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Gumpoldskirchen

Wappen Karte
Basisdaten
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Mödling (MD)
Fläche: 8,11 km²
Koordinaten: 48° 3′ N, 16° 17′ OKoordinaten: 48° 2′ 39″ N, 16° 16′ 49″ O
Höhe: 250 m ü. A.
Einwohner: 3282 (31. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 405 Einwohner je km²
Postleitzahl: 2352
Vorwahlen: 0 22 52
Gemeindekennziffer: 3 17 09
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schrannenplatz 1
2352 Gumpoldskirchen
Offizielle Website:
www.gumpoldskirchen.at
Politik
Bürgermeister: Ferdinand Köck (ÖVP)
Gemeinderat: (2005)
(23 Mitglieder)
8 ÖVP, 7 SPÖ, 6 AG, 1 FPÖ, 1 Grüne
Lage der Marktgemeinde Gumpoldskirchen im Bezirk Mödling

Blick über Gumpoldskirchen

Die Marktgemeinde Gumpoldskirchen ist ein bekannter Weinort an der niederösterreichischen Thermenlinie.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Gumpoldskirchen grenzt an die Gemeinden Mödling, Guntramsdorf, Gaaden, Pfaffstätten und Traiskirchen. Das Gemeindegebiet erstreckt sich vom flachen Wiener Becken bis in die Waldgebiete des Anningers, der schon zum Wienerwald zählt.

Geschichte

Bevölkerungsentwicklung

Volkszählung Einwohner
2006 3.282
2001 3.233
1991 2.982
1981 2.978
1971 2.804

Quelle: Bevölkerungsentwicklung 1869 - 2007 der Statistik Austria

Gumpoldskirchen hat sich in den letzten Jahrzehnten immer mehr vom Weinort zum Wohnort entwickelt. Noch bis zum Anfang der 90er-Jahre gab es eine starke Lobby gegen die "Zuzügler". Da die meisten Neubauten unter der Südbahn gebaut wurden, war die Südbahn viele Jahre wie eine Grenze mitten im Ort. "Ober der Bahn" war das Territorium der Weinhauer, "Unter der Bahn" war das Territorium der zugezogenen Wohlstandsgesellschaft.

Bauwerke

Pfarrkirche St. Michael

Die Pfarrkirche St. Michael ist eine gotische Hallenkirche. Unter dem Presbyterium liegt eine kleine Krypta, welche erst vor wenigen Jahren wiederentdeckt wurde. Gebaut wurde sie wahrscheinlich im 14. Jhd.

Deutsch-Ordens-Schloss

Das Schloss des Deutschen Ordens stammt aus dem 14. oder 15. Jahrhundert. Klosterschwestern gibt es keine mehr, aber es dient als Konvent des Deutschen Ordens der Provinz Österreich. Seit der Renovierung Ende der 90er-Jahre können Seminar- und Veranstaltungsräume im Schloss angemietet werden.

Rathaus mit Schandpfahl

Rathaus

Der Renaissance-Bau wurde von Marktrichter Mang Kharner und Maurermeister Anton Preiner im Jahr 1559 erbaut. Markant sind die Arkaden sowie der Turm mit Uhr. Das Rathaus ist charakteristisch für das aufstrebende Bürgertum gegenüber der Kirche. Besichtigung der Pfeilerhalle im ersten Stock ist während der Amtsstunden möglich. Im Rathaus gibt es auch noch alte Kerker-Zellen, die jedoch nicht zu besichtigen sind, und heute als Lagerraum genutzt werden.

Pranger

Der Pranger, welcher unmittelbar vor dem Rathaus steht, wurde 1563 aufgerichtet (belegt durch eine Inschrift). Der Pranger war ein Zeichen für das Marktrecht der Gemeinde. Er wurde aber auch zur Bestrafung von Rechtsbrechern verwendet - diese wurden zur Strafe an den Pranger gekettet. Es gibt Vermutungen dass der Gumpoldskirchner Pranger ursprünglich eine alte römische Wegsäule war.

Wirtschaft

Weinbau

Am bekanntesten ist Gumpoldskirchen wegen seines Weinbaus. Der Ort gehört zur Weinbauregion Thermenregion. Bekannte Rebsorten, die hier gezogen werden, sind der Zierfandler, der Rotgipfler sowie der Frührote und der Grüne Veltliner. Nicht zuletzt auch der Neuburger, der sich durch seinen milden Geschmack auszeichnet.

Heute findet man viele Heurigen mit netten Gärten, sodass auch der Fremdenverkehr nicht zu kurz kommt. Jedoch beklagen sich die Weinbauern, dass der Umsatz in den letzten Jahren abgenommen hat. Auch viele Tagestouristen kommen aus Wien mit der Südbahn. Mit dem PKW kann man den Ort über die Weinstraße sowohl von Mödling als auch von Baden leicht erreichen.

Auch die Weinfeste, die 2x jährlich stattfinden erfreuen sich seit vielen Jahren größter beliebtheit. (1. Weinfest ist immer in der Neustiftgasse, das 2. in der Wienerstrasse). Das erste Weinfest wurde unter dem SPÖ-Bürgermeister Müller ins Leben gerufen.

Eines der ältesten Weingüter Österreichs ist das Freigut Thallern, das seit 1141 ununterbrochen von den Zisterziensern des Stiftes Heiligenkreuz bewirtschaftet wird.

Gewerbe und Industrie

Zusätzlich gibt es aber auch einige Industriebetriebe, die im östlichen flachen Teil des Ortes angesiedelt sind. So wurde lange Zeit Gumpoldskirchen als eine der reichsten Gemeinden in Österreich gehandelt.

Tourismus

Es gibt in Gumpoldskirchen sehr viele Beherbergungsbetriebe, von der einfachen Frühstückspension bis zum 4-Sterne-Hotel. Informationen bekommt man an den Ortseinfahrten bei den sogenannten Info-Points, wo Informationen über Hotels, Pensionen und Gastronomieunternehmen angeschlagen sind. Das Tourismusbüro, welches sich gegenüber vom Rathaus im "Bergerhaus" befindet, wurde vor kurzem wiedereröffnet.

Schulen

Freizeit und Sport

Gumpoldskirchen verfügt über ein Freibad mit Sprungturm, einer großen Liegewiese und einem Buffett, sowie einer Wasserrutsche für Kinder.

Am Richardshof befindet sich eine 9-Loch-Golfanlage.

Ein Rundwanderweg am Fuße des Anningers informiert mittels Tafeln über den Weinbau in Gumpoldskirchen, über Brauchtum und Klima. Weiters sind eine alte Weinpresse, und eine rekonstruierte Wetterschießhütte aufgestellt.

Weiters gibt es sehr schöne Wanderwege nach Baden, nach Mödling, Husarentempel, uvw. Am Anninger auf Gumpoldskirchner Seite befindet sich die größte Höhle des Wienerwaldes - die Dreidärrischenhöhle. Sie ist ca. 230 Meter tief, und weist einen Höhenuntersdchied von 19 Metern auf. In der Höhle sind unterschiedliche Fledermausarten beheimatet, u.a. auch sehr seltene. Leider stürzte 1983 ein Teil der Höhle ein, verursacht durch die permanenten Sprengungen im Kalkbergwerk. Bis 1939 war sie eine Schauhöhle - in dieser Zeit wurde auch ein zweiter künstlicher Eingang geschaffen.

Tennis:

Es gibt 4 Sandplätze.

Tischtennis:

Tischtennishalle. Diese ist im Winter auch Treffpunkt der Bogenschützen.

Kultur

Chöre

In Gumpoldskirchen gibt es die "Gumpoldskirchner Spatzen" (gegr. 1949). Sie sind sind ein Kinderchor der schon einige Auslandsbesuche absolviert hat, unter anderem war er mehrmals in Japan. Der Chor trat auch bereits in der Wiener Staatsoper auf. Alljährlich findet ein Auftritt am 24. Dezember in der ORF-Sendung "Licht ins Dunkel" statt.

Bergerhaus

Das im 16. Jahrhundert erbaute Bergerhaus am Schrannenplatz ist in Gemeindebesitz und steht regelmäßig für Ausstellungen und Vernissagen zur Verfügung. Viele zeitgen. Künstler stellen hier das ganze Jahr über aus.

Schwarzer Adler

Das Gasthaus "Schwarzer Adler" ist ein altes Wirtshaus, welches jahrzehntelang leer stand und immer mehr verfiel, bis es in den 90er Jahren originalgetreu renoviert wurde. Zusätzlich finden dort Kulturveranstaltungen wie Lesungen, Konzerte, Kabarett oder Kino unter Sternen statt.

Quellen

  1. Hans Egger / Franz Jordan: Brände an der Donau. Das Finale des Zweiten Weltkriegs in Wien, Niederösterreich und dem Nordburgenland (Graz 2004) Seiten 101 bis 112. Diese Arbeit bringt Details der Kämpfe um Gumpoldskirchen und Guntramsdorf.
 Commons: Gumpoldskirchen, Austria – Bilder, Videos und Audiodateien