Gemeindeschlüssel: 03 2 57 018
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Amtsstraße 5
31552 Rodenberg
Bürgermeister: Heinz Laufmöller (SPD)

Der Flecken Lauenau ist eine Gemeinde im Landkreis Schaumburg in Niedersachsen. Sie zählt über 4.000 Einwohner und gehört verwaltungstechnisch zur Samtgemeinde Rodenberg.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Der Flecken liegt im Deister-Sünteltal am Höhenzug Deister, südwestlich von Hannover. Mit der Bundesstraße 442 und der Autobahn 2 (Anschlussstelle Lauenau) gibt es günstige Verbindungen nach Hameln und Hannover. Die Rodenberger Aue und der Mühlenbach durchfließen den Ort.

Der Flecken gliedert sich in die Ortsteile Lauenau und Feggendorf.

Geschichte

Ortsbild Lauenau

In manchen Urkunden kommen die Namen Schwedesdorf und Lauenau nebeneinander vor. Der Name Lauenau stammt aus späterer Zeit und bezieht sich auf die vom Welfenherzog Heinrich dem Löwen um 1190 errichtete Burg, die später als Gerichtsstätte diente = Law (Gericht) an der Aue. Mit Schwedesdorf war das ursprüngliche Dorf gemeint, das 1059 erstmals urkundlich erwähnt wird. Es leitet sich vom plattdeutschen Wort Schwad oder Schwed ab, was der Bedeutung einer langen Linie entspricht. Schwedesdorf war also ein Grenzdorf.

Der Flecken gehörte ursprünglich zur Grafschaft Schaumburg. Nachdem dessen Herrscher bei einer Versammlung im Laufe des Dreißigjährigen Krieges vergiftet wurde, war die Linie ausgelöscht und die Grafschaft wurde 1640 geteilt. Lauenau wurde dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg zugeschlagen, aus dem später das Königreich Hannover entstand. Durch die Niederlage des Königreichs im Deutschen Krieg 1866 wurde Lauenau Teil der preußischen Provinz Hannover.

Durch einen Großbrand wurde Lauenau im Dezember 1682 fast völlig zerstört. Während des Siebenjährigen Krieges war der Ort von den Franzosen besetzt.

1884 wurde Lauenau Teil des neugebildeten Landkreises Springe. Zwei Jahre nach der Bildung der Samtgemeinde Lauenau erfolgt durch die Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1974 die Eingliederung Lauenaus in die neugeschaffene Samtgemeinde Rodenberg. In jüngerer Vergangenheit war Lauenau ein Schwerpunkt der Stuhl- und Möbelindustrie Niedersachsens. Hier ist besonders die Schulmöbelfabrik Casala zu nennen. Dank des hohen Erholungs- und Wohnwertes der Umgebung und der günstigen Lage an der A2 vor den Toren Hannovers gehört Lauenau heute zu den expandierenden Gemeinden der Region.

Schloss Lauenau

Hauptartikel Schloss Lauenau

Um 1190 ließ Herzog Heinrich der Löwe Schloss Lauenau als Wasserburg zum Zwecke einer Grenzfeste gegen die Schaumburger Grafen errichten. Während der Hildesheimer Stiftsfehde 1519 wurde die Burg vom schaumburgischen Feldobersten Ludolf von Münchhausen zerstört. Die Wiederaufbau erfolgte 1565-1572 in Form eines Wasserschlosses im Stile der Weserrenaissance. Heute befindet es sich in Privatbesitz.

Schloss Meysenbug

Schon 1499 wird das Schloss Meysenbug als Castrum erwähnt. Graf Anthonius von Holstein-Schaumburg belehnte Wulfferd von Zerßen mit dem Schloss. Es folgten mehrere Neu- und Umbauten. Am 26. August 1828 wurde Carl Georg Philipp Rivalier von Meysenbug (1779-1847) vom hessischen Kurfürsten Wilhelm II. mit dem Gut belehnt, nachdem dieser ihm bereits 1825 den alten Adelstitel Freiherr von Meysenbug der 1810 ausgestorbenen Familie von Meysenbug verliehen hatte. 1831 wurde er Staatsminister und Minister für auswärtige Angelegenheiten des Kurfürstlichen Hessischen Hauses und bald Minister in außerordentlichen Diensten von Wilhelm II. von Hessen. Eine Tochter von Rivalier von Meysenbug war die bekannte Schriftstellerin Malwida von Meysenbug (1816-1903). Ihr bekanntestes Buch ist „Memoiren einer Idealistin“. Sie war wohl die erste Frauenrechtlerin Deutschlands und Europas, lebte aber nicht in Lauenau.

Schloss Schwedesdorf

Otto von Münchhausen, der seit 1583 in zweiter Generation bereits als Drost auf dem Amtsschloss eingesetzt war, beginnt 1596 mit der Errichtung von Schloss Schwedesdorf. Als Baumeister wird auf den Hamelner Johann Hundertossen verwiesen. Im Jahr 1600 wird der Bau fertig gestellt. Seitdem ziert die Inschrift „Otto von Munnichhusen, Anno domini 1600“ einen Wappenstein. Einige Jahre später entsteht ein sechseckiger Treppenturm. 1892 werden Erker und Giebel angepasst und mit einer steinernen Inschrift versehen, die auch im Familienwappen der Münchhausens zu finden ist: „Mine Borg is God.“

In neuerer Zeit dient das Schloss Schwedesdorf als Alterssitz von Annemarie und Adelbert Hubertus von Münchhausen, die von ihrem Gut Vahlberg bei Wolfenbüttel nach Lauenau übersiedelten. Nach dem Tod ihres Mannes bewohnt Annemarie das Schloss nun allein.

Die Fleckenrechte

1536 wurde Lauenau durch den Grafen von Schaumburg zum Marktflecken erhoben. Der Ort hatte nun die Rechte, dreimal im Jahr einen Markt abzuhalten, eigenes Bier zu brauen und niedere Gerichtsbarkeit einzusetzen. Das einst verwendete Schaumburger Siegel war „LNA“ mit dem Nesselblatt und der Jahreszahl „1572“ (älteste Abbildung eines Siegels). Damit war der Flecken Lauenau Städten faktisch gleichgestellt.

Wappen

Am 9. Oktober 1649 wurde durch Georg Wilhelm Herzog zu Braunschweig-Lüneburg dem Flecken Lauenau das Recht verliehen, „dass sie zu ihrem Wappen einen gelben Leoparden über einem Fluss stehend, ferner führen und gebrauchen mögen“. Das heutige Lauenauer Wappen zeigt auf rotem Grund einen steigenden Löwen über zwei silbernen Flüssen.

Politik

Am 10. September 2006 wurde ein neuer Fleckenrat gewählt:

Fleckenrat

Bürgermeister

Bürgermeister ist seit 2001 Heinz Laufmöller (SPD).

Gemeindedirektor

Als Gemeindedirektor wurde Uwe Heilmann (SPD) für die laufende Wahlperiode vom Lauenauer Gemeinderat ernannt.

Frühere Bürgermeister

Die Liste zeigt die Lauenauer Bürgermeister seit Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Gegenwart.

Ernst Möbius (SPD) (1946 - 1948)
Karl Reinecke (DP) (1949)
Friedrich Garbe (SPD) (1950)
Karl Reinecke (DP) (1951)
Friedrich Garbe (SPD) (1952)
Karl Reinecke (DP) (1953)
Friedrich Garbe (SPD) (1954 - 1966)
Helmut Garbe (SPD) (1966 - 1974)
Friedrich Dierßen (SPD) (1974 - 1976)
Gerhard Richter (SPD) (1976 - 1996)
Uwe Heilmann (SPD) (1996 - 2001)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Parks und Naturdenkmäler

Lauenau besitzt einen kleinen Volkspark mit altem Baumbestand. Dort steht auch die größte und älteste Süntel-Buche der Region.

Sport

Der größte Lauenauer Sportverein SV Victoria Lauenau verfügt an der Aue über den „Victoria-Sportpark“ mit einem Fußballplatz, drei Tennisplätzen und einer Leichtathletikanlage. Die 2004 fertiggestellte „Victoria-Arena“ und das „Victoria-Dojo“, eine Kampfsporthalle mit 550 m² Mattenfläche, ergänzen das optimale Vereinsangebot. Mit über 1.400 Mitgliedern ist Victoria der viertgrößte Sportverein Schaumburgs.

Ein weiterer Sportverein ist der Leichtathletik Club Lauenau (LCL). Der Verein wurde 1977 gegründet und hat mittlerweile über 300 Mitglieder.

Einer der jüngsten Vereine in Lauenau ist der Boule Club Lauenau (BCL), gegründet im Jahr 2006. Dem BCL stehen zwei Outdoor-Boulebahnen am Bürgerhaus und seit der Einweihung der Veranstaltungshalle „Sägewerk“ im Gewerbepark die ersten und einzigen drei Indoor-Boulebahnen im Schaumburger Land zur Verfügung.

Regelmäßige Veranstaltungen

Kulinarische Spezialitäten

Das Rupp-Bräu-Bier der kleinen Felsenkeller-Brauerei ist über die Grenzen der Region hinaus bekannt und geschätzt. Es ist die zweit-kleinste Privatbrauerei in Niedersachsen (die kleinste ist die „Meierhöfer-Brauerei“ in Vehlen) und beinhaltet zudem noch ein angegliedertes Restaurant.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Der Anschluss zur A2, die Umgehungsstraße B442 und die in der Nähe befindliche B65 grenzen Lauenau ein. Somit ist eine schnelle Verkehrsanbindung gegeben. Man erreicht per Pkw die Landeshauptstadt Hannover in einer halben Stunde. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Bad Nenndorf und in Haste.

Gewerbepark

Mit der Insolvenz des Lauenauer Traditionsunternehmens Casala 2001 drohte im Zentrum von Lauenau eine Industrieruine zu entstehen. Um dies zu verhindern, kaufte der Flecken Lauenau im selben Jahr das gesamte Firmengelände. Seitdem wurden viele Gebäude saniert und die früheren Betriebsflächen wieder mit Leben gefüllt. Der Lauenauer Gewerbepark hat sich zu einer Mischung aus Arbeits-, Sport-, Kultur- und Freizeitzentrum entwickelt.

Der 3,5 Hektar große Komplex ist folgendermaßen gegliedert:

Logistikpark

Der Logistikpark entstand aus einem ursprünglichen Gewerbegebiet des Flecken Lauenau an der B442 mit einem Autohof und kleineren für mittelständische Unternehmen ausgerichtete Gewerbeflächen. Mit der angrenzenden Gemeinde Apelern wurde das Projekt „Logistikpark Lauenau“ ins Leben gerufen. Dieser orientiert sich bezüglich der Gewerbeansiedlung an der Logistik-Branche.
Mittlerweile befinden sich im Logistpark aufgrund der Nachbarschaft zur A2 ein Logistikzentrum der französischen GEFCO, das Truck Center Lauenau (TCL) und die Firma Cargo Trans Logistik (CTL).

Öffentliche Einrichtungen

In Lauenau gibt es neben den drei kommunalen Kindergärten Pusteblume, Rappelkiste, Zwergenwiese zusätzlich noch die Privatinitiative Waldkindergarten Deister-Sünteltal. Der Kindergarten Rappelkiste verfügt über einen eigenen Förderverein. Der Waldkindergarten wurde 2003 gegründet und 2004 um eine zweite Gruppe erweitert.

Bildung

Neben der Albert-Schweitzer-Grundschule gibt es in Lauenau keine weiteren Schulen. Nach der vierten Klasse besuchen die Kinder des Ortes die Haupt- und Realschule im benachbarten Rodenberg oder das Gymnasium Bad Nenndorf. Bis zum Jahr 1974 war die Albert-Schweitzer-Schule Realschule. Einige Jahre länger war sie auch Hauptschule.

Persönlichkeiten

Literatur