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Abfluss

Abfluss ist in der Hydrologie das Wasservolumen, das ein vorgegebenes (Einzugs-)Gebiet unter der Wirkung der Schwerebeschleunigung innerhalb einer bestimmten Zeiteinheit verlässt. Verglichen mit dem elektrischen Strom entspricht der Abfluss der Stromstärke.

Der Abfluss (auch Durchfluss oder Volumenstrom) bezeichnet das Volumen an Wasser, das in einem Fließgewässer in einer bestimmten Zeit einen Querschnitt passiert.

Weil in der Hydrologie Maßangaben prinzipiell auf einen Pegel (also einen Messpunkt) bezogen sind, bemisst man immer flussabwärts und fasst alle Wasservolumina, die die Messstelle passieren, unter dem Begriff Abfluss zusammen. Der Zufluss etwa in einen See ist hydrologisch betrachtet „der Abfluss in den See an der Einmündung“. Analog ist der Durchfluss durch ein Areal das Wasservolumen, das den Pegel passierend ins Unterwasser „abfließt“.

Inhaltsverzeichnis

Direkt- und Basisabfluss

Es wird unterschieden zwischen dem Direktabfluss, der sich aus Oberflächenabfluss und Interflow (Zwischenabfluss) zusammensetzt und dem grundwasserbürtigen Basisabfluss. An einem Pegel kann der Grundwasserabstrom, der das Gebiet unterirdisch verlässt, nicht erfasst werden.

Messung des Abflusses

Der Durchfluss ist im Gegensatz zum Pegelstand schwer messbar und wird daher meist aus dem Pegelstand und der Fließgeschwindigkeit berechnet. Allerdings gibt es auch Verfahren, den Durchfluss direkt zu messen, z. B. magnetisch induktiv.

Ist die Veränderung des Abflussquerschnittes bei steigendem Wasserstand bekannt, so lässt sich daraus eine Abflusskurve bzw. Pegelrelation aufstellen, die die Beziehung zwischen Abfluss und Wasserstand wiedergibt und somit eine indirekte Abflussmessung über den Wasserstand ermöglicht. Es ergibt sich meist eine logarithmische Kurve, die anzeigt, dass der Wasserstand bei steigendem Abfluss immer langsamer zunimmt.

Durch Ausuferung wird bei einem Höchsthochwasser die Abflussschätzung sehr ungenau. Zudem sind in diesem Bereich bedingt durch die Seltenheit eines solchen Ereignisses meist nur sehr wenige exakte Messungen vorhanden. So ist der Abfluss der Jahrhundertflut 2002 in Dresden noch immer nicht genau bekannt.

Abflussgang und Abflussregime

Der Jahresverlauf des Abflusses wird als Abflussganglinie bezeichnet, in ihm spiegelt sich ein für dieses Gewässer an diesem Pegel typisches Verhalten. Nach der langjährig mittleren Abflussganglinie wird das Gewässer einem bestimmten Abflussregime zugeordnet.

Die Erfassung der Gänge und Regime in einem Einzugsgebiet ist Grundlage für die Modellierung von Hochwasserprognosen oder die Wasserbewirtschaftungsplanung.

Siehe auch

 Wiktionary: Abfluss – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik